Engpassmanagement
Der europäische Strombinnenmarkt ist in den vergangenen Jahren enger zusammengewachsen: Strom wird seit Ende der 1990er Jahre in zunehmendem Maße grenzüberschreitend gehandelt. Allerdings sind die Übertragungskapazitäten an den Grenzkuppelstellen zu den europäischen Nachbarn historisch bedingt begrenzt. Vielerorts überschreiten deshalb die nachgefragten Übertragungskapazitäten die Übertragungsmöglichkeiten – es kommt zu Engpässen.
Mit den Methoden des Engpassmanagements soll dem vorgebeugt werden. Wichtigstes Instrument sind Auktionen, die heute in den meisten europäischen Ländern eingesetzt werden: Die Übertragungskapazitäten im grenzüberschreitenden Verkehr werden versteigert. Prämisse ist, dass für alle Unternehmen die gleichen Kriterien und Voraussetzungen gelten.
Allgemeines
Gemäß § 15 der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) vom 25.7.2005 und entsprechend der EG-Verordnung 1228/2003 über den grenzüberschreitenden Stromhandel sind Betreiber von Übertragungsnetzen verpflichtet, im Falle von Netzengpässen die verfügbaren Leitungskapazitäten nach marktorientierten und transparenten Verfahren diskriminierungsfrei zu bewirtschaften, sofern die Entstehung solcher Engpässe nicht im Rahmen des wirtschaftlich Zumutbaren mit Hilfe von netz- und marktbezogenen Maßnahmen verhindert werden kann.
Bereits im Jahr 2005 fanden koordinierte explizite Auktionen zur Reservierung von begrenzt verfügbarer Übertragungskapazität zwischen der tschechischen CEPS, a.s., der polnischen PSE-Operator S.A. und dem 50Hertz-Vorgängerunternehmen Vattenfall Europe Transmission GmbH statt.
Weiterentwicklung der Auktionen
Im Ergebnis des Central Eastern Europe (CEE) Mini-Forums wurde gemeinsam mit den betroffenen Regulatoren und der Europäischen Kommission die Weiterentwicklung der bereits bestehenden koordinierten expliziten Auktionen durch Einbeziehung zusätzlicher TSO der Region beschlossen.Nach intensiven Gesprächen zwischen den betroffenen TSO konnte ein erster Schritt zum Erreichen dieses Ziels durch die Beteiligung der E.ON Netz GmbH sowie der slowakischen SEPS, a.s. für das Jahr 2006 erreicht werden.
Die Bewirtschaftung der begrenzt verfügbaren Übertragungskapazität durch die fünf genannten Übertragungsnetzbetreiber erfolgte im Jahr 2007 im Rahmen von koordinierten expliziten Auktionen - jeweils getrennt für das Kalenderjahr, den Kalendermonat sowie den Kalendertag durch die CEPS, a.s. in ihrer Funktion als Auktionsbüro.
Die dem Markt auf diese Weise von der 50Hertz Transmission GmbH zur Verfügung gestellten Kapazitäten zur Übertragung elektrischer Energie werden auf der Basis der unter www.entsoe.eu beschriebenen "Procedures for cross-border transmission capacity assessments" ermittelt.
www.entsoe.eu
Enge Kooperation mit den europäischen Nachbarn
Die Koordination der verfügbaren Netzkapazitäten über das KONTEK-Gleichstromkabel zwischen Energinet.dk (Seeland/Dänemark) und 50 Hertz erfolgt in enger Kooperation mit dem dänischen Übertragungsnetzbetreiber Energinet.dk:
www.energinet.dk
Im Rahmen der ERGEG-Regionalinitiative Nordeuropa wurde zum 9. November 2009 eine Marktkopplung des skandinavischen und des deutschen Strommarktes mittels impliziter Auktionen über die Kuppelleitungen zwischen Energinet.dk (Jütland/Dänemark) und der TenneT TSO GmbH (vormals transpower stromübertragungs gmbh) sowie das KONTEK-Gleichstromkabel zwischen Energinet.dk (Seeland/Dänemark) und 50 Hertz Transmission eingeführt.
Mit der Durchführung der impliziten Auktionen an der deutsch-dänischen Grenze und in diesem Rahmen mit der Bewirtschaftung der verfügbaren Übertragungskapazität des KONTEK-Gleichstromkabels wurde die European Market Coupling Company GmbH (EMCC) beauftragt. Informationen hierzu finden Sie unter:
www.marketcoupling.com
Weitere Informationen:
Pressemitteilung zum Market Coupling Deutschland-DänemarkEngpassmanagement bei 50Hertz
Die verfügbare Übertragungskapazität der KONTEK HVDC Verbindungsleitung mit Energinet.dk (Dänemark) wird derzeit durch die NordPool Spot AS als eine implizite Auktion verwaltet. www.nordpoolspot.com
Derzeit arbeiten die europäischen Regulierungsbehörden eng mit der "Electricity Regional Initiative" an der weiteren Ausarbeitung eines gemeinsames Binnenmarktkonzepts. Ziel dieser Initiative ist die Verkoppelung der skandinavischen und deutschen Strommärkte mit Hilfe von zwei Verbindungsleitungen zwischen Dänemark und Deutschland. Mit anderen Worten: Die E.ON Netz GmbH soll an Jutland und an die KONTEK HVDC Verbindungsleitung angeschlossen werden.

