Ein sicheres Drehkreuz im Herzen Europas
Die Energiepolitik hat in den letzten Jahren tief greifende Veränderungen erlebt. Die erneuerbaren Energien werden in Zukunft einen immer stärkeren Anteil an der Energieerzeugung haben. Bis 2020 sollen in Deutschland 30 Prozent der Stromversorgung aus regenerativen Energienquellen erzeugt werden. Im Jahr 2050 soll der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch 60 Prozent betragen - am Stromverbrauch sogar 80 Prozent. Die Offshore-Windenergie soll bis 2030 auf 25 GW ausgebaut werden. Der Netzausbau ist und bleibt dabei von zentraler Bedeutung, um dieses Ziel zu erreichen.
Durch die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien werden schon heute neue Anforderungen an die Elektrizitätsnetze gestellt. Wurde Strom bisher verbrauchernah erzeugt, so muss er heute und in Zukunft weiter zunehmend aus erzeugungsstarken, aber verbrauchsschwachen Regionen über lange Wege in die Verbrauchszentren transportiert werden. Der Neubau von Höchstspannungsfreileitungen ist deshalb vor allem zum Abtransport von Windstrom aus windintensiven Gebieten (z. B. der norddeutschen Tiefebene) in die Verbrauchszentren in Mittel- und Süddeutschland erforderlich.
Lückenschluss der Stromnetze
Auf Grundlage der gesetzlichen Erfordernisse verfolgt 50Hertz das Ziel, den kompletten aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom jederzeit aufzunehmen und zu transportieren. Dabei stellt das ostdeutsche Übertragungsnetz - das in unserem Zuständigkeitsbereich liegt – als Folge der deutschen Teilung eine historische Besonderheit dar: Es existieren bislang nur drei Verbindungen zwischen den Netzen der neuen und der alten Bundesländer. Auch vor diesem Hintergrund ist der Lückenschluss der Stromnetze in Ost und West dringend notwendig, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft jederzeit zu gewährleisten. 50Hertz plant derzeit den Neubau von drei insgesamt etwa 400 Kilometer langen 380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitungen an Land.
- Die Windsammelschiene führt von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg.
- Die Uckermarkleitung transportiert Strom aus dem Raum Prenzlau in Brandenburg nach Neuenhagen bei Berlin.
- Die Thüringer Strombrücke verbindet Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt mit dem Raum Schweinfurt in Bayern.

