Icon - Instagram

Bedarf und gesetzlicher Hintergrund

Dem Netzausbau in Deutschland liegt eine mehrstufige Bedarfsermittlung zugrunde. Beteiligt sind hierbei die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde sowie alle Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen, die sich in den Konsultationsphasen einbringen. Als gesetzgebende Instanzen sind der Deutsche Bundestag und der Bundesrat am Bedarfsermittlungsprozess beteiligt.

So wurde das Vorhaben 380-kV-Freileitung Pulgar – Vieselbach erstmals 2012 als notwendige Maßnahme im Netzentwicklungsplan Strom von der Bundesnetzagentur bestätigt. Der Netzentwicklungsplan ist Grundlage für den Bundesbedarfsplan, der all die Vorhaben festlegt, die zur Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Netzbetriebs notwendig sind.

Das Bundesbedarfsplangesetz wurde erstmals 2013 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet und 2015 aktualisiert. Das Projekt 380-kV-Freileitung Pulgar – Vieselbach wird im Bundesbedarfsplan als Vorhaben Nr. 13 geführt. Somit sind die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Vorhabens und der vordringliche Bedarf festgestellt.

Als bundesländerübergreifendes Vorhaben liegt die Zuständigkeit für das Genehmigungsverfahren bei der Bundesnetzagentur in Bonn.

Netzentwicklungsplan 2030

Die erste Konsultation zum Netzentwicklungsplan Strom mit dem Zieljahr 2030 wurde am 28. Februar 2017 abgeschlossen. Die eingegangenen Hinweise wurden durch die vier Übertragungsnetzbetreiber in einen zweiten Entwurf eingearbeitet und  am 2. Mai 2017 an die Bundesnetzagentur übergeben, die aktuell eine weitere Konsultation der Öffentlichkeit durchführt. Weitere Informationen zur Netzentwicklungsplanung finden Sie unter www.netzentwicklungsplan.de
Die 380-kV-Freileitung zwischen den Pulgar bei Leipzig und Erfurt-Vieselbach Die 380-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken Pulgar bei Leipzig und Erfurt-Vieselbach

Trassenverlauf

Die bestehende, rund 105 Kilometer lange Freileitung verbindet die Umspannwerke (UW) Pulgar bei Leipzig und Vieselbach bei Erfurt und quert die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Aufgrund der erhöhten Anforderungen an die Masten und Leiterseile durch die notwendige Erhöhung der Übertragungskapazität, muss die Freileitung als Ersatzneubau geplant werden. Sie wird weiterhin die UW Pulgar und Vieselbach verbinden und soll möglichst bestandsorientiert verlaufen.

Die Planung und der Ausbau von Leitungen unterliegen standardisierten und zum Teil gesetzlich vorgeschriebenen Prinzipien. So ist 50Hertz als Vorhabenträger angehalten, neben der Bestandstrasse weitere Alternativen zu prüfen und diese gegeneinander abzuwägen.

Derzeit wird geprüft, ob in sensiblen Gebieten eine Umtrassierung geboten scheint und ob Teile der Leitung neu beseilt werden können. Letztes heißt, dass im Rahmen dieses Netzverstärkungsprojektes die Leiterseile getauscht werden, wenn die Masten hierfür ausreichend stabil sind.

Nach Inbetriebnahme der neuen 380-kV-Freileitung wird die bestehende zurückgebaut, sodass weiterhin nur eine Leitung in der Trasse verläuft.

Genehmigungsverfahren

Das Vorhaben ist in vier Planungsabschnitte unterteilt:

  • Abschnitt I vom UW Pulgar bis Geußnitz bei Zeitz
  • Abschnitt II von Geußnitz bis Schkölen
  • Abschnitt III von Schkölen bis Bad Sulza
  • Abschnitt IV von Bad Sulza bis zum UW Vieselbach

Genehmigungsbehörde ist die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn.

Bundesfachplanung

Nach dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) stellt 50Hertz zunächst einen Antrag auf Bundesfachplanung. Dazu wird für jeden Planungsabschnitt ein Antrag nach §6 NABEG erarbeitet, in dem bereits zahlreiche umweltfachliche und technische Untersuchungen durchgeführt werden. Ziel der Bundesfachplanung ist es, einen geeigneten Trassenkorridor zwischen Anfangs- und Endpunkt mit einer Breite von 500 m bis 1.000 m für das nachfolgende Planfeststellungsverfahren festzulegen.

Je Planungsabschnitt wird ein Genehmigungsantrag eingereicht. 50Hertz hat die Anträge auf Bundesfachplanung für alle vier Abschnitte im September bzw. Oktober 2017 bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Mehr aktuelle Informationen zum laufenden Verfahren finden Sie im Bereich "Meldungen" und auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

Noch vor dem Start des formellen Genehmigungsverfahrens sammelte 50Hertz Hinweise der lokalen Verwaltungen und Fachbehörden, Natur- und Umweltschutzvereinigungen sowie der Anlieger, um die vorgebrachten Belange so früh als möglich in die Planung einfließen zu lassen. Eine Übersicht über die eingegangen Hinweise und Stellungnahmen sind in den Antragsunterlagen auf Bundesfachplanung einzusehen (siehe Kasten auf der rechten Seite).

Über anstehende Maßnahmen zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung informieren wir Sie hier und über unseren Newsletter.

Ansprechpartner 380-kV-Freileitung Pulgar-Vieselbach

Haben Sie Fragen zum Projekt? Schreiben Sie direkt an:
Dr. Danuta Kneipp

Leiterin Öffentlichkeitsbeteiligung

Dr. Danuta Kneipp
Tel: +49 30 5150-2198
Fax: +49 30 5150-3112
E-Mail: danuta.kneipp@50hertz.com

Karten

Übersichtskarte Trassenkorridorvorschlag

Stand 13.10.17, Download als pdf (1,6 MB)

Übersichtskarte Trassenkorridorvorschlag Download

Entwurf Korridorvarianten für Bundesfachplanung

Stand: Mai 2017. Download als pdf (3.9 MB)

Entwurf Korridorvarianten für Bundesfachplanung Download

380-kV-Freileitung Pulgar – Vieselbach mit Untersuchungsraum

Download als pdf (85,7 KB)

380-kV-Freileitung Pulgar – Vieselbach mit Untersuchungsraum Download