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Status Südwest-Kuppelleitung

Bedarf und gesetzlicher Hintergrund

Die Integration der Erneuerbaren Energien ist gerade im Osten Deutschlands inzwischen besonders gut vorangekommen. Erzeugung und Verbrauch treten dabei räumlich weiter auseinander als dies noch mit den bestehenden Kohle- und Kernkraftwerken der Fall ist. Die Südwest-Kuppelleitung trägt durch den überregionalen Transport dieser Erneuerbaren Energien damit auch maßgeblich zum Klimaschutz bei. 

Zugleich ist die Südwest-Kuppelleitung ein wichtiger Lückenschluss zwischen den Netzen der alten und neuen Bundesländer. Sie ist seit den Planungen für transeuropäische Netze von 2006 Bestandteil des Europäischen Vorrangprojektes Halle-Schweinfurt. Mit dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) von 2009 gehört die Südwest-Kuppelleitung auch zu den 24 nationalen Vorrangprojekten beim Ausbau des Höchstspannungsnetzes. Mit Beschluss von 2011 ist sie ein europäisches Vorrangprojekt im Rahmen der EU-Initiative North-South-Energy Interconnections.

Die ersten Bedarfsanalysen lieferten die beiden Dena-Netzstudien I und II aus den Jahren 2005 und 2010. Ab 2012 ermittelten die Netzentwicklungspläne den Ausbaubedarf im nationalen Übertragungsnetz (vgl. auch die Informationen der Bundesnetzagentur).

Montagearbeiten an der Südwest-Kuppelleitung Montagearbeiten an den Leiterseilen und Erdseilen der Südwest-Kuppelleitung in der Nähe des Umspannwerks Altenfeld. An den Erdseilen werden Vogelschutzmarkierungen angebracht.

Trassenverlauf

In drei Leitungsabschnitten wurde die Südwest-Kuppelleitung errichtet. Leitungsabschnitt 1 beginnt am Umspannwerk Lauchstädt bei Halle Sachsen-Anhalt und endet am Umspannwerk Vieselbach bei Erfurt. Zwischen Vieselbach und Altenfeld verläuft der 2. Leitungsabschnitt. Von dort verläuft der 3. Leitungsabschnitt durch den Thüringer Wald bis zur Landesgrenze nach Bayern. 

Der seit Dezember 2008 in Betrieb befindliche 1. Leitungsabschnitt Lauchstädt – Vieselbach folgt im Wesentlichen einer bestehenden 220-kV-Leitung und der ICE-Strecke. Er ist 78 Kilometer lang. 

Die Trasse des 56 km langen 2. Leitungsabschnitts Vieselbach – Altenfeld orientiert sich entsprechend dem „Bündelungsprinzip“ an den Infrastrukturlinien der 380-kV-Leitung Mecklar – Vieselbach, der Bundesautobahn A71 und der ICE-Strecke bis nach Altenfeld. Die Freileitungstrasse verläuft von Vieselbach westlich bzw. nördlich parallel zu der vorhandenen Freileitung Vieselbach – Eisenach/Mecklar bis zur Bundesautobahn A71. Dann nimmt sie eine südliche Richtung, gebündelt mit der Bundesautobahn A71 und der ICE-Strecke Nürnberg – Erfurt bis Altenfeld. Zwischenzeitlich führt die neue 380-kV-Leitung ab Traßdorf auf ihren Masten die 110-kV-Leitung Stadtilm – Altenfeld auf rund 20 Kilometern Länge mit. Sie kommt dort auf eigener Trasse aus östlicher Richtung vom Umspannwerk Stadtilm. Auch eine 110-kV-Freileitung der Bahn wird in zwei Abschnitten über insgesamt rund 10 Kilometer auf den Masten der Südwest-Kuppelleitung mitgeführt.

Für den 3. Leitungsabschnitt Altenfeld – Thüringer Landesgrenze lag eine erste detaillierte Trassenplanung im ersten Halbjahr 2013 vor. Sie orientierte sich an dem Trassenkorridor aus dem Raumordnungsverfahren. Darin wurde ein Trassenkorridor bestätigt, der sich weiter eng an der ICE-Trasse orientiert. Er ist insgesamt 26 Kilometer lang und wird vom Umspannwerk Altenfeld bis zum nördlichen Eingang des Singertals eng und parallel mit der bestehenden 380-kV-Leitung Richtung Goldisthal geführt. Am Bleßberg führt der Korridor über Schalkau zum Übergabepunkt an der Landesgrenze zu Bayern. Dort übernimmt die TenneT TSO GmbH als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber in Bayern (zur Projektwebseite auf bayerischer Seite) die Leitungssysteme und führt sie bis Redwitz weiter.

Verlauf entlang der Autobahn und ICE-Trasse Die Südwest-Kuppelleitung sucht in weiten Teilen die Bündelung mit Autobahn und ICE-Trasse.

Genehmigungsverfahren

Projektstatus 1. Leitungsabschnitt (Lauchstädt – Vieselbach)

Der 1. Leitungsabschnitt wurde 2008 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. 

Die Freileitung verläuft auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt und Thüringen. Deshalb führten auch zwei Landesbehörden die erforderlichen Verfahren durch. Für den Genehmigungsabschnitt in Sachsen-Anhalt lag die Landesplanerische Beurteilung des Raumordnungsverfahrens im November 2005 vor. Der Planfeststellungsbeschluss folgte im November 2007. 

Für den Genehmigungsabschnitt in Thüringen wurde das Raumordnungsverfahren mit der Landesplanerischen Beurteilung im Dezember 2005 abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss erging im Dezember 2007. Der erste Spatenstich fand im Februar 2006 in Steigra (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) statt.

Projektstatus 2. Leitungsabschnitt (Vieselbach – Altenfeld)

Seit dem 2. Juli 2015 befindet sich der 2. Leitungsabschnitt zwischen Vieselbach und Altenfeld im Betrieb. 

Zuständig für die Raumordnung und die Planfeststellung war das Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar. Im März 2007 wurde das Raumordnungsverfahren mit der Landesplanerischen Beurteilung für den Planungskorridor abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss lag im Januar 2012 vor. Eine Klage gegen den Beschluss des Thüringer Landesverwaltungsamtes wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Juli 2013 abgewiesen. Nach einer verfahrensbedingten, zwischenzeitlichen Pause der Bauarbeiten wurde der 2. Leitungsabschnitt bis Juni 2015 errichtet.

Projektstatus 3. Leitungsabschnitt (Altenfeld – Thüringer Landesgrenze)

Am 17. Dezember 2015 wurde der erste Stromkreis des 3. Leitungsabschnittes in Betrieb genommen. Damit begann der Stromtransport über die Südwest-Kuppelleitung nach Bayern in das Umspannwerk Redwitz. Der zweite Stromkreis wurde am 14. September 2017 zugeschaltet.

Für das Raumordnungsverfahren lag die Landesplanerische Beurteilung im März 2011 vor. Mit Datum vom 21. Januar 2015 hat das Thüringer Landesverwaltungsamt den Planfeststellungsbeschluss erteilt.

Das Planfeststellungsverfahren wurde am 19. September 2013 offiziell durch das Thüringer Landesverwaltungsamt eingeleitet. Zwischen dem 7. Oktober und dem 18. November 2013 lagen die Planunterlagen in den Verwaltungen betroffener Städte und Gemeinden aus. Zusätzlich wurden sie durch 50Hertz im Internet zur Verfügung gestellt. Die Träger öffentlicher Belange und sonstigen Behörden konnten zwischen dem 27. September und dem 17. Dezember 2013 ihre fachliche Stellungnahme zum Vorhaben abgeben. Insgesamt gingen 188 Einwendungen von Bürgerinnen, Bürgern und Umweltverbänden bzw. Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und sonstiger Behörden beim Thüringer Landesverwaltungsamt ein.

Für den Streckenabschnitt von der bayerischen Landesgrenze bis Redwitz ist TenneT TSO GmbH zuständiger Übertragungsnetzbetreiber (zur Projektwebseite).

Bau und Betrieb

Seit dem 17. Dezember 2015 befindet sich die Südwest-Kuppelleitung im Testbetrieb.

1. Leitungsabschnitt (Lauchstädt – Vieselbach)

Der erste und längste Abschnitt (78 Kilometer mit 197 Masten) der Südwest-Kuppelleitung zwischen den Umspannwerken Lauchstädt in Halle und Vieselbach bei Erfurt befindet sich seit 2008 im Betrieb.

2. Leitungsabschnitt (Vieselbach – Altenfeld)

Der zweite Abschnitt (56 Kilometer mit 170 Masten) wurde zwischen den Umspannwerken Vieselbach und Altenfeld seit 2012 errichtet. Der Abschnitt befand sich von Anfang Juli 2015 bis Mitte Dezember 2015 im Testbetrieb und wurde am 17. Dezember 2015 in den Dauerbetrieb überführt.

3. Leitungsabschnitt (Altenfeld – Thüringer Landesgrenze)

Der dritte und kürzeste Abschnitt von Altenfeld bis zur Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern (26 Kilometer mit 78 Masten) wurde seit Januar 2015 errichtet. Seit dem 17. Dezember 2015 befindet sich der erste Stromkreis dieses Abschnitts im Testbetrieb. Seit 14. September 2017 ist auch der zweite Stromkreis der Südwest-Kuppelleitung in Betrieb.

Bauarbeiten am 2 Leitungsabschnitt Bauarbeiten am 2. Leitungsabschnitt parallel zur ICE-Strecke im Mai 2013.

Computersimulation

50Hertz zeigt hier einige Aufnahmen aus einer Computersimulation zum Trassenverlauf des 3. Abschnittes der Südwest-Kuppelleitung. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF) aus Magdeburg wurden alle Masten exakt in einem virtuellen Geländemodell des Thüringer Waldes platziert. So ist es mit der entwickelten Software möglich, von jedem theoretischen Punkt einen Blick Richtung Freileitungstrasse zu werfen und zu überprüfen, was bzw. wie viel von den Masten und Leiterseilen tatsächlich im Landschaftsbild wahrnehmbar sein wird.

Für das Internet wurden dazu einzelne Ausschnitte zu kleinen Filmen verarbeitet. Von markanten Aussichtspunkten wie an der Hauptstraße in Masserberg, Friedrichshöhe oder dem Bleßbergturm kann man so heute schon ermessen, wie die Freileitung im Ausblick auf die Landschaft wahrnehmbar sein wird. In die Darstellung wurden auch aktuelle Fotos integriert, die die heute schon vorhandene Freileitung zum Pumpspeicherwerk Goldisthal zeigen und damit verdeutlichen, wie nah die Simulation an die Wirklichkeit heranreicht.

Die einzelnen Filmausschnitte:

Karten

Trassenverlauf 1. Abschnitt

Trassenverlauf 1. Abschnitt Download

Trassenverlauf 2. Abschnitt

Trassenverlauf 2. Abschnitt Download

Trassenverlauf 3. Abschnitt

Trassenverlauf 3. Abschnitt Vergrößern

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