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Status Hansa PowerBridge

Bedarf

In Deutschland wird die Einspeisung erneuerbarer Energien in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter ansteigen. Da vielfach diese Energie nicht direkt verbraucht werden kann, ist die Erschließung von Speicherkapazitäten ein Schlüssel für das Gelingen der Energiewende. Hohe Speicherkapazität ist in Skandinavien ausreichend vorhanden. Schwedens Energiemix wird von Wasserkraftwerken dominiert, die sehr flexibel einsetzbar sind und CO2-freien Strom produzieren. Zudem ist das schwedische Stromnetz eng mit dem norwegischen vernetzt. Auch in Norwegen stehen große Wasserkraftanlagen für die Stromspeicherung zur Verfügung. Zusammen verfügen Schweden und Norwegen mit ihren Wasserkraftwerken über eine Speicherkapazität von 48 Gigawatt. Die Hansa PowerBridge schafft eine Verbindung von Deutschland zu den großen Wasserkraftspeichern in Skandinavien.

Marktsimulationen zeigen, dass der deutsche Strommarkt sehr von der volatilen Einspeisung aus Anlagen der erneuerbaren Energien geprägt sein wird. In Zeiten überschüssigen Stroms aus erneuerbaren Energien in Deutschland kann dieser über die Hansa PowerBridge nach Schweden transportieren werden. Dort wird er direkt verbraucht und die Wasserressourcen der skandinavischen Wasserkraftwerke bleiben unangetastet. In Schwachwindzeiten, geringer Sonneneinstrahlung und hohem Stromverbrauch in Deutschland können schwedische Stromproduzenten ihre ungenutzten Wasserreserven flexibel einsetzen, um ihren günstigen, umweltfreundlichen Strom dem deutschen Konsumenten preisdämpfend zur Verfügung zu stellen. Die Hansa PowerBridge trägt dazu bei, Preisspitzen zu vermeiden und die Marktpreise in beiden Ländern stabil zu halten. Damit dienen diese Wasserkraftwerke als indirekte Speicher für Strom aus deutschen erneuerbaren Energien und sorgen für ausgeglichene Preise auf den Strommärkten. Mit der Hansa PowerBridge entsteht eine zusätzliche Handelskapazität an erneuerbaren Energie. Dies dient der politisch gewollten Weiterentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes. Die Hansa PowerBridge ist somit ein wichtiger Schritt, um das Ziel des Europarats von 15 Prozent Interkonnektorkapazität im Vergleich zur Erzeugungskapazität eines Landes zu erreichen.

Aus bedarfsplanerischer Logik ist die Hansa PowerBridge 2014 als europäisches Projekt Nr. 176 in den Zehnjahresplan zur europäischen Netzentwicklung durch den Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber Strom aufgenommen worden. Auf dieser Basis wurde der nationale Netzentwicklungsplan (NEP) erarbeitet, öffentlich zur Diskussion gestellt und konsolidiert. Die Hansa PowerBridge ist im NEP als Vorhaben P221 als Interkonnektor zwischen Deutschland und Schweden mit einer Inbetriebnahme bis 2025/26 enthalten.

Letztendlich stabilisiert die Hansa PowerBridge in technischer Hinsicht das europäische Elektrizitätssystem, weil überschüssige erneuerbare Energie darüber abtransportiert werden kann. Ausfälle anderer Leitungen im System können durch eine zusätzliche Verbindung einfacher kompensiert werden.

Trassenverlauf

Vom Umspannwerk Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern, und der neu zu errichtenden Konverteranlage, soll ein circa 75 Kilometer langes Landkabelsystem östlich an Rostock vorbei zur Landbrücke Fischland verlaufen. Von dort ist ein 105 Kilometer langes Seekabel im Küstenmeer Mecklenburg-Vorpommerns vorgesehen, das anschließend in die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands bis zum Übergabepunkt Gate 7 nach Schweden führt. Am Gate 7 an der Grenze der deutschen und schwedischen AWZ endet die Zuständigkeit von 50Hertz sowie den deutschen Genehmigungsbehörden und geht an die schwedische Seite über.

Genehmigung

Für Infrastrukturprojekte wie die Hansa PowerBridge wird als erster Planungsschritt in der Regel ein Raumordnungsverfahren (ROV) durchgeführt. Im speziellen Fall war ein eigenständiges ROV allerdings nicht erforderlich, da die Hansa PowerBridge innerhalb eines bereits raumgeordneten Korridors für einen nicht gebauten Gasinterkonnektor geführt werden kann. Diese Vorgehensweise wurde von der zuständigen Oberen Raumordnungsbehörde, dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (MEID) mit Bescheid vom 30. Mai 2017 bestätigt. 

Für die kleinräumige Festlegung des Verlaufs der Hansa PowerBridge bedarf es im weiteren Planungsprozess unterschiedliche Genehmigungen, die gegenwärtig von 50Hertz vorbereitet werden.

Das Gesamtvorhaben Hansa PowerBridge auf der deutschen Seite unterteilt sich auf Grund der räumlichen Lage und der rechtlichen Vorgaben in vier Genehmigungsabschnitte, für die insgesamt fünf Genehmigungen erforderlich sind:

  1. Abschnitt: Genehmigung der Konverteranlage bei Güstrow nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM)

  2. Abschnitt: Genehmigung der Landkabeltrasse (unterirdisch) von Güstrow bis nach Fischland gemäß Energiewirtschaftsgesetz (Planfeststellungsverfahren) durch das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (MEID)

  3. Abschnitt: Genehmigung der Seekabeltrasse in der 12-Seemeilenzone nach Energiewirtschaftsgesetz (Planfeststellungsverfahren) durch das MEID

  4. Abschnitt: Genehmigung der Seekabeltrasse in der Ausschließlichen Wirtschaftszone nach Bundesberggesetz durch das Bergamt Stralsund (Genehmigung der technischen Belange) und durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Genehmigung der Belange für Schifffahrt und Meeresumwelt)
Auf deutscher Seite soll das Genehmigungsverfahren bis voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen werden. In Schweden sollen bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls die notwendigen Genehmigungen vorliegen. Die Ausschreibung der Anlagen ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Es ist geplant, die Hansa PowerBridge 2025/2026 in Betrieb zu nehmen.

Alle Anträge von 50Hertz werden detaillierte Pläne und ausführliche Erläuterungen zum Vorhaben enthalten, insbesondere zu Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, des Tourismus und der Eigentumsverhältnisse betreffend. Zu gegebener Zeit werden die erwähnten Pläne auf dieser Website zu finden sein.

Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung


Noch vor dem Start des formellen Genehmigungsverfahrens wird 50Hertz Hinweise der lokalen Verwaltungen und Fachbehörden, Natur- und Umweltschutzvereinigungen sowie der Anlieger einsammeln, um die vorgebrachten Belange so früh als möglich in die Planung einfließen zu lassen.

Über anstehende Maßnahmen zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung informieren wir Sie hier und über unseren Newsletter.

Technik

Um die große Distanz zwischen Deutschland und Schweden effizient zu überbrücken, wird das Übertragungskonzept als Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) geplant. In der Regel wird in Europa der Strom mit der Drehstrom-Technik übertragen. Zum effizienten Transport des Stroms zwischen Deutschland und Schweden muss der Drehstrom in Gleichstrom über Konverteranlagen umgewandelt werden. Die HGÜ erfolgt über eine sogenannte Punkt-zu-Punkt-Verbindung per Erd- und Seekabel direkt zwischen den Konverteranlagen beider Länder. Diese direkte Verbindung transportiert die Energie verlustärmer und ist damit für alle effizienter. Außerdem kann mittels der Konverteranlagen bestimmt werden, wie viel Strom in welcher Richtung durch die Leitung fließt. Es ist also möglich, Angebot und Bedarf besser als bei Drehstrom zu steuern.

Schematischer Aufbau der Hansa PowerBridge

Schematischer Aufbau der Hansa PowerBridge

Ansprechpartner Hansa PowerBridge

Sie haben Fragen zum Projekt?
Schreiben Sie direkt an:

Christian Brehm

Öffentlichkeitsbeteiligung

Christian Brehm
Tel: +49 30 5150-3556
Fax: Fax: +49 30 5150-3112
E-Mail: christian.brehm@50hertz.com

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