Status 3. Interconnector

Bedarf

Der 3. Interconnector stärkt das europäische Verbundnetz

Der Ausbau der internationalen Leitungsverbindungen ist erklärtes Ziel der europäischen Politik. Das Projekt 3. Interconnector ist ein Europäisches Vorrangprojekt. Der Bundestag hat das Projekt 2009 mit dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) zu einem Vorhaben mit vordringlichem Bedarf erklärt.

50Hertz Bild 50Hertz ist der Übertragungsnetzbetreiber für den Norden und Osten Deutschlands. Die Regelzone reicht von Hamburg über Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis nach Thüringen und Sachsen.

Trassenverlauf

Geeigneter Korridor für die Trassenführung gesucht

Der genaue Trassenverlauf steht noch nicht fest. Er wird in einem aufwändigen Abstimmungsverfahren ermittelt: Am Anfang steht das Raumordnungsverfahren. Dabei werden verschiedene, mögliche Korridore hinsichtlich eines möglichen Trassenverlaufes geprüft. Diese Korridore sind jeweils rund 2 Kilometer breit. Für eine mögliche Trasse zwischen dem Umspannwerk Eisenhüttenstadt und der Landesgrenze wurden vier Korridore eingehend untersucht.

Die unterschiedlichen Korridore wirken sich auf die tatsächliche Länge der Freileitung auf deutschem Gebiet aus. Sie variiert entsprechend zwischen fünf und zehn Kilometern. Auch die Raumverhältnisse auf polnischer Seite sind für die endgültige Trassenfindung bedeutsam. Ziel ist es, einen Übergabepunkt an der deutsch-polnischen Grenze zu finden, der für eine raumverträgliche Trassenführung auf beiden Seiten der Oder am besten geeignet ist.

Für die Anbindung des Umspannwerkes Eisenhüttenstadt in das Landesinnere an die bestehende Leitung zwischen Preilack und Neuenhagen (bei Berlin) wird ebenfalls ein Korridor südlich und westlich der Gemeinde Rießen geprüft.

Am Ende des Raumordnungsverfahrens steht in der Regel ein favorisierter Korridor. Für diesen Korridor beginnt der Vorhabenträger dann detaillierte Untersuchungen darüber, wo genau die Trasse mit geeigneten Maststandorten genau verlaufen könnte. Dieser konkrete Trassenverlauf ist dann Gegenstand des späteren behördlichen Genehmigungsverfahrens, dem Planfeststellungsverfahren. 50Hertz erwartet das Planfeststellungsverfahren voraussichtlich für das Jahr 2015.

Genehmigungsverfahren

Mit der am 3. März 2015 erteilten Landesplanerischen Beurteilung wurde das Raumordnungsverfahren für den Teilabschnitt 380-kV-Verstärkung Netzanschluss Umspannwerk Eisenhüttenstadt abgeschlossen.Für den geplanten weiterführenden Abschnitt liegt derzeit noch keine verfahrensrelevante Untersuchung vor, wie der Leitungsabschnitt an das polnische Netz angebunden werden könnte. Darum hat sich 50Hertz entschlossen, das Vorhaben bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens wurde die Verträglichkeit mit den Grundsätzen der Raumordnung, den bestehenden Regionalplänen und anderen Nutzungsansprüchen geprüft. Dazu hat die zuständige Landesbehörde, die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin Brandenburg, mit dem 14. Januar 2013 das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Dazu wurden die Verfahrensunterlagen in den betroffenen Kommunen öffentlich ausgelegt. Betroffen sind die Stadt Eisenhüttenstadt, das Amt Schlaubetal und das Amt Brieskow-Finkenheerd. Die Unterlagen lagen in diesen drei Kommunalverwaltungen bis zum 14. Februar 2013 aus.

Bestandteil der Raumordnungsunterlagen sind eine Raumverträglichkeitsuntersuchung und eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung mit verschiedenen Kartendarstellungen. Zusätzlich hat 50Hertz auch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt eine Untersuchung zum Artenschutz durchführen lassen, da im fraglichen Bereich einige Schutzgebiete (FFH- und SPA-Gebiete) liegen.

Der Rahmen und Umfang der Untersuchungen im Raumordnungsverfahren wurde bereits 2011 im Rahmen einer sogenannten Antragskonferenz bestimmt. Auf Einladung der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung haben hier die Behörde, Vorhabenträger 50Hertz und geladene Vertreter von Trägern öffentlicher Belange (sogenannte TöBs) den Untersuchungsrahmen definiert. Die Antragskonferenz fand am 14. Dezember 2011 statt.

Der weitere Verlauf des Verfahrens hängt von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Zurzeit beginnt 50Hertz mit der konkreten Trassenplanung für die Verstärkung des Netzanschlusses Umspannwerk Eisenhüttenstadt und bereitet das Planfeststellungsverfahren für diesen Teilabschnitt vor.

Das Planfeststellungsverfahren wird durch eine andere Landesbehörde des Landes Brandenburg durchgeführt werden: das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus.

Karten und Verfahrensstand

Raumordnungsverfahren

Untersuchungsraum für vier mögliche Korridore

Raumordnungsverfahren Vergrößern