Status 380-kV-Freileitung Bertikow – Pasewalk

Bedarf

Projekt aus dem Bundesbedarfsplan

Bei der geplanten 380-kV-Freileitung Bertikow – Pasewalk handelt es sich um ein länderüberschreitendes Vorhaben, das die beiden Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern betrifft. Im Bundesbedarfsplangesetz ist die geplante 380-kV-Freileitung unter Nr. 11 „Höchstspannungsleitung Bertikow – Pasewalk, Drehstrom Nennspannung 380-kV“ und im Netzentwicklungsplan 2012 als Maßnahme 21 aufgeführt. Somit sind die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Vorhabens und der vordringliche Bedarf zur Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Netzbetriebs gesetzlich festgestellt.

Der Bedarf an Netzkapazitäten wird durch jährliche Prognosen ermittelt, die 50Hertz basierend auf einer Abfrage bei allen Verteilnetzbetreibern und der direkt am Übertragungsnetz angeschlossenen EEG-Anlagenbetreiber erstellt. Der von 50Hertz errechnete Bedarf basiert auf folgenden EEG-Einspeiseleistungen bzw. EEG-Rückspeiseleistungen in das Höchstspannungsnetz.

Umspannwerke (UW)
in Jahr 2020
UW Bertikow
800 MW
UW Pasewalk
650 MW

UW Bertikow: Direktanschluss Windpark und Biomasseanlage
UW Pasewalk: gemeinsamer Standort mit dem zuständigen Verteilnetzbetreiber

In den kommenden Jahren wird die Leistung der Erneuerbare-Energien-Anlagen im Umkreis der geplanten Leitung auf fast zwei Gigawatt steigen. Das entspricht der Kapazität von zwei Großkraftwerken. Künftig wird darüber hinaus auch der Abtransport geplanter konventioneller Kraftwerksleistung notwendig. Wie sich die prognostizierten Einspeisungen des Leitszenarios B 2022 in den verschiedenen Bundesländern zusammensetzen, ist im bestätigten Netzentwicklungsplan 2012 (NEP) aufgeschlüsselt.

Die vorhandene 220-kV-Leitung Die vorhandene 220-kV-Leitung

Trassenverlauf

Bündelungsgebot spricht für Parallelführung

Die geplante 380-kV-Freileitung Bertikow-Pasewalk hat eine Gesamtlänge von knapp 30 Kilometern, davon etwa 20 Kilometer im Leitungsabschnitt Brandenburg und 10 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. Die neue Leitung könnte weitgehend in der Trasse der heutigen 220-kV-Leitung zwischen dem Umspannwerk Bertikow (Brandenburg) und dem Umspannwerk Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) verlaufen. Abweichungen von der alten Trasse sind möglich, um Abstände zu Siedlungen zu erhöhen oder bestehende Belastungen für den Naturraum zu verringern. Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern ist der Startpunkt der Leitung, die dann Richtung Süden über die brandenburgische Grenze nach Bertikow bei Prenzlau geführt wird.

Bei der Trassenplanung beachtet 50Hertz das Bündelungsgebot: Raumordnungs- und Naturschutzrecht verlangen, möglichst wenig Naturraum zu belasten. Daher nutzt 50Hertz bei der Trassenplanung die schon bestehende Leitungstrasse.

Nach Inbetriebnahme der 380-kV-Freileitung und einem angemessenen Probebetriebszeitraum ist geplant, den 220-kV-Leitungsabschnitt an den Abschnitten, die parallel zur 380-kV-Leitung verlaufen, zurück zu bauen.

Genehmigungsverfahren

Bundesfachplanung: Antragskonferenz am 24. September 2014

Die Bundesnetzagentur (BNetzA)

als verfahrensführende Behörde hat am 24. September 2014 die Antragskonferenz zur Bundesfachplanung in der Stadthalle Torgelow durchgeführt. Die Antragskonferenz diente dazu, den Untersuchungsrahmen für den Antrag auf Bundesfachplanung (nach § 8 NABEG) zu bestimmen. 50Hertz hatte dafür

Unterlagen erstellt (Antrag auf Zulassung nach § 6 NABEG), die durch die Bundesnetzagentur veröffentlicht worden sind.

In einer Übersicht aller Trassenkorridorvarianten mit Bündelungspotenzialen hat 50Hertz die ermittelnden Möglichkeiten für einen Trassenkorridor zusammengestellt. Aus der Analyse vorhandener Raumplanungsdaten ließen sich drei grundsätzliche Verläufe in Bündelung mit vorhandenen Infrastrukturen identifizieren: mit der Autobahn im Osten, entlang der bestehenden Höchstspannungsleitung in der Mitte und entlang einer bestehenden 110-kV-Freileitung im Westen. Durch Kreuzungspunkte ergeben sich daraus insgesamt 13 Varianten für einen möglichen Vorhabenskorridor.

Die Antragskonferenz war der erste wichtige Schritt im Zulassungsverfahren. Auf der Konferenz wurden die ermittelten Varianten für einen Trassenkorridor erläutert und diskutiert. Unter Beteiligung aller relevanten regionalen Institutionen und der Öffentlichkeit legt die Bundesnetzagentur fest, welche Unterlagen 50Hertz für eine abschließende behördliche Beurteilung erarbeiten soll. Nach Erstellung der Antragsunterlagen nach § 8 NABEG erhalten Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, im Rahmen eines formalen Beteiligungsverfahrens noch einmal Einsicht in die finalen Planungsunterlagen zu nehmen und ihre Einwände und Anregungen zu äußern.

Zum Abschluss der Bundesfachplanung wird von der BNetzA ein raumverträglicher Korridor festgelegt, der in Abhängigkeit zu den örtlichen Gegebenheiten eine Breite von 500 bis 1.000 Meter hat. Der Verlauf des Korridors und der Länderübergabepunkt der Freileitung werden Bestandteil des Bundesnetzplans und sind somit verbindlich für das nachfolgende Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Eine Feintrassierung mit exakten Mastpositionierungen und Masthöhen erfolgt erst in der zweiten Stufe des Zulassungsverfahrens, dem Planfeststellungsverfahren, das im Anschluss an die Bundesfachplanung eingeleitet wird. In dieser Planungs- und Genehmigungsphase spielt die Beteiligung direkt betroffener Grundstückseigentümer eine besonders wichtige Rolle, da im Zuge der Feintrassierung Grundstücksbelastungen bzw. die temporäre oder längerfristige Inanspruchnahme von Grundstücken konkret betrachtet und bewertet werden.

Die Vorschriften, nach denen der Bau der Freileitung beantragt wird, sind unter anderem im Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) und im Bundesbedarfsplangesetz geregelt. Weitere Hinweise zum Verfahren finden Sie auf den Webseiten des NABEG und der Bundesfachplanung.

Karten und Verfahrensstand

Trassenkorridorvarianten mit Bündelungspotenzialen

Trassenkorridorvarianten mit Bündelungspotenzialen Vergrößern

Trassenkorridorfindung und -analyse

Trassenkorridorfindung und -analyse Vergrößern

Biotop- und Gebietsschutz

Biotop- und Gebietsschutz Vergrößern

Siedlung und Erholung

Siedlung und Erholung Vergrößern

Verfahrensstand

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