Status 380-kV-Freileitung Perleberg – Wolmirstedt

Bedarf und gesetzlicher Hintergrund

Leitung im Netzentwicklungsplan bestätigt

Die bestehende 220-kV-Leitung Wolmirstedt – Güstrow aus den 1950er Jahren genügt den Anforderungen an den Stromtransport nicht mehr. Durch den anhaltenden Zubau von Erneuerbaren-Energie-Anlagen, insbesondere den Ausbau der Windenergieanlagen On- und Offshore ist eine Erhöhung der Übertragungskapazität der Trasse notwendig. Sie dient der Übertragung des im Norden der 50Hertz-Regelzone erzeugten elektrischen Stroms aus Erneuerbaren-Energie-Anlagen und konventionellen Kraftwerken in den Süden Deutschlands.

Der Bedarf ergibt sich aus den Berechnungen des Netzentwicklungsplans (NEP) 2012, die Notwendigkeit des Ausbaus wurde im NEP 2013 (Szenario B) bestätigt: Die bestehende 220-kV-Leitung Wolmirstedt – Güstrow hat eine zu geringe Übertragungskapazität für die Anforderungen, die im kommenden Jahrzehnt zu erwarten sind. Durch die Einspeisungen von On- und Offshore-Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern und erhöhte Transitflüsse aus Dänemark wird diese Leitung stärker belastet. Aufgrund der Bauweise und Mast-Statik ist eine Umbeseilung – also ein Austausch der Leiterseile – mit leistungsstärkeren Hochtemperaturseilen nicht möglich. Allein das Gewicht von Hochtemperaturseilen ist mit der Statik der bestehenden Masten nicht vereinbar.

Zudem wird es notwendig, in den Abschnitt Perleberg – Güstrow eine neue Anlage, das Umspannwerk Parchim Süd einzubinden. Es dient zur Aufnahme von Onshore-Windenergie aus den unterlagerten Verteilungsnetzen in diese Leitung, die ebenfalls zur Höherbelastung der 220-kV-Leitung beiträgt.

Trassenverlauf

Bestehender Trassenkorridor wird genutzt

Für den Verlauf der geplanten 380-kV-Leitung Perleberg – Wolmirstedt soll größtenteils der vorhandene Trassenkorridor genutzt werden, auf dem die bestehende 220 kV-Leitung derzeit durch Brandenburg und Sachsen-Anhalt führt. Ausnahmen bilden die Teilstrecken Rochau bis Schinne und von Klein Möringen bis Groß Schwarzlosen. Hier verbleibt die Neubautrasse im Parallellauf zur 380-kV-Leitung Lubmin – Stendal West und Stendal West – Wolmirstedt. Die geplante Trasse wurde in drei Genehmigungsabschnitte unterteilt. Detailliertere Angaben sind während des Planfeststellungsverfahrens aus den öffentlich ausgelegten Unterlagen zu ersehen.

380-kV-Freileitung Perleberg – Stendal West – Wolmirstedt

Leitung Perleberg – Stendal West (Abschnitt Brandenburg)

Der Startpunkt der neuen 380-kV-Freileitung liegt im östlichen Stadtgebiet von Perleberg. Der Leitungslauf beginnt mit Mast Nr. 10 an der Kreuzung der vorhandenen 220-kV-Freileitung Wolmirstedt – Güstrow an der Bundesstraße 5 nahe Spiegelhagen. Auf der Trasse der 220-kV-Leitung soll die neue 380-kV-Freileitung an den Ortschaften Düpow und Plattenburg vorbei in den Perleberger Wald verlaufen. Durch den Wald bis zur Kreuzung der Landesgrenze Sachsen-Anhalt (Elbe) soll die neue Leitung in der bereits vorhandenen Schneise verlaufen. Deren Erweiterung wird nicht nötig. Zwischen Garsedow und Schadebeuster erreicht die 380-kV-Leitung die Elbe und damit die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Die Maste der erst vor wenigen Jahren sanierten Elbekreuzung werden, bis auf eine Anpassung der Mastköpfe, weiter verwendet werden.

Leitung Perleberg – Stendal West (Abschnitt Sachsen-Anhalt)

Bei Losenrade, westlich der Elbe, wird der Abstand zu einem Gehöft vergrößert, ansonsten wird die neue Leitung in Richtung Süden entlang der Alttrasse geführt, bis sie südöstlich von Seehausen auf die bestehende 380-kV-Freileitung Lubmin – Stendal West trifft. Damit die beiden 380-kV-Leitungen künftig ohne Überkreuzung parallel laufen können – statt sich wie bisher mit der 220-kV-Leitung zu kreuzen –, sollen sie hier für einen kurzen Abschnitt von fünf Masten viersystemig geführt werden.

Ab Biesehof verlaufen beide Leitungen weiter parallel, wobei die geplante 380-kV-Leitung Perleberg – Wolmirstedt erneut der 220-kV-Trasse folgt. Lediglich in den Abschnitten zwischen Rochau und Schinne sowie zwischen Klein Möringen bis zum UW Stendal West und von dort bis Groß Schwarzlosen verlässt die neue 380-kV-Leitung die vorhandene 220-kV-Trasse, um durchgängig parallel zur bestehenden 380-kV-Leitung Lubmin – Stendal West geführt zu werden. Ab Klein Möringen soll hierfür aus technischen Gründen ein viersystemiger Abschnitt gebaut werden, der ins Umspannwerk Stendal West mündet.

Leitung Stendal West – Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt)

Der dritte Abschnitt beginnt auf der Südseite des Umspannwerkes Stendal West in der Gemarkung Insel. Die geplante 380-kV-Leitung soll dabei auf der Ostseite der vorhandenen 380-kV-Freileitung Stendal West-Wolmirstedt in südöstliche Richtung verlaufen. Ab dem östlichen Ortsrand von Groß Schwarzlosen kann die Neubauleitung wieder auf der Trasse der bestehenden 220-kV-Freileitung verlaufen. Im Raum Uchtdorf trennen sich wiederum die Trassen der 220-kV-Leitung Wolmirstedt – Güstrow und der 380-kV-Freileitung Stendal West – Wolmirstedt. Die Neubauleitung soll in der Bündelung mit der 380-kV-Freileitung Stendal West – Wolmirstedt verbleiben und mit dieser nach Südwesten schwenken.
Endpunkt der neuen Freileitung ist das Umspannwerk Wolmirstedt.

Projektstatus

Alle drei Planfeststellungsverfahren sind eröffnet

Für die drei Genehmigungsabschnitte der geplanten 380-kV-Leitung Perleberg – Wolmirstedt gibt es jeweils eigene, landesspezifische Planfeststellungsverfahren. Normalerweise geht dem Planfeststellungsverfahren ein Raumordnungsverfahren voraus. Im Fall des Ersatzneubaus 380-kV-Freileitung Perleberg – Wolmirstedt wurde darauf verzichtet, da es sich auf weiten Strecken nahezu um einen trassengleichen Ersatzneubau in einer Bestandstrasse handelt.

Brandenburg:

In Brandenburg ist das Planfeststellungsverfahren mit der Auslegung der Unterlagen eröffnet. Die Planungsunterlagen lagen in der Zeit vom 3. März bis 4. April 2014 in den Diensträumen der Stadt Perleberg, der Stadt Wittenberge, im Amt Bad Wilsnack/Weisen und der Gemeinde Plattenburg zur Einsichtnahme für jedermann aus.

Zuständige Behörde ist das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe – LBGR Cottbus.

Sachsen-Anhalt:

Für die Leitungsabschnitte in Sachsen-Anhalt verläuft das Genehmigungsverfahren in zwei Abschnitten. In Sachsen-Anhalt ist das Landesverwaltungsamt Halle zuständig.

Für den Abschnitt Stendal – Wolmirstedt erfolgt die öffentliche Auslegung der Planfeststellungsunterlagen zwischen dem 4. März 2015 und dem 7. April 2015 in den Städten Stendal, Wolmirstedt, Tangerhütte und der VG Elbe-Heide, Rogätz.

Die Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt Perleberg – Stendal West lagen im Zeitraum vom 21. Oktober bis 20. November 2014 in Stendal und der Gemeinde Bismark aus.

Nachdem die Unterlagen öffentlich ausgelegt wurden und die verfahrensführenden Behörden die eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen der Betroffenen geprüft haben, werden – die Genehmigungsfähigkeit vorausgesetzt – voraussichtlich 2015 die Planfeststellungsbeschlüsse erwartet.

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