Status 380-kV-Kabeldiagonale Berlin

Bedarf

Schon heute durchquert eine Kabeldiagonale mit einer Spannung von 380 Kilovolt (kV) Berlin von Spandau über Mitte nach Marzahn. Sie ist die zentrale Schlagader, um die Hauptstadt mit Elektrizität zu versorgen. Zunehmend wichtiger wird die Leitung aber auch für die regionale Durchleitung von Strom.

Mit zunehmender Erzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg steigt die Auslastung der Leitung weiter. Zudem sind die älteren Abschnitte im westlichen Teil der Kabeldiagonale zunehmend sanierungsbedürftig.

All das macht eine Erneuerung und Verstärkung der vorhandenen Kabeldiagonale erforderlich. Teile der Kabeldiagonale im Osten sind bereits erneuert. Bis ins kommende Jahrzehnt soll ein weiterer, neu gebauter Teilabschnitt der 380-kV-Kabeldiagonale Berlin in Betrieb gehen.

Verlauf 380-kV-Kabeldiagonale Verlauf 380-kV-Kabeldiagonale

Trassenverlauf

Der für die Modernisierung vorgesehene rund sieben Kilometer lange Teilabschnitt verläuft vom Ende der bestehenden Freileitung über das Umspannwerk (UW) Charlottenburg in der Darwinstraße bis zum UW Mitte in der Bissingenzeile nahe Gleisdreieck. Die 380-kV-Kabeldiagonale als Ganzes verläuft auf rund 23 Kilometern zumeist unterirdisch vom UW Teufelsbruch im Westen bis zum UW Marzahn im Osten der Stadt. Umspannwerke entlang der Strecke verringern die Leitungsspannung auf 110 kV und bringen den Strom in das angeschlossene Berliner Verteilnetz.

Derzeit fließt der Strom im zu modernisierenden Leitungsabschnitt durch sogenannte Einleiter-Ölkabel-Systeme in erdverlegten Rohren. Durch die Rohre strömendes Wasser kühlt die Kabel. Diese Technik hat sich grundsätzlich bewährt, allerdings genügt die Leitungskapazität nicht mehr den erhöhten Anforderungen. Aufgrund der steigenden Belastungen mit entsprechend hoher Wärmeentwicklung hat die Störanfälligkeit zugenommen.

Für den Neubau wird 50Hertz zwischen den beiden Umspannwerken Charlottenburg und Mitte zwei neue Kabelsysteme in einem begehbaren und damit wartungsfreundlichen Tunnel verlegen. Die Stromtragfähigkeit soll von derzeit 1.600 auf 2.500 Ampere steigen. Dazu werden moderne, kunststoffisolierte Hochleistungskabel eingesetzt.

Tunnelbau

Der neue Teil der 380-kV-Kabeldiagonale Berlin soll in einem Tunnel verlaufen. Der Tunnel mit einem Innendurchmesser von drei Metern soll zwischen 20 bis 30 Meter tief unter der Oberfläche verlaufen. Der Bau erfolgt – wie weltweit erfolgreich im Einsatz – unterirdisch mit einer Tunnelbohrmaschine. Hinter dem Bohrer wird die Tunnelröhre mit Wandelementen aus Beton (Tübbingen) ausgekleidet.

Von außen sichtbar sind einzig vier Schachtbauwerke entlang der Strecke. Eine eingebaute Tunnelbahn erlaubt einfache Inspektion und Wartung. Sie transportiert auch Material oder im Falle eines Unfalls verletzte Personen.

Zwei ähnliche Tunnel sind im Ostteil der Kabeldiagonale zwischen den Umspannwerken Mitte und Friedrichshain sowie zwischen Friedrichshain und Marzahn seit 1998 bzw. 2000 erfolgreich in Betrieb. Das Konzept der innerstädtischen Kabelverlegung in einem Tunnel hat sich sehr bewährt. Ein Tunnel schützt das Berliner Stadtbild, schirmt elektrische Felder zuverlässig ab und ermöglicht Betrieb und Wartung ohne Auswirkungen auf den Straßenverkehr.

Genehmigungsverfahren

Für die Berliner 380-kV-Kabeldiagonale holt der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz derzeit eine Vielzahl von Einzelgenehmigungen bei Bundes- und Landes Behörden sowie bei den zuständigen Berliner Bezirksämtern ein. Dazu gehören Genehmigungen nach einschlägigen Fachgesetzen. Wasserrechtliche Bedingungen werden genauso geprüft wie der Schutz der Natur und die Einhaltung des Wegerechts.

Im ersten Schritt hat 50Hertz in Abstimmung mit den zuständigen Behörden intensiv den Baugrund entlang der geplanten Tunnelstrecke untersucht.

Die Genehmigung erfolgt, nachdem alle Bauabschnitte erfasst und analysiert wurden. Der eigentliche Tunnelbau soll zwischen 2022 und Ende 2024 erfolgen. Danach folgen zwei Jahre Kabeleinbau. Inbetriebnahme und Integration der neuen Kabelanlage in den Netzverbund sind zwischen 2026 und 2028 geplant.

Ansprechpartner 380-kV-Kabeldiagonale Berlin

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Axel Happe

Öffentlichkeitsbeteiligung

Axel Happe
Tel: +49 30 5150-3414
Fax: +49 30 5150-3112
E-Mail: axel.happe@50hertz.com

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