Status Netzanschluss Jessen/Nord

Bedarf und gesetzlicher Hintergrund

Im Großraum Falkenberg-Herzberg-Jessen, im östlichen Sachsen-Anhalt, entstehen zahlreiche Windparks. Diese Region weist besonders gute Voraussetzungen für die Windenergieerzeugung auf. Insgesamt vergrößert sich die Gesamtfläche der Windeignungsgebiete um ca. 50 Prozent. Der Transport des in den Windparks erzeugten Stroms erfordert die Verstärkung bestehender sowie den Bau neuer Leitungen und Umspannwerke.

Der Standort Jessen/Nord hat sich nach sorgfältiger Prüfung durch 50Hertz und den Verteilnetzbetreiber MITNETZ STROM, gemäß ihrer Verpflichtung zum unverzüglichen und vorrangigen Anschluss von erneuerbaren Energie-Anlagen (EEG-Anlagen), als wirtschaftlich und technisch optimal erwiesen. Östlich der Stadt Jessen bauen 50Hertz und MITNETZ gemeinsam eine neue Schnittstelle zwischen dem Übertragungs- und Verteilnetz. Das Umspannwerk fügt sich sehr gut in die bestehende Infrastruktur ein, was sich positiv auf Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild auswirkt.

Das neue Umspannwerk wird an die 380-kV-Leitung Ragow-Lauchstädt zwischen der Ortschaft Großkorga und dem Flussverlauf Schwarze Elster angeschlossen. Die Planung der Leitungseinbindung sieht hierfür die Demontage von sechs bestehenden und die Errichtung von sieben neuen Freileitungsmasten vor.

Genehmigungsverfahren

Umspannwerk

Die Genehmigung und der Bau von Umspannwerken unterliegen dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und unterscheiden sich dadurch vom Genehmigungsverfahren einer 380-kV-Freileitung.

Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung nach BImSchG für den Neubau einer 380/110-kV-Freiluftschaltanlage wurde am 14. November 2013 gestellt. Der zuständige Landkreis Wittenberg, Fachdienst Umwelt, hat die Genehmigung und somit das Baurecht für das Vorhaben am 5. September 2014 erteilt.

Freileitung

Der ausgewählte Standort eignet sich optimal für die Errichtung einer 380-kV-Freileitung, dadurch beeinträchtigen die Baumaßnahmen keine Naturschutzgebiete oder andere ökologisch wertvollen Flächen.

Im Januar 2015 hat 50Hertz die Antragsunterlagen für die 380-kV-Freileitung beim Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt eingereicht. Nach sorgfältiger Prüfung der Unterlagen hat die Behörde einen Verzicht auf die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens für die 380-kV-Freileitung beschlossen und den eingereichten Plan bestätigt.

Aufgrund des Einvernehmens mit den lokalen Trägern öffentlicher Belange (TÖB) und Grundstückseigentümern konnte das Landesverwaltungsamt den von 50Hertz erarbeiteten Trassenkorridor bestätigen.

Seit Ende Januar 2015 besteht das Baurecht für den 380-kV-Netzanschluss.

 

Trassenverlauf

Die bestehende 380-kV-Leitung Ragow–Lauchstädt verläuft im Bereich der Umspannwerkbaustelle in südwestlicher Richtung. Zwei neue Wickelpunkte (Abspannmaste) werden die Einbindung des Umspannwerks ermöglichen.

Bau und Betrieb

Umspannwerk

Seit September 2014 entsteht das neue Umspannwerk. Die Fundamente für Transformatoren, alle Einzelfundamente, die Stahlkonstruktionen sowie das Betriebsgebäude wurden bereits errichtet. Am 5. Mai 2015 wurde der erste Transformator im Umspannwerk aufgestellt und angeschlossen. Der zweite 380/110-kV-Transformator hat ebenfalls seinen Platz im Umspannwerk eingenommen. Auf der Umspannwerk-Baustelle laufen aktuell die Abschlussarbeiten.  


Im Normalbetrieb wird das Umspannwerk komplett durch das Regionalzentrum Ost ferngesteuert und fernüberwacht. Die 50Hertz-Mitarbeiter warten und prüfen die Anlage und die Geräte regelmäßig vor Ort.

Freileitung

Die Bauarbeiten an dem Leitungsabschnitt begannen im Juli 2015. Die Standorte für die Maste wurden von Anfang Juli 2015 bis Ende September 2015 vorbereitet. Im selben Zeitraum erfolgten die Vorbereitungen der Fundamente sowie die Vormontage der Mastkonstruktionen. Für März 2016 bis April 2016 sind die Seilzugarbeiten vorgesehen.


Die Inbetriebnahme des Leitungsabschnittes und des Umspannwerks erfolgt voraussichtlich im April 2016. Im Anschluss werden die alten Maste demontiert.

Ansprechpartner

Haben Sie Fragen zum Projekt Netzanschluss Umspannwerk Jessen/Nord? Melden Sie sich bei:
Dr. Dirk Manthey

Öffentlichkeitsbeteiligung

Dr. Dirk Manthey
Tel: +49 30 5150-3419
Fax: +49 30 5150-3112
E-Mail: dirk.manthey@50hertz.com

Übersichtskarten

Übersichtskarte Netzanschluss Jessen/Nord

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