Die Detailplanung im Planfeststellungsverfahren

Mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens begann die wirkliche Feinarbeit, um die verschiedenen Schutzinteressen in der Leitungsplanung berücksichtigen zu können. Auf Basis der ersten Trassenplanung wurde dabei die Trassierung an insgesamt 13 Orten angepasst, um den örtlichen Interessen Rechnung zu tragen. So wurde zum Beispiel in Heinersdorf die Trassenführung nach Hinweisen von Einwohnern auf die ortsabgewandte Seite des vorhandenen Windparks verlegt.

Das Planfeststellungsverfahren sucht diese Optimierung der Trassenplanung durch die Beteiligung sogenannter Träger öffentlicher Belange, wie den Naturschutzbehörden, herzustellen. Dabei versucht die Planung sowohl die Schutzrechte der Menschen wie die Schutzrechte der Naturräume gegeneinander abzuwägen. Dabei achtet die Planfeststellungsbehörde darauf (in Brandenburg ist das das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR)), dass alle von dem Bauvorhaben betroffenen Grundstückseigentümer dazu gehört und ihre Einwendungen berücksichtigt und abgewogen werden.

Der Suchkorridor hat eine Breite von 500 Metern, die spätere Freileitungstrasse wird aber in der Regel nur rund 70 Meter breit sein. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, Siedlungen, Naturräume und Landschaftsbild möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Ausbau ist auch Rückbau: geplante Ausgleichsmaßnahmen

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden bei einer Infrastrukturmaßnahme immer dann notwendig, wenn in Naturraum eingegriffen wird. Müssen für eine Trassenführung Bäume an einer Stelle gefällt werden, so muss der Vorhabenträger dafür an anderer Stelle Ersatz schaffen.

50Hertz plant für die Uckermarkleitung derzeit rund 70 dieser Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Sie sind Teil des Planfeststellungsantrags. Zusätzlich kann das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) als Planfeststellungsbehörde weitere Auflagen im späteren Planfeststellungsbeschluss erlassen.

Die Karte gibt Auskunft über die Standorte dieser Maßnahmen und deren Charakter. Vier Arten lassen sich grob unterscheiden: Da sind zunächst Garten- und Landschaftsbaumaßnahmen, bei denen zum Beispiel Streuobstwiesen angelegt werden. Bei Waldumbau und Wiederaufforstungen geht es darum, für unvermeidliche Eingriffe in den Waldbestand angemessenen Ersatz zu schaffen. Häufig werden Monokulturen durch Mischwald ersetzt. Drittens gibt es Maßnahmen zur Entsiegelung, bei denen z. B. alte Bauwerke abgebrochen werden und somit Boden als Naturraum zurückgewonnen wird. Viertens werden bestehende Freileitungen zurückgebaut und damit eine Entlastung des Landschaftsbildes erreicht. Bei der Uckermarkleitung mit einer Länge von 115 Kilometern werden u.a. rund 110 Kilometer einer bestehenden 220-kV-Leitung im Gegenzug verschwinden.

Dokumentation: Machbarkeitsstudie zur Erdverkabelung in Eberswalde

Die Trasse der bestehenden 220-kV-Freileitung führt bereits heute in Finow-Ost und dem Brandenburgischen Viertel in Eberswalde relativ nah an Wohnbebauung heran. Die neue Uckermarkleitung mit 380-kV soll im Wesentlichen in dieser bestehenden Trasse gebaut werden. Davon wird nur geringfügig im Bereich der beiden Wohngebiete abgewichen, um einen größeren Abstand zwischen Trasse und Bebauung zu erreichen.

Die Abbildung zeigt die schematische Zeichnung eines Querschnitts durch das Grabenprofil einer Kabeltrasse für die westliche Variante (Variante 2). Bei der westlichen Variante müsste eine 110-kV-Leitung aus dem Verteilnetz mitgenommen werden (in der Mitte). Ohne seitliche Baustraße und Baufeld ist die Trasse rund 16 Meter breit. Ebenfalls nicht dargestellt sind die notwendigen Muffen- und Übergabebauwerke. Die Abbildung zeigt die schematische Zeichnung eines Querschnitts durch das Grabenprofil einer Kabeltrasse für die westliche Variante (Variante 2). Bei der westlichen Variante müsste eine 110-kV-Leitung aus dem Verteilnetz mitgenommen werden (in der Mitte). Ohne seitliche Baustraße und Baufeld ist die Trasse rund 16 Meter breit. Ebenfalls nicht dargestellt sind die notwendigen Muffen- und Übergabebauwerke.
Nach Gesprächen mit der Stadt Eberswalde erklärte sich 50Hertz 2011 bereit, auf einer zwei Kilometer langen Strecke die Bedingungen für eine alternative Ausführung als Erdverkabelung zu untersuchen. Angesichts der vorliegenden Rechtslage und dem Ergebnis der Machbarkeitsuntersuchung entschied sich 50Hertz dann im Februar 2012 an der geplanten Freileitungslösung festzuhalten. 50Hertz dokumentiert hier die im April und August 2011 vorgelegten Untersuchungen der CONSULECTRA Unternehmensberatung aus Düsseldorf.

50Hertz ist sich bewusst, dass die veröffentlichten Dokumente nicht allgemein verständlich sind. Im Sinne der gewünschten Transparenz haben wir uns dennoch zur Veröffentlichung entschieden. Zum besseren Verständnis weisen wir darauf hin, dass zwei Trassenvarianten von jeweils rund zwei Kilometer Länge untersucht worden sind. In den Dokumenten wird die östliche Variante häufiger als Variante 1 bezeichnet, während die westliche Lösung als Variante 2 geführt wird. In der Studie wird zusätzlich eine mögliche Verlängerung der Kabeltrasse über zwei Kilometer hinaus thematisiert. Diese Option bezieht sich ausschließlich auf die westliche Trassenvariante und wird in den Dokumenten stellenweise als Variante 3 bezeichnet.

Die Machbarkeitsstudie zeigt exemplarisch einige technische und topografische Fragen, die bei einer Kabeltrasse zu lösen sind. So wird die Querung des Finowkanals als technische Herausforderung sehr deutlich. Gleiches gilt für die Schwierigkeit, die durch Altlasten auf alten Gewerbeflächen oder die Aschedeponie nördlich des Finow-Kanals entsteht. Unter dem Strich brachte die Machbarkeitsstudie keine Problemlösung, sondern machte nur eine Problemverlagerung sichtbar.

Weitere Hinweise zur planerischen Beurteilung der Verkabelungslösung finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 7. März 2012. Im Zusammenhang mit Verkabelungslösungen werden oftmals die Kosten intensiv diskutiert. 50Hertz weist darum darauf hin, dass die deutlich höheren Kosten der Verkabelung am Ende nicht ausschlaggebend für die Freileitungslösung waren. Für eine Genehmigung anfallender Investitionskosten durch die Bundesnetzagentur würde Kosteneffizienz allerdings in die Bewertung einfließen. Zum Vergleich: für einen Kilometer Freileitung fallen gewöhnlich Kosten von rund einer Million Euro an.

Karten

Zwischenverkabelung Eberswalde östliche Variante

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Zwischenverkabelung Eberswalde westliche Variante

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