Status Uckermarkleitung

Bedarf

Uckermarkleitung im EnLAG

Schon die Netzstudie dena 1 aus dem Jahr 2005 stellte für Deutschland einen Netzausbaubedarf von 850 Trassenkilometern fest. Ein Bedarf, der bis 2015 realisiert werden soll, bislang aber nur sehr schleppend realisiert werden konnte. 2009 verabschiedete der Bundestag dann das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG). Das Gesetz stellt für 24 Netzprojekte mit 380 kV einen vordringlichen Bedarf fest. Darunter ist auch die Uckermarkleitung.

Brandenburg gehört zu den bevorzugten Standorten in Deutschland für die Produktion regenerativer Energien, vor allem Windkraft. 2009 waren hier 4.155 MW installierte Windkraftleistung vorhanden. Die Wertschöpfung durch regenerative Energien in Brandenburg betrug 2010 rund 600 Millionen Euro. 2030 sollen es schon 1,2 Milliarden Euro sein. Dadurch soll auch die Zahl der Beschäftigten im Bereich Erneuerbare Energien von knapp 12.000 im Jahr 2010 auf über 19.000 im Jahr 2030 wachsen.

Trassenverlauf

Die geplante Trasse von Bertikow nach Neuenhagen

Drei Umspannwerke wird die Uckermarkleitung miteinander verbinden. Von Bertikow bei Prenzlau im Norden verläuft die Leitung zunächst südöstlich Richtung Schwedt und von dort weiter im Bogen südwestlich Richtung Angermünde. Hier wird sie entlang der bestehenden Trasse einer 110-kV-Leitung durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin geführt. Von Golzow an verläuft die Trasse dann südlich über Eberswalde und Bernau zum Umspannwerk in Neuenhagen.

Bei einer Gesamtlänge von 115 Kilometern verläuft die Trasse über 102 Kilometer parallel zu bestehenden Freileitungen. Fünf Kilometer folgt die Trassenführung einer Bahnlinie. Damit folgt sie in hohem Maße dem Prinzip, Infrastruktureinrichtungen möglichst auf gebündelten Trassen und in vorbelasteten Räumen zu errichten.
Im Laufe des Verfahrens wurden eine ganze Reihe von Trassenalternativen diskutiert, die aber alle unterschiedliche Schwächen aufweisen. Unter anderem werden durch die anderen Varianten auf längeren Abschnitten eher wertvolle Schutzgebiete betroffen bzw. bislang unbelastete Landschaftsräume in Anspruch genommen als durch die dann im Raumordnungsverfahren ermittelte Trasse, die jetzt im Planfeststellungsverfahren durch die Detailplanung realisiert wird.

Genehmigungsverfahren

Der Planfeststellungsbeschluss wurde vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe im Juli 2014 erteilt. Am 21. Januar 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Planfeststellungsbeschluss für die Uckermarkleitung für rechtswidrig erklärt. Das Gericht sieht Nachbesserungsbedarf beim Vogelschutz. 50Hertz wird weitere Untersuchungen durchführen und im Anschluss die Planunterlagen erneut zur Genehmigung einreichen.

Mit dem Scoping-Termin (Abstimmung des Untersuchungsrahmens) im Januar 2008 begannen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus. Im gleichen Jahr wurden Studien zum Naturschutz durchgeführt. So wurde untersucht, ob Populationen von Vögeln, Fledermäusen und Amphibien durch das Bauvorhaben beeinträchtigt werden könnten. Untersuchungen zur Waldvegetation fanden ebenfalls statt. 2009 folgten die Umweltverträglichkeitsstudie II, der Landschaftspflegerische Begleitplan und FFH-Verträglichkeitsstudien sowie ein Gutachten zu Schallpegelberechnungen über mögliche Beeinträchtigungen durch Geräusche. Im Juni 2009 wurden dann alle Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingereicht und das Verfahren im Juni 2010 eröffnet. Im August/September 2010 lagen die gesamten Planfeststellungsunterlagen in den betroffenen Kommunen zur Einsichtnahme aus.

Um einen geeigneten Raumkorridor für die Uckermarkleitung zu finden, ging dem Planfeststellungsverfahren ein Raumordnungsverfahren voraus. Es begann 2006 mit der Antragskonferenz. Dabei werden die Behörden und Öffentlichkeit über die Trassenvarianten informiert und Einwände berücksichtigt. In diesem Zeitraum fanden auch die ersten Untersuchungen statt, ob der Trassenverlauf geeignet ist, unnötige Belastungen mit elektrischen und magnetischen Feldern zu vermeiden. Ende 2007 wurde das Raumordnungsverfahren mit der Landesplanerischen Beurteilung durch die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg abgeschlossen.

Karten und Verfahrensstand

Anpassung der Trassierung seit 2007

Anpassung der Trassierung seit 2007 Vergrößern