Seekabel

Bis zu 120 Kilometern sind die geplanten Offshore-Windparks in der Ostsee von den nächstgelegenen Netzanschlusspunkten an der Küste entfernt. 150-kV-Seekabel (Baltic 1 und 2) beziehungsweise 220-kV-Seekabel (Ostwind 1) transportieren den auf hoher See erzeugten Strom an Land, wo er in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist wird.
Offshore Seekabel Offshore Seekabel

Von der Plattform auf See ins Umspannwerk an Land

Den Anfang der Seekabeltrasse macht das Offshore-Umspannwerk: die Plattform auf hoher See fungiert als Anschlusspunkt des Windparks. Die Windkraftanlagen sind in der Regel über 33-kV-Leitungen mit der Plattform verbunden. Ein Netztransformator bringt diese Spannung auf eine Ebene von gewöhnlich 150 beziehungsweise 220 kV. Diese Spannungsebene ermöglicht einen verlustoptimierten Transport der elektrischen Energie an Land.

Herstellung und Legung eines Seekabels

Die Kabel sind so genannte Dreileiterkabel. Jeder Einzelleiter besteht aus dem eigentlichen Kupferleiter, der inneren und äußeren Leitschicht zur Steuerung der Felder sowie einer Hochspannungsisolierung aus vernetztem Polyethylen (VPE). Zur Datenübertragung von Mess- und Steuersignalen ist im Seekabel ein Glasfaserkabel integriert. Umhüllt wird der Kabelkern von verzinkten Stahldrähten zum Schutz gegen mechanische Schäden, wie zum Beispiel Schiffsanker. Die Seekabel werden für jede Verbindung individuell berechnet und angepasst. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 27 cm und wiegen rund 100 kg pro Meter.

Wind, Wetter und Wellen – Herausforderungen auf Hoher See

Die Verlegung der Kabel im Meeresgrund stellt eine große Herausforderung dar. Die Kabel werden zunächst beim Hersteller auf große Kabeltrommeln aufgerollt, auf ein Kabellegeschiff verladen und auf die hohe See hinausgebracht. In Küstennähe wird das Kabel vom Schiff aus an Land gezogen. Schwimmkörper halten das Kabel für den Verlegevorgang an der Wasseroberfläche, damit es durch Steine und Unebenheiten auf dem Meeresboden nicht beschädigt wird.

Ist das Kabel mit dem Verbindungspunkt an Land verknüpft, werden die Schwimmkörper entfernt: Das Kabel sinkt langsam auf den Meeresgrund. Das Schiff fährt nun hinaus, das Kabel rollt sich von der Rolle ab und legt sich auf den Meeresboden. Das Kabelende wird mittels einer Muffe mit dem Kabelende der nächsten Kabellänge verbunden.

Je nach Beschaffenheit des Meeresbodens gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Legemethoden und Werkzeuge. Während zum Beispiel bei hartem und steinigem Meeresboden eher pflugähnliche Werkzeugschlitten zum Einsatz kommen, sind die Verhältnisse bei Sandboden sehr viel einfacher. Hier fährt ein Unterwasser-Spülschlitten über das gesamte Kabel und schafft eine metertiefe Rinne. Das Kabel sinkt in die Rinne und wird durch die Strömung auf dem Meeresboden eingeschlossen.

Im letzten Schritt wird das Kabelende mit dem Transformator auf der Plattform verbunden. Das Kabel ist nun bereit für die Energieübertragung des in den Windkrafträdern erzeugten Stroms.

Kabellegeschiff auf der Ostsee An Bord des Spezialschiffes warten Kilometer Seekabel auf das Legen in den Ostseegrund

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