Ein sicheres Drehkreuz im Herzen Europas

Die Energiepolitik hat in den letzten Jahren tief greifende Veränderungen erlebt. Die erneuerbaren Energien werden in Zukunft einen immer stärkeren Anteil an der Energieerzeugung haben. In der Energiestrategie der Bundesregierung sind eine Reihe von Zielen festgeschrieben:

  • Bis 2020 sollen in Deutschland 35 Prozent der Stromversorgung aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden.
  • Im Jahr 2050 soll der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch 60 Prozent betragen - am Stromverbrauch sogar 80 Prozent.
  • Die Offshore-Windenergie soll bis 2030 auf 25 GW ausgebaut werden.

Der Netzausbau ist und bleibt dabei von zentraler Bedeutung, um dieses Ziel zu erreichen. Denn durch die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien werden neue Anforderungen an die Elektrizitätsnetze gestellt. Wurde Strom bisher verbrauchernah erzeugt, so muss er heute und in Zukunft weiter zunehmend aus erzeugungsstarken, aber verbrauchsschwachen Regionen über lange Wege in die Verbrauchszentren transportiert werden. Der Netzausbau ist deshalb vor allem zum Abtransport von Windstrom aus windintensiven Gebieten (z. B. der norddeutschen Tiefebene) in die Verbrauchszentren in Mittel- und Süddeutschland erforderlich.

Wichtige Bundesgesetze zum Netzausbau

Die Ausbauziele für die regenerativen Energiequellen können nur erreicht werden, wenn die dezentrale Erzeugung durch den Ausbau der Netze in die Versorgungsstrukturen integriert werden können. Bereits mit den beiden Netzstudien der Deutschen Energie-Agentur (dena) von 2005 und 2010 untermauerten den notwendigen Netzausbau.

2009 verabschiedete der Bundestag dann das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG), 2011 das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG). Beide Gesetze sorgen mit einer Reihe von Verfahrensänderungen für eine Beschleunigung der notwendigen Genehmigungsverfahren.

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) regelt außerdem, dass 50Hertz zusammen mit den drei anderen deutschen Übertragungsnetzbetreibern TenneT TSO, Amprion und TransnetBW jährlich einen Netzentwicklungsplan erarbeitet. Im Juni 2012 wurde dieser erstmalig der zuständigen Bundesnetzagentur vorgelegt. Die darin enthaltenen langfristigen Netzplanungen bilden nach behördlicher Prüfung und Billigung durch den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung dann den Bundesbedarfsplan für den Ausbau des Übertragungsnetzes in Deutschland und werden kontinuierlich fortgeschrieben.

Mastbau am 2. Abschnitt der Südwest-Kuppelleitung in Thüringen. Das auch als Thüringer Strombrücke bekannte Leitungsbauprojekt ist eines der 24 EnLAG-Projekte und erhielt 2012 den Planfeststellungsbeschluss. Mastbau am 2. Abschnitt der Südwest-Kuppelleitung in Thüringen. Das auch als Thüringer Strombrücke bekannte Leitungsbauprojekt ist eines der 24 EnLAG-Projekte und erhielt 2012 den Planfeststellungsbeschluss.

Lückenschluss der Stromnetze

Auf Grundlage der gesetzlichen Erfordernisse verfolgt 50Hertz das Ziel, den kompletten aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom jederzeit aufzunehmen und zu transportieren. Dabei stellt das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands – das in unserem Zuständigkeitsbereich liegt – als Folge der deutschen Teilung eine historische Besonderheit dar: Es existierten lange Zeit nur drei, nach Inbetriebnahme der Windsammelschiene im Dezember 2012 jetzt vier Verbindungen zwischen den Netzen der neuen und der alten Bundesländer. Vor diesem Hintergrund arbeitet 50Hertz weiter am Lückenschluss der Stromnetze zwischen Ost und West, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft jederzeit zu gewährleisten.