50Hertz Energiewende Outlook 2035

„Wie könnte die Stromversorgung im Jahr 2035 aussehen – und welches Netz brauchen wir dafür?“ Diese Leitfrage steht im Fokus des 50Hertz Energiewende Outlooks 2035. Die Studie identifiziert Gründe für den Bedarf an Netzverstärkungen sowie Wahl- und Entscheidungsoptionen für Gesellschaft und Politik. Sie wurde im Auftrag von 50Hertz von einem Konsortium bestehend aus E-Bridge Consulting GmbH, Prognos AG, dem Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen (IAEW) sowie der FGH GmbH durchgeführt und am 1. Juli 2016 in Berlin vorgestellt.

 

 

Zusammenfassung

Entwicklungspfade der Energiewende und deren Folgen

  • Der Netzausbau bei 50Hertz kann überwiegend durch Verstärkung und Erweiterung bestehender Leitungen erfolgen.
  • Die bisherige Netzentwicklungsplanung des Übertragungsnetzes von 50Hertz ist robust für ein breites Spektrum an Szenarien. 
  • In manchen Szenarien entsteht darüber hinaus langfristig Bedarf für zusätzliche Netzausbaumaßnahmen. In einer prosumerorientierten Energiewende fallen diese am geringsten aus. 
  • Um eine prosumerorientierte Energiewende wahrscheinlich werden zu lassen, sind signifikante Kostendegressionen bei PV-Anlagen und Kleinspeichern notwendig. Zudem sind die hierdurch in den Verteilnetzen anfallenden Investitionen zu untersuchen.
  • Der im Vergleich der Szenarien höchste Leitungsausbau im Übertragungsnetz wird in dem Szenario einer wettbewerblichen Energiewende mit hoher Leistung an Windkraftanlagen erforderlich.
  • In den kommenden Jahren fällt in allen Szenarien ein ähnlicher Ausbaubedarf in den Übertragungsnetzen an.

Präsentation: 50Hertz Energiewende Outlook 2035

Energiewende Outlook 2035

Präsentation des Pressegesprächs am 1. Juli 2016 in Berlin: Entwicklungspfade der Energiewende und deren Folgen

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Die Energiewende ist in vollem Gange, der weitere Entwicklungspfad ist jedoch ungewiss.

Deutschland befindet sich mitten im Prozess der Energiewende; bereits heute werden bundesweit mehr als 30 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien erzeugt, in der 50Hertz-Regelzone waren es 2015 schon 49 Prozent. Der weitere Entwicklungspfad der Energiewende ist jedoch ungewiss.

50Hertz versteht sich als Dienstleister der Gesellschaft wenn es um die Energiewende geht.

50Hertz ist es wichtig, nur dann Netze auszubauen, wenn sie für die Energiewende notwendig sind. Gleichzeitig ist 50Hertz verantwortlich für die Sicherheit des elektrischen Systems und muss deshalb ein Netz schaffen, das auch dann sicher betrieben werden kann, wenn sich die Energiewende anders entwickelt, als derzeit vom Gesetzgeber vorgesehen. Aus diesem Grund hat 50Hertz einen Blick in die Zukunft gewagt und im Energiewende Outlook 2035 sehr unterschiedliche Szenarien für die Entwicklung der Energiewende untersuchen lassen. Gemeinsam mit den Partnern E-Bridge, Prognos, der RWTH Aachen sowie der FGH wurden fünf breit gefächerte Entwicklungspfade betrachtet.

Die untersuchten möglichen Entwicklungspfade der Energiewende bilden ein breites Spektrum ab.

Im 50Hertz Energiewende Outlook 2035 werden fünf Szenarien der Energiewende entwickelt, die allesamt nicht unrealistisch sind:

  • Szenario „prosumerorientierte Energiewende“ - bildet eine Welt mit einer hohen Anzahl an Kleinspeichern, häufig kombiniert mit PV-Anlagen, ab
  • Szenario „Energiewende gemäß EEG-Pfad“ beschreibt den heutigen Entwicklungspfad, in dem die politischen Ziele durch die Kombination unterschiedlicher Technologien erreicht werden. 
  • Szenario „wettbewerbliche Energiewende“ simuliert die Auswirkungen von technologieneutralen Ausschreibungsverfahren, die möglicherweise zu einer stärkeren Priorisierung von Anlagen an ertragreichen Standorten führen. 
  • Szenario „verzögerte Energiewende“ - politische Ziele werden nur verzögert umgesetzt
  • Szenario „unvollständige Energiewende“- mangelnde Akzeptanz verhindert die Erreichung von politischen Zielen

Abschlussbericht: 50Hertz Energiewende Outlook 2035

Abschlussbericht: 50Hertz Energiewende Outlook 2035

Abschlussbericht
Entwicklungspfade der Energiewende und deren Folgen

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Die Marktmodellierung zeigt: Während sich der gesamte Exportüberschuss Deutschlands deutlich reduziert, nimmt der Stromexport aus der Regelzone von 50Hertz weiter zu.

Der derzeit zu beobachtende hohe Stromexportüberschuss Deutschlands wird sich deutlich reduzieren. In einigen Szenarien wird Deutschland sogar tendenziell zu einem Nettoimporteur elektrischer Energie. Die 50Hertz-Regelzone hingegen bleibt in allen Energiewende-Szenarien deutlicher Nettostromexporteur. Denn, so zeigt die Marktmodellierung, in Ostdeutschland werden – wenn die derzeitigen Ziele der Bundesregierung umgesetzt werden – aufgrund der Flächenverfügbarkeit und des guten Angebots an Sonne und Wind – im Jahr 2035 hohe Leistungen an Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) installiert sein.

Die Notwendigkeit von Netzausbaumaßnahmen wurde umfangreich analysiert: Die in den kommenden Jahren von 50Hertz geplanten Netzausbaumaßnahmen erweisen sich als notwendig und robust.

Für alle fünf untersuchten Szenarien wurden umfangreiche Netzanalysen und Netzplanungen nach üblichen Planungskriterien durchgeführt. In Sensitivitätsrechnungen wurden zudem wichtige aktuelle gesellschaftliche Diskussionen untersucht, darunter ein möglicher flächendeckender Ausbau von Kleinspeichern, eine regional unterschiedliche Ansiedelung von Gaskraftwerken sowie ein frühzeitiger Braunkohleausstieg. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bis zum Jahr 2035, unabhängig von der weiteren Entwicklung der Energiewende, die aktuellen und die in den kommenden Jahren von 50Hertz geplanten Netzausbauprojekte (BBPlG3- und EnLAG4-Maßnahmen) notwendig sind. Auch bei einem Braunkohleausstieg bis zum Jahr 2035 sind die in den kommenden Jahren von 50Hertz geplanten Netzausbaumaßnahmen notwendig.

Der Netzausbau findet bei 50Hertz fast ausschließlich in bestehenden Trassen statt, einzige Ausnahme bildet die geplante HGÜ-Leitung.

In allen Szenarien kann der überwiegende Anteil des notwendigen Netzausbaus durch Netzverstärkungen sowie Neubau in bestehender Trasse erfolgen. Lediglich für die neue HGÜ-Leitung von Wolmirstedt nach Isar sowie von Güstrow nach Wolmirstedt wird eine neue Trasse erforderlich. Die heutige Länge des 50Hertz-Übertragungsnetzes steigt darum nur leicht an – von derzeit rund 10.000 Kilometer auf rund 10.300 bis 10.500 Kilometer in 2035.
 

 

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