Versorgungssicherheit

"Kein Netz", wie es im Mobilfunk gelegentlich auftritt, darf es bei der Stromversorgung nicht geben. Denn elektrische Energie lässt sich nicht in größeren Mengen speichern. Aus diesem Grund muss immer so viel Strom erzeugt werden, wie gerade benötigt wird. Die Leitungsnetze müssen deshalb dafür ausgelegt sein, dass auch der höchste zu erwartende Energiebedarf sicher und zuverlässig gedeckt werden kann.

Zentraler Baustein einer zuverlässigen Stromversorgung sind die Höchstspannungsnetze. Über sie erfolgt der überregionale Stromtransport im nationalen und internationalen Verbundsystem. Die Übertragungsnetzbetreiber sind nicht nur verpflichtet, ausreichend Übertragungskapazität zur Verfügung zu stellen. Sie sind auch für die Systemstabilität verantwortlich - das heißt sie müssen dafür sorgen, dass Erzeugung und Verbrauch zu jeder Zeit im Gleichgewicht sind. Dabei hat die Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien das Vorrecht der bevorzugten Abnahme und einer gesetzlich vorgegebenen festgesetzten Vergütung.

Wie wird die Versorgungssicherheit gewährleistet?

Blitzeinschlag in einer Stromleitung: Droht nun ein Stromausfall? Nein: Die Höchstspannungsfreileitungen werden so betrieben, dass bei Ausfall einer Leitung die andere die komplette Übertragungsleistung aufnehmen kann (Prinzip n - 1).

Im Höchstspannungsnetz von 50Hertz werden Freileitungen mit jeweils zwei Stromkreisen gebaut. Das heißt, dass eine Stromverbindung über zwei elektrische Systeme betrieben wird. Die Belastung jedes Systems sollte grundsätzlich 50 Prozent nicht übersteigen. Allerdings können aufgrund der engen Vermaschung des Netzes auch lokale Belastungen von etwa 70 Prozent zulässig sein. So ist sichergestellt, dass bei Ausfall eines Systems andere Systeme die Last übernehmen können. Bis das ausgefallene System wieder einsatzfähig ist, können diese kurzfristig mit einer bis zu 100prozentigen Auslastung betrieben werden.
Nur durch den rechtzeitigen Netzausbau und das aktive Mitwirken aller Beteiligten können derartige gefährliche Situationen vermieden werden.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Vor allem zwei Entwicklungen machen den Netzausbau notwendig: Das nachhaltige Wachstum der erneuerbaren Energien und die Entwicklung hin zu einem uneingeschränkten europäischen Stromhandel. Vor diesem Hintergrund steigt der Bedarf an Übertragungskapazität. In Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben gehört es zu unserer Aufgabe, das Höchstspannungsnetz bedarfsgerecht zu erweitern.

Gesetzliche Grundlagen

Für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes bestehen für die Übertragungsnetzbetreiber gesetzliche Vorschriften.

1. Die Europäische Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie gibt vor, dass die Netzbetreiber das Netz so gestalten müssen, dass der ungehinderte Handel mit Strom, der freie Netzzugang für alle Stromproduzenten und die diskriminierungsfreie Netznutzung jederzeit gewährleistet ist. Das heißt, die Übertragungsnetzbetreiber müssen grundsätzlich ausreichende Transportkapazitäten für alle Stromproduzenten zur Verfügung stellen.

2. Gemäß dem deutschen Energiewirtschaftsgesetz sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht auszubauen (§11 Abs. 1 EnWG). Die Übertragung der Elektrizität muss dabei möglichst preisgünstig und umweltverträglich erfolgen (§1 Abs. 1 EnWG).

3. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht zudem die vorrangige Einspeisung und den vorrangigen Transport von Strom aus erneuerbaren Energien verpflichtend vor. Das heißt, dass im Grundsatz jede Kilowattstunde, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, ins Netz aufgenommen werden muss, notfalls zu Lasten von Strom aus konventioneller Erzeugung. Damit wird die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen wie zum Beispiel Wind, Sonne und Biomasse gefördert. Das Gesetz räumt regenerativ erzeugtem Strom gegenüber konventionell erzeugter Energie einen Vorrang ein und garantiert den Betreibern regenerativer Anlagen einen festen Erlös pro Kilowattstunde. Um der Abnahme- und Übertragungspflicht gerecht werden zu können, verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Netzbetreiber, das Netz unverzüglich auszubauen, wenn es für die Aufnahme und den Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien notwendig ist.


50Hertz arbeitet schon seit mehreren Jahren proaktiv für die Umsetzung des Netzausbaus. Drei Leitungsprojekte befinden sich in den erforderlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und durch die Forderung nach einem uneingeschränkten europäischen Stromhandel entsteht in Deutschland ein zunehmender Bedarf an Übertragungskapazität. 50Hertz ist gesetzlich verpflichtet diese Nachfrage nach Übertragungskapazität - bei wirtschaftlicher Zumutbarkeit - zu befriedigen, indem sie das Höchstspannungsnetz bedarfsgerecht vergrößert.

Kontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
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