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14.01.2014

Vorzugstrassenkorridor für die Gleichstrompassage Süd-Ost verläuft entlang der Bundesautobahn A9

Berlin – Die beiden Übertragungsnetzbetreiber (U¨NB) 50Hertz und Amprion haben innerhalb der bereits vorgestellten 15 Kilometer breiten Grobkorridore der Gleichstrompassage Süd-Ost jetzt die Trassenkorridore mit einer Breite von etwa einem Kilometer identifiziert. Die insgesamt 67 Abschnitts-Varianten grenzen den Suchraum für den Verlauf der etwa 450 Kilometer langen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGU¨) zwischen Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und dem bayerischen Meitingen weiter ein. Die Vorschläge für die Varianten ergeben sich aus einer umfangreichen Analyse sogenannter Raumwiderstände, planerischer Maßgaben zum Schutz von Mensch und Natur und einer Prüfung der technischen Machbarkeit.

Für die Bundesfachplanung als ersten Genehmigungsschritt müssen 50Hertz und Amprion einen Vorzugstrassenkorridor in das Verfahren einbringen. Beide ÜNB haben sich für einen Vorzugstrassenkorridor-Vorschlag entschieden, der in weiten Strecken der Bundesautobahn A9 folgt. In der Regelzone von 50Hertz verläuft die Vorzugsvariante in Sachsen-Anhalt durch den Saale- und Burgenlandkreis und in Thüringen durch den Saale-Holzland- und den Saale-Orla-Kreis. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Bündelung mit der A9 der beste Weg ist, um Eingriffe in Natur und Landschaftsbild zu minimieren“, erläutert 50Hertz-Projektleiter Bernhard Segbers. „Damit können wir in den nächsten Wochen die Eröffnung des offiziellen Genehmigungsverfahrens beantragen. Wir werden die Zeit bis zur Antragskonferenz nutzen, um unser Vorgehen und das weitere Verfahren entlang des Vorzugskorridors weiter zu erläutern.“

Vorzugskorridor mit Varianten

Der Vorzugskorridor weist drei Abschnitte auf, in denen alternative Verläufe zur Wahl stehen. Diese befinden sich in den Regionen Merseburg/Mücheln (Sachsen-Anhalt), Münchberg/Wunsiedel/Pegnitz und Rennershofen/Rain/Asbach (Bayern) auf. Eine Übersichtskarte mit Vorzugskorridor und Korridoralternativen kann auf der Projektwebseite unter 50Hertz/Netzausbau eingesehen werden.

Bereits im November 2013 informierte 50Hertz betroffene Städte und Gemeinden, Landkreise, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Verwaltung, Verbänden, Politik und Wirtschaft bei öffentlichen Informationsveranstaltungen in Weimar und Halle über den Planungsstand, den weiteren Verfahrensverlauf und die Grobkorridore. Während der Veranstaltungen wurden in Workshops Hinweise auf sensible Gebiete aufgenommen.

Weitere Schritte: Öffentliche Antragskonferenz und Bundesfachplanung

Verfahrensführende Behörde für die Gleichstrompassage Süd-Ost ist die Bundesnetzagentur in Bonn. Sie wird auf Antrag von 50Hertz und Amprion voraussichtlich im ersten Quartal 2014 öffentliche Antragskonferenzen zur Bundesfachplanung durchführen. Dort werden 50Hertz und Amprion den Vorzugskorridor für die Gleichstrompassage Süd-Ost und mögliche Alternativen vorstellen und die Öffentlichkeit bekommt die Möglichkeit der Stellungnahme zum Vorhaben. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Konferenzen werden die Untersuchungen für das eigentliche Bundesfachplanungsverfahren ausgeführt. Nach dessen Durchlauf wird in Abwägung der möglichen Alternativkorridore anschließend die Bundesnetzagentur einen verbindlichen Trassenkorridor festlegen. In diesem Trassenkorridor wird dann nach dem tatsächlichen Trassenverlauf gesucht.

Die Gleichstrompassage Süd-Ost soll voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen werden. Das Leitungsbauprojekt mit einem Investitionsvolumen von u¨ber einer Milliarde Euro ist eine der wichtigsten neuen Stromtrassen zwischen Nord- und Süddeutschland: Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Integration von erneuerbaren Energien ins Stromnetz und zur Sicherung der Energieversorgung.

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