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28.09.2015

50Hertz-Position zu Netzentgelten: Bundesweit einheitliche Übertragungsnetzentgelte sind erster Schritt zu fairer Verteilung!

Im Strompreis von Haushaltskunden sind drei bis vier Prozent auf Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber und rund 17 Prozent auf Netzentgelte der Verteilnetzbetreiber zurück zu führen. Dabei zeigen sich deutschlandweit erhebliche Unterschiede.

Wie ein von 50Hertz in Auftrag gegebenes Kurzgutachten der TU Dresden zur regionalen Ungleichverteilung der Netznutzungsentgelte zeigt, weisen Netzbetreiber, in deren Netzgebiet ein hoher Anteil an Erneuerbaren-Erzeugungsanlagen installiert ist, nicht nur hohe Investitionen in den Netzausbau auf, sondern haben auch sehr hohe betriebliche Kosten für die Integration des volatilen erneuerbaren Stroms ins elektrische System. All dies wird nicht deutschlandweit umgelegt (gewälzt), sondern verbleibt in der Regelzone des jeweiligen Übertragungsnetzbetreibers und führt dort zu überproportional hohen Strompreisen, wo der erneuerbare Strom produziert, aber nur wenig verbraucht wird: speziell Im Norden und Osten Deutschlands. Und das, obwohl diese Regionen einen Überschuss an günstigem Strom verzeichnen.

Um eine faire Verteilung der Kosten der Systemintegration erneuerbarer Energien zu erreichen und zur Vermeidung des weiteren Auseinanderdriftens der Netzentgelte sollten zunächst die auf der Verteilnetzebene anfallenden vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) für volatil einspeisende Anlagen abgeschafft werden. Gleichzeitig sollte ein bundesweit einheitliches Netzentgelt im Übertragungsnetz eingeführt werden. Dabei müsste selbstverständlich strikt darauf geachtet werden, dass den Netzbetreibern weiterhin nur effiziente Kosten erstattet werden: Die strengen Kontrollen der Regulierungsbehörden blieben von einem bundeseinheitlichen Netzentgelt unberührt.

50Hertz-Positionspapier zu Netzentgelten

Kurzgutachten der TU Dresden zur regionalen Ungleichverteilung der Netznutzungsentgelte