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21.04.2016

Bevölkerungsumfrage zeigt: Neues Leitungs- und Mastdesign „compactLine“ fördert Akzeptanz für Netzausbau

Bevölkerungsumfrage zeigt: Neues Leitungs- und Mastdesign „compactLine“ fördert Akzeptanz für Netzausbau

Berlin – Wenn es nach dem Willen der Bevölkerung geht, sehen Strommasten auf der Höchstspannungsebene in Zukunft anders aus: Der für den Norden und Osten Deutschlands zuständige Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat im Rahmen seines Forschungs- und Entwicklungsprojektes "compactLine", einem technisch neuartigen und kompakten Freileitungsdesign mit niedrigeren Masten in schmalerer Trasse, eine Akzeptanzstudie durchgeführt, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Hauptergebnis der repräsentativen, vom Institut City Analytics aktuell durchgeführten Bevölkerungsumfrage: 40 Prozent der etwa 1.000 Befragten zogen die "compactLine" dem klassischen Stahlgitter-Donaumast vor. Nur 7 Prozent urteilten umgekehrt. Unter den vorgestellten, technisch möglichen Varianten der "compactLine" fiel die Wahl der Befragten mit 57 Prozent auf die Variante "Havel", deren Strom führende Seile straff auf einer Ebene gespannt sind.

Weitere Ergebnisse der Studie: Die Wahrnehmung der „compactLine“ ist für die meisten Befragten erst ab kürzerer Entfernung gegeben. Masthöhe und Trassenbreite veranlassten die "compactLine"-Befürworter am stärksten, sich für das neue Design zu entscheiden. Insbesondere im hügeligen Gelände wird das neue Leitungs- und Mastbild deutlich besser bewertet als das konventionelle Donaumastbild. Diese Ergebnisse spiegeln die hohe Einschätzung des Wertes der eigenen Landschaft in der Bevölkerung wider. Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass das neue Design insbesondere von jüngeren Menschen favorisiert wird. Mitgestaltungsmöglichkeiten werden von mehr als 60 Prozent der Studienteilnehmer als vertrauensfördernd in der Planung von Leitungsbauprojekten erachtet.

50Hertz befindet sich nun in der Prüfung und Vorbereitung eines Pilotbauprojektes. Eine erste Version der "compactLine"-Variante „Havel“ könnte 2017 für den Testbetrieb ans Netz gehen.

Zum Hintergrund:
Seit 2013 forscht 50Hertz am Projekt "compactLine". Die Leitung soll den Natur- und Landschaftsverbrauch von Höchstspannungsfreileitungen reduzieren. Statt der Höhe von 50 bis 60 Metern bei Stahlgittermasten werden die Masten lediglich 30 bis 36 Meter hoch sein. Die Trassenbreite wird sich von den bisher üblichen 72 Metern auf 55 bis 60 Meter verringern.
Ziel des Unternehmens ist es, innovative Leitungstypen für die unterschiedlichen Anforderungen von Landschaften und Sozialräumen zu entwickeln und differenzierte Lösungen in Planungs- und Genehmigungsverfahren anbieten zu können. Ein Teilziel des Projektes ist die Verbesserung des öffentlichen Verständnisses für Netzausbauprojekte. Das Institut City Analytics untersuchte den Einfluss des neuen Freileitungsdesigns auf die öffentliche Akzeptanz in einer empirischen Studie und veröffentlicht im Rahmen einer Veranstaltung in Wittenberg heute die Ergebnisse.
Neben dem Übertragungsnetzbetreiber sind die Projektpartner die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), das Energiedienstleistungsunternehmen SAG, der Elektroarmaturenhersteller RIBE und die Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH). Unterstützt wird das Projekt von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie dem Isolatorenhersteller Lapp Insulators. Zudem wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Pressemitteilung als PDF-Datei