26.11.2013

Korridorsuche für Gleichstrompassage Süd-Ost in Thüringen: 50Hertz informiert Öffentlichkeit vor Beginn des Genehmigungsverfahrens

Weimar – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat heute den aktuellen Stand der Korridorsuche für die Gleichstrompassage Süd-Ost präsentiert. Die Gleichstrompassage Süd-Ost ist eine der Gleichstromverbindungen, die im Bundesbedarfsplan für den Ausbau des Übertragungsnetzes vorgesehen sind. Dazu hat 50Hertz Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Verwaltung, Politik und Verbänden eingeladen, um sie bereits vor Beginn des formalen Genehmigungsverfahrens über das Projekt zu informieren und ihnen Gelegenheit zu geben, Anregungen einzubringen. Die beiden Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Amprion kooperieren bei diesem Vorhaben und untersuchen derzeit, welche Korridore zwischen den Netzverknüpfungspunkten Bad Lauchstädt und Meitingen für eine spätere Trassenführung möglich sind.

Soziale, ökologische und technische Faktoren entscheiden über Vorzugskorridor

Für das notwendige Genehmigungsverfahren müssen 50Hertz und Amprion einen sogenannten Vorzugskorridor vorschlagen. In Abwägung mit möglichen Alternativkorridoren wird die Bundesnetzagentur als zuständige Genehmigungsbehörde im Rahmen der Bundesfachplanung einen Trassenkorridor festlegen. „Im Augenblick suchen wir in einem zweistufigen Verfahren nach geeigneten Möglichkeiten für die Trassenführung“, erklärte Projektleiter Bernhard Segbers. „In einem ersten Schritt wurden Grobkorridore von 15 Kilometern Breite identifiziert. Nun, im zweiten Schritt, suchen wir in diesen Grobkorridoren nach möglichen Trassenkorridoren von einem Kilometer Breite.“ Teil des Verfahrens ist auch eine Raumwiderstandsanalyse. Dabei geht es darum, Siedlungs- und Naturschutzbereiche zu meiden oder zumindest so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Darüber hinaus prüft 50Hertz, ob eine Bündelung mit anderen Infrastrukturen möglich ist. Auch so lassen sich Eingriffe in Siedlungs- und Landschaftsraum minimieren.

„Wir wollen bereits vor Beginn des formalen Genehmigungsverfahrens mit allen Interessengruppen ins Gespräch kommen. Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit nicht nur über den aktuellen Planungsstand informiert ist. Unser Anliegen ist auch, von den Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu bekommen. Denn sie kennen ihre Region am besten“, so Dr. Dirk Manthey, Verantwortlicher Projektkommunikation bei 50Hertz. Für die Veranstaltung hatten sich rund 80 Personen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik angemeldet. Im Plenum erhielten sie Informationen über den Planungsstand des Vorhabens. In anschließenden Workshops konnten sie Anregungen und Hinweise geben, wo aus ihrer Sicht sensible Orte sind, die bei der Planung der Gleichstrompassage Süd-Ost beachtet werden sollten.

Nach Auswertung aller gesammelten Ergebnisse und der technischen Machbarkeitsstudie werden ein Vorzugskorridor sowie mögliche Alternativen ermittelt und auf der öffentlichen Antragskonferenz Anfang 2014 vorgestellt.

Gleichstrompassage Süd-Ost soll spätestens 2022 in Betrieb gehen

Die Gleichstrompassage Süd-Ost ist eine der wichtigsten neuen Netzausbauvorhaben zwischen Nord- und Süddeutschland. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Integration von erneuerbaren Energien ins Stromnetz und zur Sicherung der Energieversorgung. Sie soll spätestens 2022 in Betrieb genommen werden und hat ein Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro.

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