04.12.2012

50Hertz verstärkt Stromnetz am Leitungsengpass in Thüringen

Berlin/Remptendorf – Der für den Norden und Osten Deutschlands zuständige Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat heute im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler das erste Hochtemperaturleiterseil des Typs ACSS im Realbetrieb des deutschen Höchstspannungsnetzes in Betrieb genommen. Das Hochtemperaturleiterseil der Generation ACSS (Aluminium Conductor Steel Support) wurde in den vergangenen Monaten in engen Zeitfenstern montiert, dank punktueller Ausschaltungen der herkömmlichen, stark belasteten Verbindung zwischen Remptendorf (Thüringen) und Redwitz (Bayern). Mit der Umrüstung auf Hochtemperaturleiterseile kann die Leistungskapazität dieser wichtigen Nordost-Südwest-Verbindung nun von bisher 1.800 Megawatt (MW) zunächst um rund 300 MW auf 2.100 MW erhöht werden. Die Investitionssumme für das ca. 18 Kilometer lange Teilstück beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro.

Nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler ist die Umrüstung auf diese innovative Übertragungstechnik ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Energiewende in Deutschland: „Die Netzbetreiber sind, soweit es technisch möglich ist, dazu aufgefordert, neben dem notwendigen Netzausbau auch Maßnahmen der Netzoptimierung und Netzverstärkung in Angriff zu nehmen. Mit dem erstmaligen Einsatz dieser Hochtemperaturleiterseiltechnik im realen Netzbetrieb in Deutschland ist dies 50Hertz gelungen, noch dazu an einem der zentralen Leitungsengpässe Deutschlands“, so der Minister.

Auch Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, verweist darauf, dass mit der Inbetriebnahme des Hochtemperaturleiterseils die erste einer ganzen Reihe von Leitungsmaßnahmen des nationalen Netzentwicklungsplans nunmehr umgesetzt sei: „Mit der heutigen Inbetriebnahme schaffen wir mehr Transportkapazität, um auch speziell grünen Strom aus dem Nordosten Deutschlands in den verbrauchsstarken Südwesten zu transportieren. Gleichwohl wird diese Netzverstärkungsmaßnahme allein nicht ausreichen. Bei den prognostizierten Mengen an erneuerbaren Energien wird es ohne raschen Netzausbau nicht funktionieren können, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Für Thüringen heißt dies, dass die Südwestkuppelleitung, die sog. „Thüringer Strombrücke“, von Halle/Saale nach Schweinfurt so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden muss, wollen wir die klimafreundliche Energie nutzen und eine sichere Versorgung Bayerns gewährleisten“, so Schucht.

Zudem würden nach den Worten des 50Hertz-Chefs die Kosten für den schleppenden Netzausbau explodieren. Man müsse immer öfter ins Netz und damit in die Fahrweise von Kraftwerken und erneuerbaren Anlagen eingreifen, um das Netz stabil zu fahren. Dies koste sehr viel Geld, allein im letzten Jahr 2011 u¨ber 100 Millionen Euro, mit weiter steigender Tendenz – Kosten, die dem Verbraucher über erhöhte Netzentgelte in Rechnung gestellt werden müssten. „Netzausbau kostet sicher Geld“, so Boris Schucht, „kein Netzausbau kostet dem Verbraucher aber noch mehr Geld.“


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