03.05.2013

Wirtschaftsminister Bayerns und Thüringens informieren sich vor Ort über Fortschritte an der Südwestkuppelleitung

Altenfeld/Bayreuth/Berlin – Die Arbeiten an der rund 210 Kilometer langen Süd-west-Kuppelleitung von Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) via Thüringen nach Redwitz (Bayern) gehen voran. Hiervon konnten sich am heutigen Freitag die Wirtschaftsminister der Freistaaten Bayern und Thüringen, Martin Zeil und Matthias Machnig, im thüringischen Altenfeld überzeugen, wo derzeit an der Leitung gebaut wird. Die beiden Landesregierungen hatten vor gut zwei Wochen Beschlüsse getroffen, das wichtige Leitungsausbauprojekt vom Nordosten in den Süden Deutschlands auch politisch weiter voranzubringen. Sowohl TenneT als auch 50Hertz begrüßten diese politische Unterstützung ausdrücklich. Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende müssten alle Akteure an einem Strang ziehen, so der Vorsitzende der Geschäftsführung von TenneT, Martin Fuchs, und der Technische Geschäftsführer von 50Hertz, Dr. Frank Golletz.

Im Rahmen ihres Besuches am Umspannwerk Altenfeld, das den Übergang vom im Bau befindlichen zweiten Leitungsabschnitt (Erfurt-Vieselbach nach Altenfeld) zum dritten Abschnitt (Altenfeld nach Redwitz) bildet, verwiesen die beiden Minister auf das Ziel, die Südwest-Kuppelleitung bereits im Jahr 2015 in Betrieb zu nehmen: „Mit Blick auf die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld 2015 kommt dieser Verbindung somit eine herausragende Bedeutung für die Versorgungssicherheit in Bayern zu.“

Die Südwestkuppelleitung dient vornehmlich dem Transport der immer weiter wachsenden Mengen an erneuerbarer Energie vom windreichen Nordosten Deutschlands in den verbrauchsstarken Süden. „Um diesen grünen Strom auch wirklich ins Netz einspeisen und damit nutzen zu können, benötigen wir ausreichende Transportkapazitäten, insbesondere in Nord-Süd-Richtung. Ohne die Leitung von Halle nach Schweinfurt können wir dieses Ziel definitiv nicht erreichen“, so Dr. Golletz.

Auch Fuchs erklärte: „Es fehlt an Transportkapazitäten zwischen Thüringen und Bayern, denn die einzige, bestehende Leitungsverbindung von Remptendorf nach Redwitz ist extrem belastet. Wir Netzbetreiber müssen immer öfter ins Netz eingreifen, um Stabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Und die hohen Kosten hierfür tragen am Ende die Verbraucher.“

Einig sind sich beide Netzbetreiber, dass die betroffenen Anwohner und Gemeinden über Information und Dialog eingebunden und Anregungen von Bürgern, Organisationen und Verbänden soweit möglich in die Planungen einbezogen werden müssen. Dies wurde und wird bei der Südwest-Kuppelleitung praktiziert und soll für künftige Netzausbauvorhaben noch weiter ausgebaut werden.

Zum Hintergrund:
Nach Beschlüssen der Europäischen Union 2006 sowie von Bundestag und Bundesrat 2009 (Energieleitungsausbaugesetz, EnLAG) hat die Südwest-Kuppelleitung Gesetzesrang und genießt als europäisches Vorrangprojekt höchste Priorität. Als EnLAG-Projekt ist die Südwestkuppelleitung auch Teil des sogenannten Startnetzes im Netzentwicklungsplan, der die Grundlage bildet für das Bundesbedarfsplangesetz, das vom Deutschen Bundestag am 25. April 2013 verabschiedet wurde und aller Voraussicht nach Mitte des Jahres in Kraft treten wird.

Der aktuelle Stand in den drei einzelnen Teilabschnitten sieht wie folgt aus:

1. Abschnitt „Bad Lauchstädt – Erfurt-Vieselbach“
Seit Dezember 2008 in Betrieb

2. Abschnitt „Erfurt-Vieselbach – Altenfeld“
Seit Februar 2012 im Bau

3. Abschnitt „Altenfeld – Redwitz“
Teilabschnitt „Altenfeld – Landesgrenze Thüringen/Bayern“, zu-ständig 50Hertz: Planfeststellungsunterlagen beim thüringischen Landesverwaltungsamt in Weimar eingereicht, Planfeststellungsverfahren noch nicht eröffnet

Teilabschnitt „Landesgrenze Thüringen/Bayern – Redwitz“, zuständig TenneT: Planfeststellungsunterlagen werden im Mai 2013 bei der Regierung von Oberfranken eingereicht, Planfeststellungsverfahren noch nicht eröffnet


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