Icon - Instagram

15.03.2012

Solide Ergebnisse im anspruchsvollen Umfeld der Energiewende

Berlin – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission hat am heutigen Donnerstag die Geschäftsbilanz des Jahres 2011 vorgelegt. Der Transportnetzbetreiber hat im vergangenen Jahr seine Umsatzerlöse von 5,496 Milliarden Euro auf 6,885 Milliarden Euro (nach dem internationalen Standard IFRS) gesteigert. Haupttreiber dafür waren die Erlöse aus dem Erneuerbare- Energien-Geschäft, die jedoch aufgrund der deutschen Vergütungs- und Umlagemechanik nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen ergebnisneutralen durchlaufenden Posten darstellen.

Das Ergebnis nach Steuern sank im Jahre 2011 nach HGB auf 44,5 Millionen Euro1 (2010: 57,4 Millionen Euro2), im Wesentlichen aufgrund des stark erhöhten sog. Re-Dispatch Einsatzes zur Stabilisierung des elektrischen Systems, speziell an windstarken Tagen. Die Investitionen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 39% auf 245,4 Millionen Euro (2010 noch 176,6 Millionen Euro). Hierbei nimmt der Anteil für die Netzanbindung von Offshore-Windparks mit rund 130 Millionen Euro deutlich zu.

Mit seinem umfangreichen Investitionsprogramm entwickelt 50Hertz sein Übertragungsnetz, um die Basis für eine erfolgreiche Energiewende zu legen. Bei 50Hertz dient das Investitionsprogramm vor allem der Aufnahme und dem Weitertransport des erneuerbar erzeugten Stroms, aber auch die elektrische Versorgungssicherheit und der europäische Strombinnenmarkt werden dadurch gestärkt. Nach den Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung Boris Schucht gibt es im 50Hertz-Gebiet seit 2011 erstmals mehr erneuerbare als konventionelle Erzeugungskapazitäten. Die Anlagen zur Erzeugung aus regenerativen Quellen entwickeln sich weiter positiv und erreichten Ende 2011 eine installierte Leistung von rund 16.700 MW, da du¨rfe das Netz nicht zum strukturellen Engpass werden.

1 für Eurogrid GmbH, 50Hertz Transmission GmbH und 50Hertz Offshore GmbH

2 pro-forma Zahl der geprüften zusammengefassten Rumpf-Gescha¨ftsjahre 2010

Das Unternehmen hat 2011 wesentliche unternehmerische Meilensteine erreicht. So wurde der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands EnBW Baltic 1 in der Ostsee angeschlossen, die neue Netzsteuerungswarte „Transmission Control Centre“ in Neuenhagen bei Berlin eröffnet, und bei einigen wichtigen Netzausbauprojekten wurden weitere Etappen in den Genehmigungsverfahren erreicht.

2011 musste 50Hertz allerdings an 45 Tagen (gegenüber nur 6 Tagen in 2010) erneuerbare Anlagen anweisen, ihre Produktion zu drosseln, um Netzüberlastungen zu vermeiden. Dieses Instrument wird immer als allerletztes Werkzeug zur Systemstabilisierung angewendet. Das zeugt nicht nur von der regelmäßig sehr angespannten Situation im elektrischen System, sondern verdeutlicht auch die Dringlichkeit eines raschen Ausbaus des Netzes in Richtung der Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands.

Schucht betonte darüber hinaus, dass die notwendigen hohen Investitionen für den Strukturwandel hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung nur durch einen nachhaltigen Regulierungsrahmen, klare Haftungsregelungen und adäquate Investitionsanreize möglich sein werden. „Hier wurden 2011 wesentliche Verbesserungen erreicht“, so Schucht. Allerdings seien noch einige weitere Punkte des regulatorischen und rechtlichen Umfelds weiter zu präzisieren, damit die zugestandene Verzinsung auch tatsächlich erreicht werden kann. Schucht sprach speziell das Problem der bilanziellen Verzerrungen nach deutschem HGB an, da regulatorische Forderungen von 50Hertz, beispielsweise durch den erst zwei Jahre später erstatteten Ersatz von Redispatch-Kosten, derzeit unzureichend in der Bilanz berücksichtigt werden können.

Überdies seien Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie Dialog- und Akzeptanzinitiativen auszubauen. Hier hat die deutsche Bundesregierung in ihrem umfassenden Gesetzesnovellierungspaket im Sommer 2011 ein solides Fundament gelegt. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) sei ein Schritt in die richtige Richtung, um Verfahren zu beschleunigen und gleichzeitig die Bürger mitzunehmen. „Jetzt gilt es, die neuen Möglichkeiten anzuwenden, aktiv und frühzeitig die Gesellschaft über Konsultationen, Dialog und transparente Informationen einzubinden und die Genehmigungsprozesse zu entschlacken“, so der 50Hertz-Chef.

Mehr lesen »