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09.03.2015

Investitionsvolumen von 50Hertz in 2014 auf Rekordniveau

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz legt Geschäftsbilanz 2014 vor

Berlin – Der für die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende notwendige Infrastrukturausbau in Deutschland kommt im Netzgebiet von 50Hertz voran. Das geht aus der am heutigen Montag vorgestellten Geschäftsbilanz des für den Norden und Osten Deutschlands zuständigen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz für das Jahr 2014 hervor. Die Bilanz weist mit 572 Millionen Euro ein Rekordhoch bei den Investitionen für das vergangene Jahr aus. Die Umsatzerlöse sind mit 8,569 Milliarden Euro (nach IFRS) im Vergleich zum Vorjahr (2013: 8,556 Milliarden Euro) stabil geblieben. Haupttreiber dafür waren die Erlöse aus dem Erneuerbare-Energien-Geschäft, die jedoch aufgrund der deutschen Vergütungs- und Umlagemechanik nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen ergebnisneutralen durchlaufenden Posten darstellen. Der Umsatz aus dem eigentlichen Kerngeschäft, dem Netzbetrieb, lag im vergangenen Jahr bei 976 Millionen Euro im Vergleich zu 892 Millionen Euro in 2013.

Das Ergebnis nach Steuern betrug 2014 nach IFRS 161 Millionen Euro [1] (2013: 166 Millionen Euro). Bereinigt um regulatorische und operative Einmaleffekte lag das Ergebnis 2014 bei 125 Millionen Euro.

Die Investitionen stiegen von 402 Millionen Euro in 2013 um über 42 Prozent auf 572 Millionen Euro in 2014 deutlich an und spiegeln vor allem den voranschreitenden Netzausbau zur Integration der erneuerbaren Energien und den hierzu notwendigen Umbau der Energieinfrastruktur in Deutschland wider. Hiervon entfielen ca. 264 Millionen Euro auf Onshore- (2013: 248 Millionen Euro) und rund 308 Millionen Euro auf Offshore-Investitionen (2013: 154 Millionen Euro). Diese Investitionssteigerung wird auch im Personalzuwachs auf nunmehr 893 Mitarbeiter (2013: 821) deutlich.

Netzausbau entscheidend zur Umsetzung der Energiewende

Das Rekordinvestitionsvolumen zeigt laut Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, dass das Unternehmen auch weiterhin einen substantiellen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende leiste. So konnten im vergangenen Jahr 60 Kilometer neue Freileitungen fertiggestellt werden, weitere 200 Kilometer befanden sich im Bau und 500 Kilometer im Genehmigungsverfahren.

Mit der 380-kV-Freileitung Bärwalde – Schmölln konnte 50Hertz eine Leitung in Betrieb nehmen, die sowohl die Möglichkeiten technischer Innovation beim Leitungsbau aufzeigt als auch beweist, dass Netzausbauprojekte in Deutschland die notwendige Akzeptanz in den betroffenen Regionen erlangen können. Mit dem Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses für die Uckermarkleitung, den Bauaktivitäten am zweiten Abschnitt der dringend benötigten Südwest-Kuppelleitung vom Nordosten Deutschlands nach Bayern und der Bestätigung der Notwendigkeit der südöstlichen Gleichstromverbindung durch die Neuberechnungen im 2. Netzentwicklungsplan 2014 sieht Schucht den notwendigen Netzausbau insgesamt auf einem guten, wenn auch bisweilen beschwerlichen Weg. Die große Herausforderung bleibt, den Menschen in den betroffenen Regionen die Notwendigkeit des Leitungsausbaus und die Zusammenhänge der Energiewende zu vermitteln und einen engen Dialog zu führen, um optimale Lösungen zu finden.

Im Offshore-Bereich konnte 50Hertz mit der Bestellung der Seekabel für den Ostsee-Cluster Westlich Adlergrund nahe Rügen das höchste Vertragsvolumen der Unternehmensgeschichte mit einem Umfang von bis zu 730 Millionen Euro realisieren. Die Gesamtsumme für dieses Projekt beträgt rund 1,5 Milliarden Euro. All diese Maßnahmen, onshore wie offshore, sind der Energiewende geschuldet, die auch 2014 in der 50Hertz-Regelzone für neue Rekorde gesorgt hat. So belief sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im vergangenen Jahr auf rund 42 Prozent, was einer Steigerung um fünf Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. In ganz Deutschland liegt der Anteil bei rund 26 Prozent. „Die Zahlen zeigen, dass der Nordosten Deutschlands weiterhin der Vorreiter bei der Integration der erneuerbaren Energien ist – und dies bei gleichzeitiger Wahrung höchster Versorgungsqualität. Mit dem weiterhin stark steigenden Anteil des grünen Stroms im 50Hertz-Netzgebiet werden auch in Zukunft hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur notwendig sein. Das 50Hertz-Netzgebiet ist die Region in der Welt mit dem höchsten Anteil von EEG-Strom. So lernen wir tagtäglich, wie der Wandel in ein erneuerbares Energiesystem gestaltet werden kann“, betont Boris Schucht.

Notwendiger Netzausbau darf nicht von Einzelinteressen ausgebremst werden

50Hertz plant für die Dekade 2015 bis 2024 Investitionen von insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro. Diese Investitionsvolumina könnten jedoch nur realisiert werden, wenn der politische Wille zur Umsetzung der Energiewende auch weiterhin gegeben sei, so Boris Schucht. „Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und den Initiativen für ein neues Strommarktdesign hat die Politik 2014 erste wichtige Beiträge geleistet, um die Zieltrias aus Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie wieder allmählich in ein Gleichgewicht zu bringen. Jetzt kommt es darauf an zu verdeutlichen, dass der Netzausbau eine notwendige Folge des erfolgreichen Erneuerbaren-Ausbaus ist. Zudem dient der Netzausbau von den Erzeugungszentren in Norddeutschland in die Verbrauchszentren Süddeutschlands auch der Systemstabilität und verschafft den südlichen Bundesländern Zugang zu preiswerter Energie. Da die Energiewende ein nationales Projekt mit europäischen Auswirkungen ist, das weltweit Beachtung findet, sollten regionale Einzelinteressen nicht in den Vordergrund gestellt werden. Die politischen Mandatsträger in Bund, Ländern und Kommunen müssen sich ihrer Verantwortung zum Netzaus- und Netzumbau stellen – insbesondere in den betroffenen Netzausbauregionen. Dass dies nicht einfach ist, liegt auf der Hand. 50Hertz wird alles dafür tun, um im Dialog mit betroffenen Bürgern, der Zivilgesellschaft, Verbänden, der Politik und der Wirtschaft bestmögliche Lösungen für den notwendigen Umbau der Energieinfrastruktur zu finden“, so Schucht abschließend.

 

[1] Für Eurogrid GmbH, 50Hertz Transmission GmbH und 50Hertz Offshore GmbH.

Pressemitteilung als PDF-Dokument

 

Pressekontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
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