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17.01.2018

Stromflüsse nach Tschechien besser steuern

50Hertz nimmt Phasenschiebertransformatoren in Röhrsdorf in Betrieb

Stromflüsse nach Tschechien besser steuern Einer der beiden Phasenschiebertransformatoren in Röhrsdorf. Foto: 50Hertz

Berlin – Die grenzüberschreitenden Stromflüsse auf den beiden Leitungssystemen zwischen dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und dem tschechischen Partner CEPS können jetzt besser gesteuert werden. Nach erfolgreichem Testbetrieb hat 50Hertz Anfang Januar im sächsischen Umspannwerk Röhrsdorf zwei Phasenschiebertransformatoren (PST, auch Querregler genannt) in Betrieb genommen. Diese ergänzen die Wirkung der vier seit Anfang 2017 in Hradec von CEPS betriebenen PST. Nach weiteren Bauarbeiten in Röhrsdorf, die voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen werden, sollen die PST in Röhrsdorf – neben der Leitung nach Hradec in Tschechien – auch in Leitungen nach Dresden, Streumen und Remptendorf eingeschaltet werden. Dies wird zusätzliche Möglichkeiten schaffen, die Stromflüsse im Süden der Regelzone von 50Hertz effizienter zu steuern, um Übertragungspotentiale möglichst vollständig auszulasten.

Die PST an der deutsch-tschechischen Grenze werden von beiden Übertragungsnetzbetreibern koordiniert gesteuert. Dabei wird auch der Einsatz der PST des polnischen Übertragungsnetzbetreibers PSE in Mikulowa nahe Hagenwerder (DE) berücksichtigt. Nur koordiniert können diese Netzanlagen optimal betrieben werden. In die Einsatzoptimierung wird die TSCNET Services GmbH als Dienstleister europäischer Übertragungsnetzbetreiber einbezogen. 

Durch die verbesserte Steuerungsmöglichkeit für Stromflüsse werden auch die sogenannten ungeplanten Stromflüsse (auch Ringflüsse genannt) verringert. Folglich lassen sich die grenzüberschreitenden Kapazitäten, die im internationalen Stromhandel genutzt werden, erhöhen. Seit Inbetriebnahme der PST an den Grenzen zu Polen und Tschechien kann bereits eine Steigerung dieser grenzüberschreitenden Kapazitäten und deren Nutzung beobachtet werden.

PST werden zur Steuerung der Stromflüsse mittels Einstellung des Phasenwinkels der Spannung zwischen beiden Enden einer Leitung eingesetzt, was zu einer Veränderung des elektrischen Widerstands der Leitung führt. Bildlich dargestellt ist der PST eine Art einstellbares Ventil in einem Leitungsnetz, das den Fluss in einer Leitung ändert und dabei eine Umverteilung der Flüsse im Netz bewirkt. Damit können sowohl Überlastungen einzelner Leitungen vermieden als auch Leistungsreserven weniger belasteter Leitungen erschlossen werden.

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Pressekontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
Tel: +49 (0) 30 5150-3417
Fax: +49 (0) 30-5150-2199
E-Mail: volker.kamm@50hertz.com