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17.12.2015

Leitung zwischen Thüringen und Bayern geht in den Testbetrieb

Leitung zwischen Thüringen und Bayern geht in den Testbetrieb

Südwest-Kuppelleitung kann teilweise in den Testbetrieb gehen / Vorgezogene Teilinbetriebnahme aus Gründen der Versorgungssicherheit und zur Begrenzung von Redispatchkosten

Berlin – Über die Südwest-Kuppelleitung (auch Thüringer Strombrücke) von Sachsen-Anhalt nach Bayern ist heute erstmals Strom geflossen. Im Gebiet des für den Norden und Osten Deutschlands zuständigen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz konnte der dritte Abschnitt der Leitung – vom Umspannwerk Altenfeld bis zur bayerischen Landesgrenze – durch den großen Einsatz der beteiligten Firmen mit einem Stromkreis fertiggestellt werden. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit dem für den bayerischen Teil der Leitung zuständigen Übertragungsnetznetzbetreiber TenneT, so dass ein System der Leitung heute vorfristig den Testbetrieb aufnehmen konnte. Der zweite Abschnitt der Leitung – zwischen Vieselbach und Altenfeld im Thüringer Wald – die im Juli 2015 in den Testbetrieb gegangen war, ist heute gleichzeitig in den Dauerbetrieb überführt worden. Die ursprünglich für 2016 vorgesehene Inbetriebnahme der Leitung wird damit teilweise vorgezogen, um den Stromtransport zwischen Nord- und Süddeutschland noch vor der kritischen Winterzeit zu verbessern und zur Netzstabilität im Norden Bayerns nach der Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld beizutragen. Weiterer Grund für die vorgezogene Aufnahme des Testbetriebes ist die Begrenzung der sprunghaft angestiegenen Kosten für Eingriffe in Netz und Markt aufgrund des fehlenden Netzausbaus von Nord- nach Süddeutschland – bei gleichzeitig stetig steigendem Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung: Die Kosten für diese Eingriffe liegen in diesem Jahr allein im 50Hertz Netzgebiet bei über 300 Millionen Euro, bundesweit werden sie über 800 Millionen Euro betragen. Geschultert werden diese Kosten am Ende von den Stromkunden.

„Wir wissen, dass der Leitungsbau einen großen Eingriff in die Thüringer Natur bedeutet. Auf Grund der großen Bedeutung der Südwest-Kuppelleitung für die Energiewende, für die Energieversorgung Süddeutschlands und angesichts der enorm gestiegenen Redispatchkosten führt am Bau der Leitung jedoch kein Weg vorbei“, betont Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer bei 50Hertz. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit Behörden und Politik in Thüringen“, so Golletz. Dies habe mit dazu beigetragen, den jetzt vorgezogenen Testbetrieb des ersten Systems möglich zu machen.



Zum Hintergrund:
Informationen zur Südwest-Kuppelleitung („Thüringer Strombrücke“):
Der erste von insgesamt vier Abschnitten zwischen Lauchstädt und Erfurt-Vieselbach (78 Kilometer) wurde bereits im Dezember 2008 in Betrieb genommen. Anfang Juli 2015 ging der zweite Abschnitt zwischen Vieselbach und Altenfeld im Thüringer Wald (57 Kilometer) in den Testbetrieb, am heutigen 17. Dezember 2015 wurde er in den Dauerbeitrieb überführt. Das erste System des dritten Abschnitts zwischen Altenfeld und der Landesgrenze zu Bayern (26 Kilometer) ist am heutigen 17. Dezember in den Testbetrieb gegangen. Von der Landesgrenze aus führt der Übertragungsnetzbetreiber TenneT die Leitung im vierten Abschnitt (rund 30Kilometer) weiter bis ins nahe gelegene bayerische Redwitz. 50Hertz sorgt mit über 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen für die Führung des elektrischen Gesamtsystems auf den Gebieten der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich. Als Übertragungsnetzbetreiber im Herzen Europas steht 50Hertz für die sichere Integration der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des europäischen Strommarktes und den Erhalt eines hohen Versorgungssicherheitsstandards. Anteilseigner sind seit 2010 der belgische Netzbetreiber Elia (60 Prozent) sowie der australische Infrastrukturfonds IFM Investors (40 Prozent). Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Gruppe und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Kerstin Maria Rippel, T +4930-5150 3418, kerstin.rippel@50hertz.com
Dr. Dirk Manthey, T +49 30 5150 3419, dirk.manthey@50hertz.com

Pressemitteilung als PDF-Datei


Pressekontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
Tel: +49 (0) 30 5150-3417
Fax: +49 (0) 30-5150-2199
E-Mail: volker.kamm@50hertz.com