02.10.2014

50Hertz lässt Bauarbeiten an der Uckermarkleitung vorerst ruhen

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hofft auf zügige Entscheidung zum europäischen Vorrangprojekt

Berlin – 50Hertz lässt die Bauarbeiten an der Uckermarkleitung bis zur Entscheidung über das Eilverfahren zur Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses ruhen. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass das Verfahren zügig voran-geht und werden das Unsere dafür tun. Auf der anderen Seite wollen wir mit dem Bau nicht beginnen, solange das Gericht nicht für Klarheit gesorgt hat“, betonte der Technische Geschäftsführer Dr. Frank Golletz. „Die Uckermarkleitung ist ein europäisches Vorrangprojekt und ein zentraler Baustein für die Energiewende im Norden und Osten Deutschlands. Je schneller Rechtsklarheit besteht, desto besser für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“.

Die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung wird für die Integration des erzeugten Windstroms dringend gebraucht und soll anstelle einer bestehenden 220-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Bertikow und Neuenhagen in Brandenburg errichtet werden. Dazu gehört mit dem Leitungsabschnitt zwischen Vierraden und Krajnik eine wichtige grenzüberschreitende Verbindungsleitung zwischen Deutschland und Polen. Die Uckermarkleitung ist 2009 vom Deutschen Bundestag mit dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) zum nationalen Vorrangprojekt erklärt worden. Kürzlich hatten zwei Privatpersonen und der Nabu Landesverband Brandenburg in Abstimmung mit einer Bürgerinitiative Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) erhoben.

50Hertz hatte in der Diskussion mit betroffenen Gemeinden, Umweltinstitutionen und Privatpersonen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zahlreiche Anpassungen im Trassenverlauf vorgenommen, konnte damit aber die harte Linie gegen das geplante Vorhaben offenbar nicht beenden. Durch das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht erwartet das Unternehmen jetzt eine Verzögerung bei der Errichtung von mehreren Monaten.

Weiterhin geplant ist dagegen die Umsetzung einiger vorgezogene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Leitungsabschnitt Einschleifung UW Vierraden. Diese sind für ihre Wirksamkeit für den Umwelt- und Naturschutz auf die nächste Vegetationsperiode angewiesen. Sie dienen der Entwicklung von Waldsäumen als Lebensraum für die Sperbergrasmücke und andere Gebüschbrüter und beinhalten verschiedene Waldarbeiten, insbesondere Pflanz-Maßnahmen.

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