23.07.2014

Mehr Bürgerbeteiligung bei Leitungsbauprojekten: 50Hertz und Minister Pegel unterzeichnen gemeinsame Erklärung

Mehr Bürgerbeteiligung bei Leitungsbauprojekten: 50Hertz und Minister Pegel unterzeichnen gemeinsame Erklärung
Berlin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz bekennen sich gemeinsam zu mehr Bürgerbeteiligung bei Energieinfrastrukturprojekten. Im Rahmen einer Veranstaltung am Umspannwerk Pasewalk haben Boris Schucht, Vorsitzender der 50Hertz-Geschäftsführung, und Christoph Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, heute eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

„Der Bedarf an umfassender und frühzeitiger Kommunikation mit den Bürge-rinnen und Bürgern ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, sagte Boris Schucht. „Das ist für uns als Übertragungsnetzbetreiber eine klare Verpflichtung, denn das Verständnis für den Netzausbau kann nur durch die Bereitschaft zum offenen Dialog erreicht werden.“

Keine Energiewende ohne Akzeptanz

Mit der Erklärung verpflichtet sich 50Hertz, früh und aktiv auf die Städte und Gemeinden sowie deren Bürgerinnen und Bürger zu zugehen um schon vor dem Beginn des eigentlichen Genehmigungsverfahrens zu informieren und die Transparenz beim Netzausbau zu erhöhen. Darüber hinaus wird 50Hertz Projekt- und Planungsunterlagen auf einer Projektwebseite bereitstellen und leichter zugänglich machen. Dabei wird die Landesregierung 50Hertz im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Boris Schucht und Christian Pegel sehen die Erklärung aber auch als wichtigen Schritt, um die Energiewende für den Windenergie-Standort Mecklenburg-Vorpommern noch weiter voranzubringen. Mit einem Windenergie-Anteil von über 40 Prozent am Nettostromverbrauch ist das Land in der Spitzengruppe der deutschen Bundesländer – eine Position, die gestärkt und ausgebaut werden soll.

„Damit das Mammutprojekt Energiewende gelingen kann, braucht es vor allem eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung“, sagte Christian Pegel, der das Land zurzeit im Rahmen einer Sommertour bereist. „Das gilt auch für den Neubau der dringend benötigten Höchstspannungsleitungen, denn die Energiewende wird ohne den Netzausbau nicht gelingen. Gerade wir in Mecklenburg-Vorpommern als Stromexportland benötigen den Netzausbau besonders dringend. Im Hinblick auf die Steigerung der Akzeptanz wird die Vereinbarung mit 50Hertz ein wichtiger Baustein unserer Energiestrategie sein, weil sie ein großer Schritt hin zu einer frühzeitigen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist.“

380-kV-Freileitung Bertikow-Pasewalk erhöht Versorgungssicherheit

Das Umspannwerk Pasewalk in dem das Treffen stattfand ist Bestandteil der 380-kV-Freileitung Bertikow-Pasewalk. Sie soll die Stromübertragungsfähigkeit zwischen Bertikow in Brandenburg und Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern erhöhen. Das Projekt soll Windstrom in den Süden abtransportieren und stärkt zudem die Versorgungssicherheit für Unternehmen und Haushalte in der Region. Zwischen Bertikow und Pasewalk verläuft bereits eine Höchstspannungsleitung mit 220-kV. Diese wird durch 50Hertz beim Netzausbau durch eine leistungsstärkere 380-kV-Freileitung ersetzt.

Im März 2014 hat 50Hertz bereits Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Diese fanden in Prenzlau und Pasewalk statt. Die Ergebnisse hat 50Hertz auf seiner Webseite veröffentlicht. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.50hertz.com.


50Hertz sorgt mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen für die Führung des elektrischen Gesamtsystems auf den Gebieten der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich. Als Übertragungsnetzbetreiber im Herzen Europas steht 50Hertz für die sichere Integration der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des europäischen Strommarktes und den Erhalt eines hohen Versorgungssicherheitsstandards. Anteilseigner sind seit 2010 der belgische Netzbetreiber Elia (60 Prozent) sowie der australische Infrastrukturfonds IFM Investors (40 Prozent). Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Gruppe und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.

Vereinbarung zur Transparenz bei Infrastrukturvorhaben im Zuge der Energiewende zwischen dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommer - Energieministerium - und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz

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