01.03.2016

Übertragungsnetzbetreiber übergeben zweite Entwürfe der Netzentwicklungspläne 2025

Übertragungsnetzbetreiber übergeben zweite Entwürfe der Netzentwicklungspläne 2025
  • Anregungen aus Konsultationsbeiträgen in Netzentwicklungspläne eingeflossen
  • Gesetzliche Neuerungen zur Erdverkabelung bei Gleichstromverbindungen werden berücksichtigt
  • Südlicher Netzverknüpfungspunkt für Gleichstromverbindung von Sachsen-Anhalt nach Bayern neu festgelegt

Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute die zweiten Entwürfe des Netzentwicklungsplans (NEP) 2025 und des Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2025 der Bundesnetzagentur (BNetzA) übergeben und auf www.netzentwicklungsplan.de veröffentlicht.

In die zweiten Entwürfe eingeflossen sind Anmerkungen aus 15.636 Stellungnahmen aus der Konsultation der ersten Entwürfe von NEP und O-NEP 2025. Darüber hinaus wurden die zwischenzeitlich vorgenommenen gesetzlichen Änderungen berücksichtigt. So wurde der Vorrang der Erdverkabelung bei den Gleichstromverbindungen von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und nach Bayern, sowie von Sachsen-Anhalt nach Bayern eingearbeitet. Außerdem wurde – der gesetzlichen Änderung folgend – der südliche Netzverknüpfungspunkt der letztgenannten Gleichstromverbindung nach Isar bei Landshut verlegt.

Ergebnisse der Konsultation der ersten Entwürfe
Schwerpunkte der Konsultationsbeiträge zum NEP waren neben grundsätzlichen Fragen zu in den Szenarien getroffenen Annahmen und Erfordernissen der Netzentwicklung auch regionale Betroffenheiten rund um die Entflechtung des Netzknotens Grafenrheinfeld, insbesondere die Maßnahmen P43mod und P44mod, sowie der Verlauf der Gleichstromverbindung von Sachsen-Anhalt nach Bayern.

Die Konsultationsbeiträge zum O-NEP thematisieren vor allem die Berücksichtigung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2016, die zeitliche Staffelung von Maßnahmen, dezentrale Stromerzeugung, clusterübergreifende Netzanschlüsse, technische Konzepte zur Netzanbindung und die gewählten Netzverknüpfungspunkte.

Um- und Ausbaubedarf des Strom-Höchstspannungsnetzes
Das Volumen der Netzverstärkungen auf Bestandstrassen (Umbeseilung oder Stromkreisauflagen, Neubau einer leistungsfähigeren Leitung in bestehenden Trassen) beträgt je nach Szenario zwischen 5.200 und 5.800 Trassenkilometer. Der Ausbaubedarf neuer Leitungstrassen liegt zwischen 3.700 und 4.300 Kilometern, davon sind rund 2.600 bzw. 3.100 Kilometer Gleichstromverbindungen.

Investitionskosten
Die Investitionskosten für die Netzmaßnahmen werden im NEP auf Basis von Standardkosten ermittelt und haben einen vorläufigen Charakter. Das Gesamtvolumen der Investitionen liegt in den nächsten zehn Jahren je nach Szenario zwischen 27 bis 34 Milliarden Euro – abhängig vom Verkabelungsgrad der Gleichstromverbindungen.

Prüfung und Bestätigung des Netzentwicklungsplans 2025
Die Übertragungsnetzbetreiber weisen im zweiten Entwurf des NEP 2025 kein Leitszenario aus. Sie empfehlen eine Konzentration auf die Bestätigung der Maßnahmen des Ende 2015 ergänzten Bundesbedarfsplans sowie der im NEP 2014 bereits bestätigten und im NEP 2025 wiederum von den Übertragungsnetzbetreibern als erforderlich identifizierten Maßnahmen.

Zusätzlich zu den Projekten P43 und P44 hatten die Übertragungsnetzbetreiber auf Aufforderung der Politik die Alternativen P43mod und P44mod berechnet. Die Übertragungsnetzbetreiber gehen davon aus, dass die Bundesnetzagentur nach der Konsultation der zweiten Entwürfe der Netzentwicklungspläne entscheidet, welche dieser Projekte sie bestätigt.

Aktuelle Ausbau-Ziele der Bundesregierung bestimmen Offshore-Netzausbau
Bis 2025 beträgt der Ausbaubedarf des Offshore-Netzes laut O-NEP 3,2 Gigawatt und 902 Kilometer, was gegenüber dem O-NEP 2014 eine Reduktion um fast 1,2 Gigawatt bedeutet. Das Gesamtvolumen der Investitionen beträgt in den nächsten zehn Jahren insgesamt circa sieben bis zehn Milliarden Euro, die Investitionen in die Ausbaumaßnahmen des Start-Offshore-Netzes von rund fünf Milliarden Euro eingeschlossen. Damit hat sich das Investitionsvolumen im Vergleich zu vorangegangenen O-NEP verringert. Gründe sind die 2014 neu formulierten Ausbauziele der Bundesregierung für Offshore-Windenergie und die zwischenzeitlich erfolgte Fertigstellung vieler Anbindungssysteme.

Ergänzend zur bisherigen Anbindung jedes einzelnen Clusters wurde für die Ostsee der Einsatz von Sammelplattformen zur Anbindung mehrerer räumlich beieinander liegender Cluster untersucht. Neben Kostenvorteilen birgt dieses Konzept auch die Chance, Leerkapazitäten weiter zu vermindern und auf zukünftige Entwicklungen noch flexibler reagieren zu können.

Weitere Information unter www.netzentwicklungsplan.de

Pressekontakt:

Dr. Andreas Preuß
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Ulrike Hörchens
Tel.: 0921 50740-4045
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