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04.06.2014

Transparenz im transparenten Gebäude: 50Hertz-Infomarkt im Bürgerhaus von Neuenhagen

Transparenz im transparenten Gebäude: 50Hertz-Infomarkt im Bürgerhaus von Neuenhagen
In sommerlicher Atmosphäre hat 50Hertz beim Info-Markt in Neuenhagen am 2. Juni über den zweiten Abschnitt des 380 kV-Nordrings Berlin und das bevorstehende Planfeststellungsverfahren informiert. Bewohnerinnen und Bewohner der östlich von Berlin gelegenen Gemeinde nutzten die Gelegenheit, sich im gläsernen Bürgerhaus anhand von Karten, Informationsmaterialien und in Gesprächen ein eigenes Bild von dem Vorhaben zu machen.

„Man muss sich doch informieren, was im Ort so los ist“, sagte ein älterer Herr und stellte den 50Hertz-Mitarbeitern viele Fragen zum Thema Freileitung versus Erdkabel, zum innerörtlichen Trassenverlauf und zu den geplanten Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen für die Natur. Auch andere Besucherinnen und Besucher wollten teilweise sehr genau technische Details wissen und Erklärungen für bestimmte physikalische Phänomene erhalten.

„Warum knistert die Leitung bei Schneefall“, wollte eine Anwohnerin wissen. Benjamin Lange vom 50Hertz-Team erklärte anschaulich, dass Schneeflocken aufgrund ihrer kristallinen Struktur eine große Oberfläche haben. Fallen die Flocken auf die Leitung, komme es kurzfristig zu Erhöhungen des elektrischen Feldes und zu den als Knistern wahrnehmbaren Schnellentladungen.

Trasse endet im Umspannwerk Neuenhagen



In Neuenhagen soll der 80 km lange 380 kV-Nording Berlin im dortigen Umspannwerk enden. Es handelt sich um eines der größten Umspannwerke im Osten Deutschlands. Hier laufen zahlreiche Leitungen der Spannungsebenen 110kV, 220kV und 380kV zusammen. Auch die von 50Hertz geplante 380kV Uckermarkleitung, die Wind-und Biomassestrom aus den nordöstlichen Bundesländern gen Süden transportieren soll, wird an das Umspannwerk Neuenhagen angeschlossen.

Die meisten Besucher im Bürgerhaus waren aufgrund dieser örtlichen Situation mit dem Thema „Stromleitungen“ sehr vertraut. „An die Masten gewöhnt man sich – wie an Bäume auch“, meinte eine Bürgerin lakonisch. Im Detail wollten die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel wissen, ob es Eingriffe in schützenswerte Waldgebiete gebe. Projektleiter Sven Riedel konnte beruhigen. „Ich kann Ihnen versprechen – der Wald bleibt, diese Bäume bleiben stehen.“ Er bot Anwohnerinnen und Anwohnern an, ihnen vor Ort im persönlichen Gespräch die Position der neuen Höchstspannungsmasten und den Verlauf der Freileitungstrasse zu erläutern.

Bürgermeister und der NABU zu Gast



Zu der Informationsveranstaltung waren auch Bürgermeister Jürgen Henze, Mitglieder des Neuenhagener Gemeinderates und der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Neuenhagen des Naturschutzbund Deutschland (NABU), Frank Ott, gekommen. „Mit dem 380 kV-Nordring haben wir aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes keine Probleme“, bekräftigte Ott.

Neben den Ortsansässigen kamen auch andere Interessierte ins Bürgerhaus. So informierte sich Eva Eichenauer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) über den Ablauf einer solchen Bürgerinformationsveranstaltung. Das PIK untersucht derzeit im Auftrag des Bundesforschungsministerium, wie Konflikte zwischen Politik und Bürgern im Zusammenhang mit Windenergie- und Stromleitungsprojekten durch geeignete Dialogformen entschärft werden können.