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Entwicklung eines integrierten europäischen Strombinnenmarktes

Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 714/2009 aus dem dritten Energiebinnenmarktpaket

Im Rahmen der Umsetzung der beiden EU-Verordnungen CACM (Verordnung (EU) 2015/1222) und FCA (Verordnung (EU) 2016/1719) arbeitet 50Hertz zusammen mit den anderen europäischen Übertragungsnetzbetreibern unter anderem intensiv an der Weiterentwicklung der koordinierten Berechnung und Vergabe von grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten. Insbesondere im kurzfristigen (Vor- und Innertages-) Bereich ist das grundsätzliche Ziel die Einführung eines lastflussbasierten Kapazitätsberechnungs- und Vergabeverfahrens (Flow Based Market Coupling). In begründeten Fällen kann hiervon in einzelnen Regionen abgewichen werden.

Das Ziel der EU-Verordnung CACM ist die Koordinierung und Harmonisierung der Kapazitätsberechnung sowie die Kapazitätsvergabe für die grenzüberschreitenden Day-Ahead- und Intraday-Märkte. Mit der Verordnung werden zudem die Anforderungen für die ÜNB in der Zusammenarbeit auf CCR-Ebene, auf paneuropäischer Ebene und über die Gebotszonengrenzen hinweg festgelegt.

Die Kapazitätsberechnung sollte zumindest auf regionaler Ebene koordiniert werden, um eine zuverlässige Kapazitätsberechnung zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass dem Markt optimale Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Daher ist ein erster Schritt zur Umsetzung der EU-Verordnung CACM die Festlegung der Regionen, in denen eine solche Koordinierung notwendig ist. Gemäß Artikel 2 der VO 2015/1222 werden diese Regionen als „Kapazitätsberechnungsregionen“ (Englisch: „Capacity Calculation Region (CCR)“) definiert und bedeuten „das geografische Gebiet, in dem eine koordinierte Kapazitätsberechnung angewendet wird“. Die Festlegung der CCRs ist am 17.11.2016 durch die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) erfolgt und unter folgendem Link veröffentlicht:

http://www.acer.europa.eu/Official_documents/Acts_of_the_Agency/Pages/Individual-decision.aspx

Weitere aus der Umsetzung der beiden EU-Verordnungen CACM und FCA resultierende und ggf. von der Bundesnetzagentur zu genehmigende Methoden, die nach Artikel 9 (14) CACM bzw. Artikel 4 (13) FCA zu veröffentlichen sind, finden Sie auf der Informationsplattform der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber unter der Rubrik „EU-Network Codes“ beziehungsweise auf den Seiten des Verbands der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) zu den jeweiligen EU-Verordnungen  CACM und FCA.

Day-Ahead Marktkopplung

Zur Erreichung des Ziels der Europäischen Kommission, einen europaweiten Strombinnenmarkt zu schaffen, hat die Europäische Kommission die europaweite Einführung des integrierten Single Price Couplings (SPC) für den täglichen Stromhandel (day ahead) vorgegeben.

Intraday Marktkopplung

Um einen integrierten europäischen Elektrizitätsbinnenmarkt zu schaffen, haben Strombörsen und Übertragungsnetzbetreiber von zwölf Ländern eine Initiative namens XBID Market Project ins Leben gerufen. Der Zweck des XBID Market Projects ist, kontinuierlichen grenzüberschreitenden Handel zu ermöglichen und insgesamt die Effizienz des Intraday-Stromhandels durch einen einheitlichen grenzüberschreitenden Intraday-Markt in Europa zu erhöhen.