Icon - Instagram

Status 380-kV-Nordring Berlin

Bedarf und gesetzlicher Hintergrund

 

Das Projekt „380-kV-Nordring Berlin“ ist als vordringlicher Bedarf in der Anlage zum Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) als Nr. 11 genannt. Hauptziel des Leitungsneubaus ist es, die Übertragungsfähigkeit der bestehenden 220-kV-Freileitung zwischen Neuenhagen und Wustermark durch Erhöhung der Spannung von 220 auf 380 Kilovolt deutlich zu erhöhen.

Der 380-kV-Nordring Berlin muss im Verbund mit den Offshore-Windparks im Raum Lubmin, neuer Onshore-Kraftwerke in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, dem Ausbau der EEG-Anlagen sowie dem Bau der 380-kV-Uckermarkleitung vom UW Bertikow zum UW Neuenhagen betrachtet werden. Dadurch wird die Belastung der 380-kV-Diagonale Berlin bis an die zulässige Grenze erhöht werden. Die Lösung dieses Engpasses liegt in der Erweiterung und Änderung der Netzstruktur im Raum Berlin. Im Ergebnis wird das bestehende Leitungsnetz auf 220-kV-Ebene schrittweise abgelöst und zukunftsfähig gemacht.

 

Trassenverlauf

Der 380-kV-Nordring Berlin verbindet Neuenhagen (Landkreis Märkisch-Oderland) am östlichen Berliner Stadtrand mit Wustermark (Landkreis Havelland) im Westen der Hauptstadt. Die Leitung führt durch die Landkreise Märkisch-Oderland, Barnim, Oberhavel und Havelland sowie durch den Berliner Bezirk Pankow.

Für den Trassenverlauf wurde im Raumordnungsverfahren die Nutzung eines bestehenden 220-kV-Freileitungtrassenkorridors mit kleinräumigen Varianten geprüft. Der 380-kV-Nordring Berlin wird die bestehende 220-kV-Freileitung auf einer Länge von ca. 80 Kilometern ersetzen. Die Höchstspannungsleitung mit zwei Systemen wird die Umspannwerke Wustermark, Henningsdorf und Neuenhagen verbinden. Dazu kommt noch eine vier Kilometer lange Anbindung des Umspannwerkes Malchow mit vier Systemen.

Nach dem Prinzip der Trassenbündelung wird die neue 380-kV-Freileitung weitestgehend den bestehenden Freileitungen folgen und entlang der Bundesautobahn A 10, dem Berliner Ring, verlaufen. Dort wird derzeit ein Ausbau der Autobahn auf sechs Fahrstreifen vorbereitet. Beide Projekte – 380-kV-Nordring Berlin und Autobahnbau – werden aufeinander abgestimmt.

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung des Landes Brandenburg und der Stadt Berlin hat in ihrer Landesplanerischen Beurteilung zum Abschluss des Raumordnungsverfahrens besondere Aufmerksamkeit auf einige kurze Trassenabschnitte im Raum Birkenwerder, Velten, Summt und Zeestow gelegt. Diese Fragen sollen im folgenden Planfeststellungsverfahren geprüft werden.

Aus Sicht des Naturschutzes besonders interessante Gebiete sind das „Tegeler Fließtal“ und die „Heimsche Heide“. Hier ist zu prüfen, wie diese Räume möglichst geschont bzw. durch Umtrassierung umgangen werden können. In Betracht kommt für Teilabschnitte die Bündelung von Bahn und Verteilnetz.

Genehmigungsverfahren

Öffentliches Beteiligungsverfahren für östlichen Abschnitt

50Hertz wird die Leitung in zwei Abschnitten realisieren. Für den westlichen Abschnitt zwischen Wustermark und dem Oder-Havel-Kanal liegt der Planfeststellungsbeschluss mit Datum vom 20. August 2013 vor.

Das Planfeststellungsverfahren für den zweiten, östlichen Abschnitt hat zeitversetzt begonnen. Der östliche Abschnitt umfasst die Leitung zwischen Oder-Havel-Kanal und dem Umspannwerk Neuenhagen sowie die Anbindung der Umspannwerke Hennigsdorf und Malchow. Im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens waren die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Nach Hinweisen wurde die Planung in Teilen überarbeitet und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2017 erneut ausgelegt.

 

Den beiden Planfeststellungsverfahren war ein Raumordnungsverfahren für die gesamte Trasse vorausgegangen. Verfahren führende Behörde war die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg. Das Raumordnungsverfahren wurde am 30. August 2011 für beide Abschnitte abgeschlossen.

Bau und Betrieb

Westlicher Abschnitt

Mitte Oktober 2015 haben die Bauarbeiten am Abschnitt zwischen dem Umspannwerk Wustermark und dem Oder-Havel-Kanal begonnen. Die Bauarbeiten werden Ende August 2017 abgeschlossen sein.
 
 

Östlicher Abschnitt

Aktuell befindet sich der Abschnitt im Planfeststellungsverfahren. Der Planfeststellungsbeschluss ist Voraussetzung für den Beginn der Bauarbeiten im östlichen Teil des 380-kV-Nordrings Berlin.

Verfahrensstand

Östlicher Abschnitt

Östlicher Abschnitt Vergrößern
Download

Westlicher Abschnitt

Westlicher Abschnitt Vergrößern
Download