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29.08.2018

Erste positive Erfahrungen beim Einsatz von Phasenschiebertransformatoren

Erste positive Erfahrungen beim Einsatz von Phasenschiebertransformatoren
Dr. Dirk Biermann (M.), Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50Hertz, mit Jan Kalina (r.), Vorsitzender der CEPS-Geschäftsführung (r.), und Robert Paprocky von PSE vor einem Modell des Umspannwerks Vierraden. Bildrechte: 50Hertz/Jan Pauls

Röhrsdorf/Berlin – Im Rahmen der internationalen Tagung "Lastflüsse steuern. Europäischen Stromhandel stärken", veranstaltet vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, sind heute im sächsischen Röhrsdorf über 40 Energieexperten zusammengekommen, um über erste Erfahrungen beim koordinierten Einsatz sogenannter Phasenschiebertransformatoren (PST) in Polen, Tschechien und Deutschland zu diskutieren. Mit den PST können Lastflüsse im Wechselstromnetz, auch zwischen benachbarten Ländern, besser gesteuert werden. In der Vergangenheit war es im Zusammenhang mit der deutschen Energiewende und dem Stromhandel nach Südeuropa vermehrt zu "ungeplanten Ringflüssen" über Polen und Tschechien gekommen, die deren Netze zum Teil stark belastet und den grenzüberschreitenden Stromhandel praktisch zum Erliegen gebracht hatten.

Nach den Worten von Dr. Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50Hertz, zeigten die ersten Erfahrungen beim koordinierten Einsatz der PST zwischen dem tschechischen Netzbetreiber CEPS, dem polnischen Netzbetreiber PSE und 50Hertz, dass die "ungeplanten Ringflüsse" deutlich reduziert werden konnten. "Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, weil so die Netze unserer polnischen und tschechischen Nachbarn entlastet werden konnten und wir perspektivisch auch mehr Kapazitäten an den Grenzkuppelstellen für den europäischen Stromhandel bereitstellen können", erläutert Biermann. "Wir können also sagen: Lastflusssteuerung mit Phasenschiebertransformatoren hat sehr positive Effekte, um das bestehende Stromnetz in Richtung Nachbarländer, aber auch innerhalb Deutschlands, optimal und effizient zu nutzen. Dies wird in Zukunft eine viel größere Rolle spielen als bisher, um die Energiewende mit immer höheren Anteilen an Erneuerbaren Energien und bei gewohnt hoher Systemstabilität erfolgreich voranzubringen. Allerdings müssen wir in Deutschland auch den ebenso notwendigen Netzum- und -ausbau voranbringen, denn jetzige und künftige Lastflüsse können auch nur in einem hinreichend dimensionierten Netz gesteuert werden", so der 50Hertz-Geschäftsführer.

Die Phasenschiebertransformatoren, die ähnlich wie ein Ventil den Lastfluss steuern können, sind in Röhrsdorf im Rahmen des zwischen 50Hertz, CEPS und PSE koordinierten Programms seit Januar 2018 in Betrieb, in Vierraden seit Juli dieses Jahres im Testbetrieb. An der deutsch-polnischen Grenze existieren zwei grenzüberschreitende Leitungsverbindungen ("Interkonnektoren"): Von Vierraden (Brandenburg) ins polnische Krajnik und von Hagenwerder (Sachsen) ins polnische Mikulowa. PSE hatte bereits Mitte 2016 vier Phasenschieber in Mikulowa installiert. Zwischen dem 50Hertz-Netz und dem des tschechischen Netzbetreibers CEPS existiert ein Interkonnektor – der vom sächsischen Röhrsdorf ins tschechische Hradec. In Hradec hatte CEPS schon Anfang 2017 PST installiert.

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Volker Kamm

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