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25.09.2015

Europäische Kommission bestätigt überarbeitetes technisches Konzept für neuen deutsch-dänischen Offshore-Interkonnektor

50Hertz und Energinet.dk planen eine 400-MW-Seeverbindung zwischen den Stromnetzen beider Länder

Berlin, Fredericia. Die Europäische Kommission hat das überarbeitete technische Konzept für den weltweit ersten Offshore-Interkonnektor bestätigt, der dafür die nationalen Netzanbindungen von Offshore-Windparks nutzen soll. Die „Kriegers Flak – Combined Grid Solution“ ist ein Vorhaben der beiden Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz (Deutschland) und Energinet.dk (Dänemark). Das Projekt wird mit bis zu 150 Millionen Euro aus dem Europäischen Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (European Energy Programme for Recovery, EEPR) gefördert.

Mit der Bestätigung unterstreicht die Europäische Union die Bedeutung von grenzüberschreitenden Netzverbindungen für die Schaffung eines europäischen Energiebinnenmarktes. Ein integrierter Markt ermöglicht geringere Stromerzeugungskosten und erhöht die Versorgungssicherheit. Dank des neuen Interkonnektors kann darüber hinaus Strom aus erneuerbaren Quellen grenzüberschreitend und über große Distanzen transportiert werden, was zur Umsetzung der Energiewende in beiden Ländern beiträgt.

Der neue Interkonnektor soll zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der dänischen Region Seeland errichtet werden. Er ist für eine Übertragungskapazität von 400 Megawatt (MW) ausgelegt. Die Inbetriebnahme des Interkonnektors ist für Ende 2018 vorgesehen.

„Der neue Interkonnektor wird zum Erhalt der hohen Sicherheit in der Stromversorgung für die Verbraucher im Osten Dänemarks beitragen. Außerdem wird der Interkonnektor Erzeugern und Verbrauchern ermöglichen, grenzüberschreitend mehr Energie zu kaufen und zu verkaufen. Für die erneuerbare Stromerzeugung und die Energiewende bedeutet dies einen echten Mehrwert”, so Peter Østermark Andreasen, Präsident und Vorsitzender der Geschäftsführung von Energinet.dk.

„Die Bestätigung durch die Europäische Kommission ist eine Anerkennung unserer Arbeit, mit innovativen Ansätzen die erneuerbaren Energien zu integrieren und gleichzeitig den europäischen Strommarkt zu stärken. Sie zeigt, dass die Kooperation zwischen Netzbetreibern in Europa die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende ist. Mit der ‚Combined Grid Solution‘ schaffen wir den Nukleus für ein Offshore-Netz in der Ostsee, ein Meilenstein in der Entwicklung der europäischen Netze“, sagt Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz.

In Deutschland gibt es in der Region bereits zwei Offshore-Windparks, Baltic 1 (48 MW) und Baltic 2 (288 MW). In Dänemark wird zurzeit die Errichtung des Offshore-Windparks Kriegers Flak (600 MW) vorbereitet. Die Windparks Kriegers Flak (Dänemark) und Baltic 2 (Deutschland) liegen weniger als 30 Kilometer voneinander entfernt und werden durch zwei Untersee-Kabel verbunden, um einen Interkonnektor zu errichten.

Da der Osten Dänemarks und Deutschland zu zwei verschiedenen synchronen Netzgebieten gehören, ist eine Frequenztransformation notwendig. Dies wird möglich durch zwei Hochspannungskonverter, die den Drehstrom aus dem nordischen Synchrongebiet zunächst in Gleichstrom und dann unmittelbar anschließend wieder in Drehstrom umwandeln, nunmehr aber angepasst an das europäische Synchrongebiet.

Die Konverter sollen in Bentwisch nahe Rostock entstehen. Die Platzierung der Konverter an Land ist kosteneffizienter und erlaubt einfachere Wartung als der Betrieb der Konverter auf einer eigenen Offshore-Plattform. Dies hatte das ursprüngliche Konzept vorgesehen.

Zusätzlich zur aktuellen Bestätigung durch die EU-Kommission: Das Projekt „Kriegers Flak – Combined Grid Solution“ wird von der Europäischen Kommission als Projekt von gemeinsamem Interesse (project of common interest, PCI) eingestuft. Diesen Status erhalten Netzausbauprojekte von besonderer Bedeutung, da sie Lücken in der europäischen Energieinfrastruktur schließen.

50Hertz sorgt mit über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb, die Instandhaltung, die Planung und den Ausbau des 380/220-Kilovolt-Übertragungsnetzes im Norden und Osten Deutschlands. Das 50Hertz-Netz erstreckt sich über eine Fläche von 109.360 Quadratkilometern und ist rund 10.000 Kilometer lang.

Energinet.dk ist ein unabhängiges Staatsunternehmen und untersteht dem dänischen Ministerium für Klima, Energie und Bau. Energinet.dk ist der Übertragungsnetzbetreiber für Strom und Gas in Dänemark. Energinet.dk ist mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das 6.900 km lange 400-Kilovolt- und 150/132-Kilovolt-Übertragungsnetz verantwortlich.

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Volker Kamm

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