12.03.2014

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz legt Geschäftsbilanz 2013 vor

Berlin – Der für den Norden und Osten Deutschlands zuständige Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat am heutigen Mittwoch die Geschäftsbilanz für das Jahr 2013 vorgelegt. Demnach sind die Umsatzerlöse im letzten Jahr im Vergleich zu 2012 mit 8,556 Milliarden Euro (nach IFRS) stabil geblieben. Haupttreiber dafür waren die Erlöse aus dem Erneuerbare-Energien-Geschäft, die jedoch aufgrund der deutschen Vergütungs- und Umlagemechanik nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen ergebnisneutralen durchlaufenden Posten darstellen. Der eigentliche Netzumsatz lag im vergangenen Jahr bei 892 Millionen Euro im Vergleich zu 845 Millionen Euro in 2012.

Das Ergebnis nach Steuern betrug 2013 nach IFRS 166 Millionen Euro1 (2012: 111 Millionen Euro). Bereinigt um Sondereffekte lag das Ergebnis 2013 bei knapp 110 Millionen Euro. Neben dem voranschreitenden Netzausbau waren in erster Linie der Abbau regulatorischer Benachteiligungen und daraus resultierende, operative Einmaleffekte für das positive Ergebnis verantwortlich.

Die Investitionen stiegen von 254 Millionen Euro in 2012 auf rund 400 Millionen Euro in 2013 deutlich an und spiegeln vor allem den voranschreitenden Netzausbau zur Integration der erneuerbaren Energien und zum Umbau der Energieinfrastruktur in Deutschland wider. Hiervon entfielen ca. 248 Millionen Euro auf Onshore- und rund 154 Millionen Euro auf Offshore-Investitionen. Diese Investitionssteigerung zeigt sich auch in einem Personalzuwachs auf nunmehr 821 Mitarbeiter (2012: 757)

Energiewende kommt voran: Hoher Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch und Fortschritte beim Netzaus- und -umbau

Nach Auffassung von Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, zeige nicht zuletzt das hohe Investitionsniveau, dass die Umsetzung der Energiewende im Jahr 2013 im Netzgebiet von 50Hertz gut vorangekommen sei. Mit dem Bau des zweiten Abschnitts der Südwest-Kuppelleitung von Vieselbach nach Altenfeld, der Seekabelverlegung für den Offshore-Windpark Baltic 2 in der Ostsee und dem Bau der Leitung von Bärwalde nach Schmölln seien mehrere Projekte seit letztem Jahr auf einem guten Weg. Insbesondere beim Bau der Leitung Bärwalde – Schmölln sei es durch innovative Methoden möglich gewesen, den Neubau bei laufendem Betrieb der Bestandsleitung zu realisieren. Zudem gab es bei weiteren Vorhaben deutliche Fortschritte in den Genehmigungsverfahren, und auch die baulichen Erweiterungen von Umspannwerken im 50Hertz-Netzgebiet (u.a. Altentreptow-Nord, Perleberg) zur Kapazitätserhöhung seien positive Signale für den voran schreitenden Ausbau der Infrastruktur, der den Schlüssel darstelle zu einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.

Ein weiteres deutliches Zeichen für die positive Entwicklung bei der Umsetzung der Energiewende ist die Tatsache, dass bei relativ konstantem Stromverbrauch in der Regelzone von 50Hertz in den vergangenen Jahren von rund 98 Terawattstunden der Anteil der erneuerbaren Energien in 2013 von 35 Prozent (2012) des Stromverbrauchs auf über 37 Prozent weiter angestiegen ist (knapp 37 Terawattstunden). „Das 50Hertz-Netzgebiet ist weiterhin Vorreiter bei der Integration volatiler erneuerbarer Energien – keine Region weltweit hat einen so hohen Anteil“, betonte Schucht.

Hohe Investitionen geplant - Rahmenbedingungen müssen stimmen

50Hertz plant für die Dekade 2014 bis 2023 Investitionen von insgesamt ca. vier Milliarden Euro. Wichtig sei nach den Worten Schuchts, dass die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen diese Entwicklung ermöglichen. Zudem sei es essentiell, dass es einen breiten Konsens zum Netzausbau auf allen politischen Ebenen und in der Gesellschaft gebe. Schucht: „Man kann die Energiewende und den dafür notwendigen Netzausbau nicht gegen die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen erfolgreich verwirklichen und auch nicht gegen die Bevölkerung.“ Allerdings könne es auch nicht sein, dass der Erfolg des nationalen Projekts ‚Energiewende‘ mit ihren vielfältigen Auswirkungen auf die europäischen Nachbarn durch unterschiedliche regionale Interessen bisweilen konterkariert werde. Von daher seien noch mehr Anstrengungen von allen Seiten nötig, um für Verständnis und Akzeptanz in der Gesellschaft zu werben, so Schucht.

50Hertz sorgt mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen für die Führung des elektrischen Gesamtsystems auf den Gebieten der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich. Als Übertragungsnetzbetreiber im Herzen Europas steht 50Hertz für die sichere Integration der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des europäischen Strommarktes und den Erhalt eines hohen Versorgungssicherheitsstandards. Anteilseigner sind seit 2010 der belgische Netzbetreiber Elia (60 Prozent) sowie der australische Infrastrukturfonds IFM Investors (40 Prozent). Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Group und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E

1 Für Eurogrid GmbH, 50Hertz Transmission GmbH und 50Hertz Offshore GmbH.

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