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Vogelschutz

Verletzungen oder tödliche Unfälle von Vögeln durch Stromschlag, wie sie bei Freileitungen geringerer Spannungsebenen (bis 110 kV) aufgetreten und aus der Presse bekannt geworden sind, können sich bei Höchstspannungsfreileitungen nicht ereignen. 50Hertz unterstützt verschiedene Maßnahmen für einen besseren Schutz der Vögel.

Durch den großen Isolationsabstand bei den geplanten 380-kV-Leitungen sind Stromschläge bei Vögeln ausgeschlossen. Außerdem werden Bündelleiter verwendet, die aus mehreren Leiterseilen bestehen. Sie werden von Vögeln besser wahrgenommen als Einzelseile. Zusätzlich werden zum Vogelschutz an ökologisch besonders sensiblen Stellen wie zum Beispiel Gewässerkreuzungen oder in Flusstälern Markierungen an den Erdungsseilen angebracht - die Sichtbarkeit dieser Seile wird so deutlich erhöht.

Vogelschutzmarkierungen mindern Anprallrisiko

 

Leiterseilbündel (dreifach oder vierfach) werden von Vögeln gut wahrgenommen. Das einfache Erdseil, das die Höchstspannungsleitungen vor Blitzeinschlag schützt und an der Mastspitze verläuft, ist für Vögel weniger leicht zu erkennen. Um hier Abhilfe zu schaffen, setzt 50Hertz Vogelschutzmarker ein.

Zwischen 2012 und 2016 hat 50Hertz die Gelegenheit genutzt, die Wirksamkeit von Vogelschutzmarkierungen wissenschaftlich überprüfen zu lassen. Der dafür ausgewählte 2,4 Kilometer lange Leitungsabschnitt verläuft zumeist in der für den Vogelschutz bedeutsamen Oder-Niederung und innerhalb eines europäischen Vogelschutzgebietes. Im Zuge von Bauarbeiten an der Höchstspannungsleitung zwischen Vierraden und Krajnik nahe der deutsch-polnischen Grenze konnten Wissenschaftler die Kollisionsgefahr für Vögel bei Höchstspannungsleitungen 2012/2013 vor und nach der Montage der schwarzen und weißen Vogelschutzmarkierungen in Spiralform untersuchen. 2016 wurden am selben Leitungsabschnitt die Spiralmarker durch einen zweiten Typ Vogelschutzmarker (Marker mit schwarz-weißen, beweglichen Elementen) ersetzt und dieselbe Untersuchung erneut durchgeführt.

Das von den beiden Biologen Dr. Beate Kalz und Ralf Knerr vorgelegte Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die eingesetzten Vogelschutzmarkierungen das Anprallrisiko für Vögel aller Größenklassen signifikant verringern. Die Anzahl der Kollisionsopfer verminderte sich nach Montage der Vogelschutzmarker um 72 Prozent. Dabei ergaben sich im Vergleich der beiden verwendeten Typen von Vogelschutzmarkern keine signifikanten Unterschiede. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Große Vögel sind durch Kollision mit einem Erdseil offenbar nicht häufiger als kleine Vögel gefährdet. Die Studie von Dr. Beate Kalz und Ralf Knerr (Kalz, B. / Knerr, R. (2017), Sonderuntersuchung zur Wirksamkeit von Vogelschutzmarkierungen) fasst die Untersuchungsergebnisse aus allen drei Untersuchungszeiträumen 2012, 2013 und 2016 zusammen und ersetzt die Fassung von 2016.

 

Schaffung neuer Lebensräume

Der Bau von Freileitungen schafft neue Lebensräume. Teilweise verlaufen die Leitungen durch Waldgebiete und queren diese in Schneisen. Unter ökologischen Gesichtspunkten lassen sich diese Schneisen als "Lebenslinien" betrachten.

In den Schneisen können sich verschiedenste, oftmals schützenswerte Biotope und Habitate für Insekten, Reptilien, Vögel und Säugetiere entwickeln. In diesen neu geschaffenen Lebensräumen lassen sich anspruchsvolle Pflanzen finden, die - wie zum Beispiel viele der heimischen Orchideen - auf eine extensive Bewirtschaftung und regelmäßige Freihaltung angewiesen sind. In den umgebenden Waldgebieten und Landwirtschaftsflächen sind die Artenzahlen der Pflanzen- und Tierwelt in der Regel wesentlich kleiner.

Strommasten bieten Vögeln zusätzliche Brutmöglichkeiten. Im Nordosten Deutschlands brüten Fischadler inzwischen sogar häufiger auf Masten als auf Bäumen. Unter anderem nutzen Falken und Rabenvögel die Masten.

Kontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
Tel: +49 (0) 30-5150-3417
Fax: +49 (0) 30-5150-2199
E-Mail: volker.kamm@50hertz.com