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17.06.2015

Ausweichquartiere für Fledermäuse

  • 618 Nisthilfen für Fledermäuse werden im Rahmen der CEF-Maßnahmen Südwest-Kuppelleitung 3. Bauabschnitt gehängt
  • Fachliche Kooperation mit der Stiftung FLEDERMAUS, Thüringen

Berlin – Rechtzeitig zum Bezug der Sommerquartiere werden an der Südwest-Kuppelleitung (auch Thüringer Strombrücke genannt) im Rahmen sogenannter CEF-Maßnahmen 618 Nisthilfen für Fledermäuse gehängt. CEF-Maßnahmen (Continuous Ecological Functionality-Measures) bedeuten übersetzt so viel wie Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung der ökologischen Funktion. Zum Artenschutz gehört bei Infrastrukturvorhaben auch, dass Maßnahmen direkt am betreffenden Bestand geschützter Arten angesetzt werden. Die gesetzliche Grundlage in Deutschland ergibt sich aus § 44 Abs. 5 i.V.m. § 15 Bundesnaturschutzgesetz (Eingriffsregelung). Entscheidend dabei ist, dass sie vor einem Eingriff in direkter funktionaler Beziehung durchgeführt werden. Im Falle der Fledermäuse bedeutet das, dass die alternativen Quartiere in Form von Nisthilfen den Tieren rechtzeitig zur Umsiedlung aus den Winter- in die Sommerquartiere angeboten werden.

Die Flach- und Rundkästen für Spalten- und Höhlenbewohner übernimmt die Stiftung FLEDERMAUS aus Erfurt. 50Hertz kooperiert unter anderem mit der Stiftung Fledermaus im Rahmen der CEF- sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. „Schon bei der Auswahl der richtigen Nisthilfen war die Zusammenarbeit mit den Fledermaus-Experten/innen der Stiftung sehr hilfreich und wir haben viel über diese interessanten Lebewesen gelernt,“ so Veikko Rost, bei 50Hertz für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zuständig. „Durch diese Maßnahmen sollen die Eingriffe in die Natur durch Netzaus- und Umbau ausgeglichen werden, so Rost. Alle Unterkünfte werden per GPS-Kennung jederzeit wiedergefunden. Durch die Möglichkeit des Monitoring kann auch die Annahme der Quartiere überprüft werden. Die Orte für die Nisthilfen wurden zuvor mit den Grundstückseigentümern geklärt, sodass die Auswahl und der Zugang zu den Nisthilfen reibungslos erfolgen können.

Seit rund 50 Millionen Jahren leben Fledermäuse in Deutschland. In den vergangenen 50 Jahren sind sie beinahe ausgestorben. Die wichtigsten Gründe dafür sind Nahrungsmangel und Quartierverlust. In der kalten Jahreszeit ziehen sich Fledermäuse in versteckte Quartiere wie Höhlen, Felsspalten oder Baumlöcher zum Winterschlaf zurück. Der Mangel an solchen Rückzugsorten ist eine der Hauptbedrohung für die – je nach Zählweise – 23 bis 25 in Deutschland beheimateten Fledermausarten. Als Säugetiere haben Fledermäuse eine recht niedrige Fortpflanzungsrate. Sie können unter günstigen Bedingungen bis zu 30 Jahre alt werden. Die nachtaktiven Tiere leben in Kolonien und ernähren sich von Insekten. Sie orientieren sich bei ihren nächtlichen Jagdflügen am Magnetfeld der Erde.

Zum Hintergrund:
Die Südwest-Kuppelleitung dient als wichtiger Lückenschluss zwischen den Übertragungsnetzen in Ost- und Westdeutschland. Sie ist ein europäisches und nationales Vorrangprojekt und soll Strom aus Nord- und Ostdeutschland nach Süddeutschland transportieren. Sie wird nominell die Leistung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld ersetzen, das voraussichtlich am 27. Juni 2015 vom Netz gehen wird. An der Nahtstelle zwischen Thüringen und Bayern fielen in den letzten Jahren sogenannte Redispatch-Kosten in dreistelliger Millionenhöhe nach §§ 13.1 und 13.2 EnWG an, weil das Netz die benötigten Transportleistungen nicht bieten konnte.

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