Infrastrukturbauvorhaben im urbanen Raum, wie die Kabelvertikale Berlin Nord, stehen vor besonderen Herausforderungen. In dicht besiedelten städtischen Gebieten wie Berlin steht nur sehr wenig Raum für die Einrichtung von Bauvorhaben zur Verfügung. Die Kabelvertikale Berlin Nord wurde daher im Bundesbedarfsplan mit „F“ gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung besagt, dass die Umsetzung als Wechselstrom-Erdkabel Pilotprojekt vorgesehen ist. Nach einer Machbarkeitsstudie ist 50Hertz zu dem Schluss gekommen, dass eine offene Bauweise – erdverlegte Kabel – in Berlin kaum durchzuführen ist. Das Ergebnis dieser Studie legt die Tunnelbauweise über den Großteil der Strecke nah.
Für den Tunnelbau werden Schächte in regelmäßigen Abständen notwendig. Sie dienen während der Bauphase der Logistik und als Rettungswege sowie zur Belüftung, sobald die Leitung in Betrieb ist. Der Schachtbau ist im Vergleich zum Tunnelbau oberirdisch bemerkbar. Die Flächen, die für die Baueinrichtung und den Betrieb der Baustellen benötigt werden, sind im urbanen Umfeld schwer zu identifizieren. Darüber hinaus müssen Planungsprämissen wie Wirtschaftlichkeit, Meidung von umweltfachlichen Belangen, dem Schutzgut Mensch und vieles mehr, beachtet werden.
Nach Fertigstellung sind die Schächte für den Zugang und die Belüftung der Anlage notwendig. Ist alles fertiggestellt, sind die Schächte kaum noch wahrnehmbar, da sie ins Stadtbild integriert werden.