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26.06.2013

Positionspapier zur Rolle von Speichern im Kontext der Energiewende

50Hertz-Empfehlungen für eine zukünftige effiziente Nutzung von Speichern:

  1. Power-to-Heat zur Netzstabilisierung ermöglichen
    50Hertz möchte anregen, den Einsatz von Power-to-Heat kurzfristig im Rahmen des Engpassmanagements zu ermöglichen. Der Einsatz ist jedoch derzeit noch nicht wirtschaftlich, da durch den Letztverbraucherstatus der Anlagen diese voll abgabepflichtig sind (Netzentgelte, EEG-Umlage, Stromsteuer etc.), auch wenn sie einem systemstabilisierenden Einsatzzweck dienen, wie Redispatch oder negativer Regelleistung. Daher könnte über eine Ausnahmeregelung bei solchen Einsätzen nachgedacht werden. Auch eine Anpassung des Primärenergiefaktors der erzeugten Wärme bei Nutzung von „überschüssigem“ Strom kann diskutiert werden. Denn es erscheint fragwürdig, dass Stromüberschuss vernichtet oder durch Abregelung der Erneuerbaren-Anlagen vermieden werden muss, wenn er für andere Zwecke genutzt werden könnte.
  2. Bestandsspeicher am Markt erhalten
    Wie beschrieben droht bei den bestehenden Pumpspeicherkraftwerken (PSW) in Deutschland durch den fehlenden Deckungsbeitrag der Verkauf oder möglicherweise auch die Stilllegung. Dabei können diese Speicher systemstabilisierend eingesetzt werden. U.a. ist die Einbindung in Redispatchmaßnahmen beim Engpassmanagement auch noch ausbaufähig. Darum sollten die bestehenden PSW in Deutschland unbedingt im System gehalten werden.
  3. Nutzung der Speicherkapazitäten und Skandinavien / Alpen durch Interkonnektoren
    Zudem sollten der Ausbau der Interkonnektoren nach Skandinavien und in die Alpen forciert werden. Langfristig ist für einen saisonalen Fluktuationsausgleich die Nutzung von Speichern in diesen Ländern die einzige Alternative zu einem umfassenden Ausbau von Power-to-Gas-Kapazitäten in Deutschland. Der Bau von Interkonnektoren ist aber deutlich kostengünstiger und kann zeitnäher erfolgen.
  4. Anreize für einzelne Speicher kritisch überprüfen
    Die technologische Entwicklung wird in den kommenden Jahren weitere Effizienzschritte bringen, die heute noch nicht absehbar sind. Darum sollte insbesondere die Erforschung und Erprobung der Technologien gefördert werden. Zudem sollten gleiche, faire Bedingungen für alle Technologien geschaffen werden. Dazu gehört unter anderem, dass die aktuelle Bevorzugung einzelner Speicher, vor allem der dezentralen Speicher, überprüft werden sollten. So wäre es eher sinnvoll, alle Technologien gleichermaßen von den Abgaben zu befreien oder aber Ausnahmen für einzelne aufzuheben. Zudem müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Sichtbarkeit der dezentralen Anlagen und ihrer Fahrweise für die Netzbetreiber sichtbar zu machen.

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