Das Übertragungsnetz zwischen den Umspannwerken Eula bei Leipzig (Sachsen), Weida (Thüringen) und Herlasgrün (Sachsen) im Vogtland sowie den Suchräumen Hof und Marktleuthen/Kirchenlamitz in Bayern steht vor einem Generationenwechsel. Die von Eula bis Herlasgrün bestehende 220-kV-Freileitung wird abgelöst durch eine leistungsfähige 380-kV-Freileitung (Ersatzneubau). Ab Herlasgrün bis zu den Suchräumen Hof und Marktleuthen/Kirchenlamitz entsteht – ebenfalls als Freileitung – ein 380-kV-Neubau.
50Hertz setzt das Freileitungsvorhaben Eger-Elster-Leitung bis zur Landesgrenze des Freistaates Sachsen mit dem Freistaat Bayern um. Als Vorhabenträger für den Abschnitt ab der bayrischen Landesgrenze bis zum Suchraum Marktleuthen/Kirchenlamitz in Bayern ist der Übertragungsnetzbetreiber TenneT verantwortlich. Das Vorhaben verknüpft dementsprechend die Regelzonen der beiden Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und TenneT. Damit handelt es sich um eine sogenannte Kuppelleitung.
Die künftige Eger-Elster-Leitung dient der Erhöhung der Übertragungskapazität sowie der regionalen und überregionalen Versorgungssicherheit. Die bestehende 220-kV-Leitung ist in die Jahre gekommen und besitzt zudem für die durch den Ausbau erneuerbarer Energien zu erwartenden Übertragungsaufgaben eine zu geringe Übertragungskapazität. Daher plant 50Hertz die Umrüstung auf die zeitgemäße Spannungsebene 380 kV und die Erhöhung der Stromtragfähigkeit auf 4.000 Ampere. Damit verbunden sind Modernisierungen der angebundenen Umspannwerke und Transformatoren. Die bereits bestehenden 380-kV-Leitungen zwischen Thüringen und Bayern weisen außerdem unzulässig hohe Auslastungen auf. Daher besteht in Abschnitt Süd der Bedarf für den Neubau einer 380-kV-Freileitung.
Künftig leistet die Eger-Elster-Leitung mit ihrer gesteigerten Kapazität zudem einen wichtigen Beitrag für die Energiewende, um regional erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien ins Höchstspannungsnetz einzuspeisen und in die Bedarfsregionen im Süden zu transportieren. Durch den Zubau erneuerbarer Energien in Thüringen, Sachsen und Bayern besteht zunehmend Bedarf an Kapazitäten für Einspeisungen aus dem örtlichen Verteilnetz. Darüber hinaus trägt die Leitung zur Verminderung der Redispatch-Kosten bei.2
Der Ersatzneubau in den Abschnitten Nord und Mitte folgt dem NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) und wird demnach als Netzverstärkung eingestuft. In Abschnitt Süd handelt es sich um einen Neubau.
Die Inbetriebnahme der Eger-Elster-Leitung wird abschnittsweise erfolgen und ist für 2037 vorgesehen. Die Altleitung muss zur Sicherstellung der Versorgung bis zur Inbetriebnahme der Neuleitung in Betrieb bleiben.