16.09.2014

Erste gemeinsame deutsch-tschechische Übung stellt die Bedeutung des europäischen Netzverbundes und der länderübergreifenden Zusammenarbeit in Notfallsituationen unter Beweis

Berlin/Prag - Die in dieser Form in Europa einzigartige, internationale Sicherheitsübung der beiden Stromübertragungsnetzbetreiber CEPS (Tschechien) und 50Hertz (Deutschland), die heute unter dem Namen DRILL in der Umgebung der grenznahen Gemeinde Hora Sv. Šebestiána stattgefunden hat, bot rund 200 Experten aus Deutschland und Tschechien die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf den Prüfstand zu stellen und in der Praxis zu testen. Die teilnehmenden Fachleute wurden unter anderem vor die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, eine grenzüberschreitende Ersatzleitung zur Überbrückung der Verbindung zwischen dem Netz von 50Hertz und dem tschechischen Übertragungsnetzbetreiber CEPS zu bauen.

Mit DRILL wurde eine extreme Situation simuliert, die zu Ausfällen in Teilen des Übertragungsnetzes führen kann. Das Szenario sah wie folgt aus: Extreme Witterungsbedingungen verursachen eine Reihe von Notfallsituationen im Übertragungsnetz mehrerer europäischer Länder, einschließlich der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Dies hatte den Ausfall einer Übertragungsleitung zwischen den Umspannwerken Hradec u Kadane und Röhrsdorf zur Folge.

Würde ein solcher Vorfall tatsächlich eintreten, wäre es von grundlegender Bedeutung, den Betrieb der Verbundleitung möglichst rasch wiederherzustellen. Beide Übertragungsnetzbetreiber müssten in diesem Fall umgehend mit dem Bau einer grenzüberschreitenden Ersatzleitung beginnen. Wenn dieser Vorfall noch durch andere Faktoren erschwert würde, wie in dieser Übung beispielsweise durch einen Brand in der näheren Umgebung oder durch die Unzugänglichkeit des Geländes, müssen sich 50Hertz und CEPS auf die Zusammenarbeit von Rettungshelfern, Feuerwehr oder Polizei aus beiden Ländern verlassen können.

In diesem Übungsszenario wurden Dutzende von Experten von 50Hertz und CEPS mobilisiert, die bei ihrem Einsatz Unterstützung aus der Luft bekamen. So wurde ein tschechischer Polizeihubschrauber zum Löschen des Feuers in der Nähe der Übertragungsleitung eingesetzt, ein Hubschrauber der tschechischen Armee übernahm den Transport der Bauteile für die neuen Strommasten zum Einsatzort. Außerdem wurden drei Kräne zur Errichtung der Strommasten und Dutzende von Rettungsfahrzeugen aus beiden Ländern eingesetzt.

"Die Übung zeigt, wie eng die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Versorgungssicherheit ist. Wir sitzen in Europa alle im selben Boot und müssen in solch kritischen Situationen noch intensiver auf Kooperation setzen. Diese gemeinsame Übung von CEPS und 50Hertz stellt eine neue Dimension der Zusammenarbeit dar, und wir sind sehr stolz darauf, dass auch behördliche Instanzen an dieser Übung teilgenommen haben, damit alle Beteiligten im Falle eines Falles gewappnet sind", sagt Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz.

Die Versorgung mit elektrischer Energie wird heute als Selbstverständlichkeit betrachtet. Dank der Zusammenarbeit zwischen den Leitstellen der nationalen Übertragungsnetzbetreiber, die rund um die Uhr für das Gleichgewicht im Stromnetz sorgen, können sich die Bürger in ganz Europa auf den einwandfreien Betrieb der Übertragungsnetze verlassen.

Auch wenn die Netzbetreiber für Instandhaltung und Ausbau ihrer Anlagen mit hohem Verantwortungsbewusstsein alles Erdenkliche tun, können technische Ausfälle nie ganz ausgeschlossen werden. Aber dank der Struktur des Übertragungssystems können die Netze im Normalfall so verbunden werden, dass der Systembetrieb nicht wesentlich durch die Folgen eines Ausfalls beeinträchtigt wird. Extreme Situationen, wie sie während der DRILL-Übung simuliert wurden, zeigen deutlich, wie unabdingbar der europaweite, sichere Betrieb der Stromnetze ist.

Durch die Entwicklung des europäischen Energiesektors ist die internationale Kooperation zwischen den Übertragungsnetzbetreibern mehr denn je gefordert. Folglich gewinnt die Zusammenarbeit zwischen CEPS, 50Hertz und den Netzleitstellen anderer europäischer Länder immer mehr an Bedeutung. Eine solche Übung als Prüfstein für die gemeinsame Koordinierung in Notfallsituationen ist daher mehr als gerechtfertigt", erklärt Vladimir Tošovský, Hauptgeschäftsführer des tschechischen Netzbetreibers CEPS.


Über CEPS:
Die Aktiengesellschaft CEPS ist der alleinige Übertragungsnetzbetreiber in der Tschechischen Republik und hat im Rahmen des Energiegesetzes ein durch die Regulierungsbehörde genehmigtes gesetzliches Monopol. Das Unternehmen sorgt für die Instandhaltung und den Ausbau von 41 Umspannwerken. Dazu gehören 71 Transformatoren, die die Stromeinspeisung vom Übertragungsnetz in das Verteilnetz ermöglichen. Das 400 kV-Netz erstreckt sich über eine Länge von 3510 km, das 220 kV-Netz hat eine Gesamtlänge von 1910 km. CEPS ist Mitglied der bedeutenden europäischen Organisationen im Energiebereich. Das Unternehmen ist im tschechischen Netzgebiet verantwortlich für das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Echtzeit (Systemführung) und für den grenzüberschreitenden Stromaustausch, inklusive Transitlieferungen. CEPS ist seit jeher eine treibende Kraft bei der Entwicklung liberalisierter Strommärkte, sowohl in der Tschechischen Republik wie in Europa.

Über 50Hertz:
50Hertz sorgt mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen für die Führung des elektrischen Gesamtsystems auf den Gebieten der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich. Als Übertragungsnetzbetreiber im Herzen Europas steht 50Hertz für die sichere Integration der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des europäischen Strommarktes und den Erhalt eines hohen Versorgungssicherheitsstandards. Anteilseigner sind seit 2010 der belgische Netzbetreiber Elia (60 Prozent) sowie der australische Infrastrukturfonds IFM Investors (40 Prozent). Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Gruppe und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.

Kontakt:
Volker Kamm, 50Hertz Transmission GmbH, Telefon 030-5150-3417,
Fax 030-5150-2199, Mobil 0172-3232-759, volker.kamm@50hertz.com
Tereza Soukupová, CEPS, a.s., tel.: +420 211 044 807
fax.: +420 211 044 244, mob.: +420 721 315 948, soukupovat@ceps.cz

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