17.02.2016

Windparks können am Regelenergiemarkt teilnehmen

Präqualifikation für Windparks im Netzgebiet von 50Hertz

Windparks können am Regelenergiemarkt teilnehmen
  • Zusammenschluss von zwei Windparks stellt Regelenergie in der 50Hertz-Regelzone bereit
  • 89 MW-Windparkpool kann 60 Megawatt Leistung zur negativen Minutenreserve beisteuern
  • Wichtiger Beitrag von erneuerbaren Energien zur Systemsicherheit

Berlin/Essen – Zum ersten Mal sind heute in Deutschland Windparks tatsächlich in die Lage versetzt worden, am Regelenergiemarkt teilzunehmen. Der zunächst aus zwei Windparks bestehende Pool liegt im Netzgebiet des für den Norden und Osten zuständigen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. Vermarkter des Windstroms ist das norwegische Energieunternehmen Statkraft.

50Hertz zeigt sich stolz, diese Entwicklung mit vorangetrieben zu haben: „Diese erste Präqualifizierung von Windkraftanlagen für den Regelenergiemarkt zeigt, welchen Beitrag erneuerbare Energien schon heute zur Systemsicherheit leisten können“, betonte Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz. „Perspektivisch erhoffen wir uns, dass die erneuerbaren Energien, deren Ausbau insbesondere in der Regelzone von 50Hertz rasant voranschreitet, einen immer stärkeren Beitrag an der Erbringung von Systemdienstleistungen übernehmen.“

„Wir freuen uns, dass wir jetzt nach langer Vorarbeit das erste Mal Windkraftanlagen für unsere Kunden wirtschaftlich sinnvoll in die Minutenreserve gebracht haben", so Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH. „Damit beweisen wir unsere Innovationsführerschaft bei der kommerziellen Vermarktung von Windenergie.“

Möglich ist diese erste Präqualifizierung aufgrund eines Pilotprojektes aller vier Übertragungsnetzbetreiber, in dem Kriterien zur Bereitstellung von Regelenergie durch Windparks gemeinsam entwickelt wurden.

Hintergrund zur Regelenergie:
Um die normale Frequenz im Stromnetz bei 50 Hertz zu halten, müssen Stromverbrauch und Erzeugung immer im Gleichgewicht sein. Unvorhergesehene Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch – verursacht etwa durch Prognoseabweichungen bei erneuerbaren Energien – müssen die Übertragungsnetzbetreiber daher durch den Einsatz von Regelleistung ausgleichen. So wird eine Gefährdung der Systemstabilität verhindert.

Regelenergie gleicht Schwankungen im Stromnetz innerhalb kurzer Zeit aus, entweder, indem Strom zugeführt (positive Regelleistung) oder aus dem Netz genommen (negative
Regelleistung) wird. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland halten ständig jeweils etwa 4.000 Megawatt positiver und negativer Regelleistung vor.

Bereitgestellt wird diese Leistung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen am Regelenergiemarkt. Anbieter von Regelleistung müssen nachweisen, dass sie mit ihren Anlagen die Anforderungen zur Leistungserbringung erfüllen, sie müssen also eine Art „Führerscheinprüfung“ für den Regelenergiemarkt ablegen.

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