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01.10.2018

Übertragungsnetzentgelte in Hamburg, Berlin und Ostdeutschland sinken 2019

50Hertz reduziert die durchschnittlichen Netzentgelte auch für das kommende Jahr

Übertragungsnetzentgelte in Hamburg, Berlin und Ostdeutschland sinken 2019 Aus dem Transmission Control Centre wird das Übertragungsnetz von 50Hertz gesteuert. Foto: Jan Pauls
  • Durchschnittliche Netzentgelte sinken voraussichtlich um 23 Prozent
  • Hauptgrund für Entgeltsenkung: Nach gesetzlichen Neuerungen werden Offshore-Kosten von den Netzentgelten in die Offshore-Netzumlage überführt
  • Weiterer Grund: Geringere Kosten für das Engpassmanagement 
  • 50Hertz-CEO Schucht: „Gutes Signal für energieintensive Industrie!"
  • Erstmals wird ein Teil der Netzentgelte der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber für das kommende Jahr vereinheitlicht

Berlin - Gute Nachricht für die Stromverbraucher in Hamburg, Berlin und den ostdeutschen Flächenländern: Der für den Norden und Osten Deutschlands zuständige Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz wird seine Netzentgelte für das Jahr 2019 im Vergleich zum laufenden Jahr um voraussichtlich 23 Prozent senken. Diese Senkung ist zuallererst auf das Herausrechnen der Offshore-Kosten zurückzuführen, die nach dem Willen des Gesetzgebers künftig über die sogenannte Offshore-Netzumlage (bislang: Offshore-Haftungsumlage) von den Verbrauchern finanziert werden. Auch geringere Kosten für das 50Hertz-Engpassmanagement schlagen positiv zu Buche. Bereits von 2017 auf 2018 hatte 50Hertz die Netzentgelte um elf Prozent reduzieren können. Endgültig festgelegt werden die Tarife für das Jahr 2019 Ende dieses Jahres.

Für die Änderung der Netzentgelte bei 50Hertz sind vor allem die Änderungen infolge des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) entscheidend, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist: Ab dem kommenden Jahr werden die Offshore-Kosten bundesweit einheitlich über die Offshore-Netzumlage – statt bisher über die regional unterschiedlichen Netzentgelte – gewälzt und wirken somit entlastend auf die regionalen Netzentgelte. Im Rahmen des NEMoG erfolgt ab 2019 zudem die schrittweise Angleichung der Übertragungsnetzentgelte bis zum Jahr 2023. Für 2019 bedeutet dies, dass erstmals ein bundeseinheitlicher Netzentgeltanteil von 20 Prozent bei den Entgelten der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber zum Ansatz gebracht wird. Darüber hinaus konnte 50Hertz seine Kosten für das Engpassmanagement (Redispatch mit konventionellen Kraftwerken und Abregelung von erneuerbaren Erzeugungsanlagen) im Vergleich zum Vorjahr senken.

Nach Auffassung von Boris Schucht, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von 50Hertz, ist die Senkung der Entgelte für 2019 eine gute Botschaft für die Verbrauchergruppen, insbesondere aber für die Betriebe in Hamburg, Berlin und den ostdeutschen Flächenländern: „Die Senkung der Netzentgelte bedeutet für die industriellen, gewerblichen und auch privaten Stromverbraucher in unserer Region eine Entlastung und zeigt, dass der Netzausbau wirkt und Kosten zur Beseitigung von Netzengpässen reduzieren hilft. Klar ist aber auch, dass die Senkung zuallererst dem Herausrechnen der Offshore-Kosten geschuldet ist, die künftig nicht mehr bei den Netzentgelten, sondern in einer gesonderten Umlage auf der Gesamtstrompreisrechnung erscheinen werden. Mit der gesetzlich vorgesehenen, schrittweisen Angleichung der Netzentgelte sind wir auf dem Weg, die durch die Energiewende bedingten Kosten bundesweit fair zu verteilen und dem Anspruch gerecht zu werden, dass die Energiewende eine gesamtdeutsche Aufgabe ist. Insbesondere die energieintensiven Industrien profitieren von dieser Entwicklung."

Die 23-prozentige Senkung der 50Hertz-Netzentgelte bedeutet zwar für einen Vier-Personen-Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 4.000 Kilowattstunden nur eine Ersparnis von rund zehn Euro im Jahr, da der Anteil der Netzentgelte des Übertragungsnetzbetreibers am Gesamtstrompreis der Privathaushalte lediglich einen Anteil von fünf Prozent ausmacht. Höher liegt dieser Anteil jedoch bei Unternehmen, und insbesondere energieintensiven Unternehmen, die direkt ans Übertragungsnetz angeschlossen sind. So zahlt beispielsweise ein Industriekunde wie ein Stahlwerk mit jährlich ca. 4.000 Benutzungsstunden im Jahr 2019 16 Millionen Euro Netzentgelte statt 20 Millionen Euro im Jahr 2018.

 PDF-Dokument: Details zur Berechnung der Übertragungsnetzentgelte in Deutschland


Pressekontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
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