Die Erweiterung des Umspannwerks Wustermark findet auf Flächen statt, die bislang überwiegend ackerbaulich genutzt wurden und in Teilen durch frühere Nutzungen bereits vorbelastet sind. Für die neue Zuwegung und die Bauflächen müssen einige Gehölze sowie einzelne Solitärbäume weichen; alle betroffenen Bäume und Strukturen werden jedoch durch ein umfangreiches Pflanzprogramm vor Ort ersetzt. Insgesamt entstehen dabei rund 137 neue Bäume sowie zusätzliche Hecken- und Gehölzstrukturen, die langfristig die ökologische Qualität des Umfelds verbessern und neue Rückzugsräume für zahlreiche Tierarten bieten.
Da die Fläche zuvor auch Lebensraum für Arten wie Feldlerche, Dorngrasmücke oder Grauammer war, werden rechtzeitig vor dem Bau neue, geeignete Ersatzlebensräume geschaffen – darunter eine 2,2 ha große halboffene Landschaft mit Staudenfluren und Gehölzinseln. Diese Flächen bieten nicht nur Ersatz für betroffene Brutreviere, sondern entwickeln sich zu langfristig wertvollen Biotopen mit hoher Strukturvielfalt.
Auch die streng geschützte Zauneidechse, die im Bereich des Bauvorhabens vorkommt, wird in speziell hergerichtete Ersatzhabitate umgesiedelt, um ihren Fortbestand zu sichern. Diese Habitate umfassen u. a. erhöhte Sonnenplätze, Sandlinsen für die Eiablage und Totholzstrukturen, die den natürlichen Lebensbedingungen der Art entsprechen.
Der unvermeidbare Eingriff durch Bodenversiegelung wird über Kompensationsflächen ausgeglichen, auf denen intensiv genutzte Ackerflächen in artenreiches Dauergrünland umgewandelt oder extensiv bewirtschaftet werden. Dadurch entstehen zusätzliche Lebensräume für Insekten, Kleinsäuger und Vögel und der ökologische Wert der Landschaft wird insgesamt gesteigert. Zudem tragen diese Flächen zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Förderung natürlicher Wasserhaushalte bei.
Durch diese Maßnahmen ergibt sich eine insgesamt ausgeglichene ökologische Bilanz, da die betroffenen Lebensräume funktional erhalten oder an anderer Stelle in gleichwertiger Qualität neu geschaffen werden. So wird sichergestellt, dass die notwendige Erweiterung des Umspannwerks naturverträglich erfolgt und neue wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen – ein wichtiger Beitrag zur Verbindung von Energiewende und Naturschutz in der Region.