Einführung
50Hertz versteht unter einem Special Protection Scheme (SpPS) ein spezielles Schutzsystem, das in Stromübertragungsnetzen eingesetzt wird, um die Netzsicherheit in außergewöhnlichen oder Störungssituationen wiederherzustellen. Das SpPS-Modul überwacht das Übertragungsnetz auf Grenzwertverletzungen und erkennt Ereignisse, die den Normalzustand des Übertragungsnetzes gefährden. Es führt Maßnahmen durch, um die Auswirkungen von Grenzwertverletzungen und Ereignissen zu mindern und das Übertragungsnetz in einen sicheren Zustand zurückzuführen. Dies können Maßnahmen wie das Abschalten von Betriebsmitteln oder die Änderung der Einspeisung von Erzeugern umfassen. Das SpPS-Modul ist darauf ausgelegt, durch schnelle und koordinierte Reaktionen die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Stromnetzes zu erhöhen. Das SpPS-Modul hat nicht zum Zweck Berechnungen durchzuführen, sondern greift auf Berechnungen und Ergebnisse anderer Systeme zurück.
So sind die Aufgaben des SpPS-Moduls wie folgt:
- Die Überwachung des Übertragungsnetzes auf Grenzwertverletzungen und das Erkennen von Ereignissen, die den Normalzustand des Übertragungsnetzes gefährden
- Durchführung von Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen einer Grenzwertverletzung und Ereignissen und das Übertragungsnetz in einen sicheren Zustand zurückführen
Dabei unterscheiden wir je nach Anwendungsfall in drei Zeitbereiche, in denen die Maßnahmen durchgeführt werden müssen:
- Zeitbereich 1: 0ms < T <= 150ms
- Zeitbereich 2: 150ms < T < 1min
- Zeitbereich 3: T >= 1min (kein beliebiges Zeitbudget, sondern vom Anwendungsfall abhängig. Mal 1 min, mal 5 min, usw.)
Als Reaktionszeit ist die Zeitdauer von Eintritt des Ereignisses bis zur vollständigen Umsetzung der Reaktion, inklusive Eigenzeit aller Geräte und Systeme zu verstehen.
Die Reaktionszeiten im Bereich 3 leiten sich von der Überlastfähigkeit von Betriebsmitteln ab, die nicht (N-1)-Sicher, sondern kurativ betrieben werden sollen.