30.09.2016

Übertragungsnetzentgelte steigen 2017 um 42 Prozent im Nordosten Deutschlands

Exakte Festlegung erfolgt Ende dieses Jahres

Berlin. Die Netzentgelte des für den Norden und Osten Deutschlands zuständigen Stromübertragungsnetzbetreibers 50Hertz werden im kommenden Jahr um 42 Prozent steigen. Die exakte Festlegung der Netzentgelte für 2017 erfolgt Ende dieses Jahres.

Haupttreiber für diese Steigerung sind die enorm gestiegenen Kosten für das Engpassmanagement zur Netzstabilisierung, also Redispatchmaßnahmen und die Einsenkung von Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung, die allein rund 90 Prozent der Steigerung der Netzentgelte von 50Hertz ausmachen. Nur etwa sechs Prozent der Steigerung sind auf den Netzausbau zurückzuführen, ca. vier Prozent auf gesetzliche Neuerungen (Kosten zur Stilllegung von Braunkohlekraftwerken und Kosten für sog. Schwarzstartfähige Kraftwerke).

Die energiewendebedingten Kosten zur Netzstabilisierung und die daraus resultierenden Netzentgeltsteigerungen führen zu immer größeren regionalen Unterschieden und Mehrbelastungen bei den Strompreisen in Deutschland. Von daher plädiert 50Hertz weiterhin und mit Nachdruck dafür, die Netzentgelte auf Übertragungsnetzebene bundesweit zu vereinheitlichen. Die Energiewende ist ein bundesweites Projekt, dessen Kosten auch bundesweit fair verteilt werden müssen.

Der Anteil der Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber am gesamten Strompreis eines Privathaushaltes schlägt mit rund vier Prozent zu Buche.

Begriffserklärung (Quelle: Bundesnetzagentur)

Redispatch: Unter Redispatch sind Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken zu verstehen, um Leitungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen. Droht an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass, so werden Kraftwerke diesseits des Engpasses angewiesen, ihre Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Auf diese Weise wird ein Lastfluss erzeugt, der dem Engpass entgegenwirkt.

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