19.01.2017

Kooperationsvertrag konkretisiert deutsch-schwedisches Gleichstromprojekt "Hansa PowerBridge"

Kooperationsvertrag konkretisiert deutsch-schwedisches Gleichstromprojekt "Hansa PowerBridge"

Berlin - Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz (Deutschland) und Svenska kraftnät (Schweden) haben sich mit dem heute (Donnerstag, 19.01.2017) in Berlin unterzeichneten Kooperationsvertrag auf weitere wichtige Details zur Planung und zum Bau der Hansa PowerBridge geeinigt. Neben einem Zeitplan wurden Vereinbarungen zur technischen Ausgestaltung, Projektorganisation, Eigentumsverhältnissen, Kostenaufteilung, Ausschreibung, Bau und Inbetriebnahme der geplanten, 700 Megawatt (MW) starken Gleichstromverbindung zwischen Deutschland und Schweden getroffen.

Nach derzeitiger Planung soll nun auf deutscher Seite das Planfeststellungsverfahren vorbereitet und bis Ende 2021 abgeschlossen werden. Auch auf der schwedischen Seite sollen zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Genehmigungen vorliegen. Die Ausschreibung der Anlagen ist dann im Jahr 2022 zu erwarten. Der Interkonnektor soll 2025/2026 in Betrieb genommen werden. Die mit mehr als 600 Millionen Euro insgesamt eingeschätzten Investitionskosten werden auf der schwedischen Seite von Svenska kraftnät und auf der deutschen Seite von 50Hertz getragen, wobei die Kosten für das gemeinsame Seekabel hälftig geteilt werden. Die Partner werden in Projektteams eng zusammenarbeiten.

 

Der rund 300 Kilometer lange Interkonnektor wird Güstrow im deutschen Mecklenburg-Vorpommern mit Hurva in Südschweden verbinden und damit die durch ein großes Speichervolumen gekennzeichneten skandinavischen und die durch einen hohen Anteil von Wind und Solarkraft gekennzeichneten kontinentaleuropäischen Systeme näher zusammenbringen.

 

"Die Leitung verbessert die Integration Erneuerbarer Energien in das Übertragungsnetz und trägt so zur klimafreundlichen und kosteneffizienten Stromerzeugung bei. Der europäische Binnenmarkt hilft uns, die Energiewende kostengünstig zu gestalten", so Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, anlässlich der Unterzeichnung.

 

Bei starkem Wind müssen Erzeugungsanlagen in Zukunft weniger häufig kostenaufwendig gedrosselt werden, um einer Überlastung des Stromnetzes vorzubeugen; stattdessen kann der Strom nach Schweden exportiert werden. Umgekehrt ermöglicht die Verbindung bei einer Windflaute den Import günstigen Stroms aus schwedischen Wasserkraftwerken. "Eine effizientere Nutzung unterschiedlicher Erzeugungsquellen in verschiedensten europäischen Regionen ist aus Umweltgesichtspunkten wie auch aus ökonomischen Erwägungen sinnvoll", bekräftigt der Chief Executive Officer von Svenska kraftnät, Mikael Odenberg, den Nutzen des Projekts.

 

Für Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, ist das Projekt ein wichtiger Schritt zur Entwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes, von dem die Volkswirtschaften beider Länder und alle Stromkunden durch günstigere Energiekosten profitieren: "Zudem wird durch die Anbindung an die skandinavischen Wasserspeicher die Integration der wachsenden Mengen Erneuerbarer Energien in Europa verbessert und damit die Energiewende in Deutschland weiter vorangetrieben. Mit der 'Hansa PowerBridge' kann eine gut regelbare Langstreckenverbindung von Skandinavien über den Nordosten Deutschlands bis in den Süden entstehen, wenn wir diese Leitung perspektivisch mit dem innerdeutschen Gleichstromprojekt 'SuedOstLink' verknüpfen." 

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Bild: Dr. Dirk Biermann (Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb 50Hertz), Mikael Odenberg (CEO Svensk kraftnät), Rainer Baake (Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und Boris Schucht (CEO 50Hertz) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zur Hansa PowerBridge in Berlin.

Fotograf: Frank Wölffing