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16.11.2015

Stromleitung von Thüringen nach Nordbayern soll noch 2015 teilweise in Betrieb genommen werden

Teilweise Inbetriebnahme stärkt die regionale Versorgung in den Wintermonaten

Stromleitung von Thüringen nach Nordbayern soll noch 2015 teilweise in Betrieb genommen werden

Berlin – Der erste Stromkreis der für die Stromversorgung Deutschlands strategisch wichtigen Höchstspannungsleitung von Thüringen nach Nordbayern (Südwest-Kuppelleitung oder „Thüringer Strombrücke“) soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Damit könnte ein Teil der Stromverbindung bereits vor den Wintermonaten für Entlastung des Engpasses beim Stromtransport aus dem Nordosten in den Süden und Südwesten Deutschlands sorgen und den Großraum Grafenrheinfeld nach Abschaltung des dortigen Kernkraftwerkes stabilisieren. Ursprünglich war geplant, die gesamte Leitung – also beide Stromkreise – im Frühjahr 2016 ans Netz zu bringen.

Vor dem Hintergrund der erfreulich schnell verlaufenden Bauarbeiten soll nun der erste Stromkreis früher als geplant in Betrieb genommen werden. Die Gründe dafür sind systembetrieblicher und volkswirtschaftlicher Natur: Eine Teilinbetriebnahme noch vor den Wintermonaten – in denen das Netz häufig stark belastet ist – stabilisiert zum einen das Stromnetz an der thüringisch-bayerischen Grenze; zum anderen liegt der Grund in den in diesem Jahr erneut sprunghaft angestiegenen Kosten für das Netzengpassmanagement. Diese Maßnahmen belasten die Netzentgelte und in der Folge die Strompreise. Allein im Netzgebiet von 50Hertz werden in diesem Jahr Kosten von 300 bis 400 Millionen Euro für die Bewirtschaftung temporärer Engpässe anfallen. Die Kosten für diese Maßnahmen, mit denen das Stromnetz stabilisiert wird, werden letztlich von den privaten, gewerblichen und industriellen Verbrauchern der Region getragen.

Mit der vorgezogenen Inbetriebnahme des ersten Stromkreises kann ein Teil dieser Engpass-Kosten an der Nahtstelle zwischen Thüringen und Bayern eingespart und die Übertragungskapazität nach Süden rechtzeitig vor dem kritischen Winter schneller erhöht werden.

Durch eine Reihe spezifischer Maßnahmen wird 50Hertz auf thüringischer Seite die Inbetriebnahme des ersten Stromkreises vorziehen können. Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer bei 50Hertz, freut sich, dass der gute Baufortschritt diese unkonventionelle Herangehensweise beim Bau der Leitung ermöglicht: „Durch den Plan, die Inbetriebnahme des ersten Stromkreises noch in diesem Jahr zu realisieren, können – wenn das Wetter mitspielen sollte – insbesondere für die kritische Winterzeit mehr Transportkapazitäten Richtung Süden schneller als bisher gedacht genutzt werden. Damit einher geht eine Entlastung der hochbelasteten Leitung von Remptendorf in Thüringen nach Redwitz in Bayern, der bislang einzigen Verbindung zwischen diesen beiden Bundesländern. Dies ist positiv für die Stabilität des Netzes und entlastet die Verbraucher durch die eingesparten Kosten des Netzmanagements auch finanziell“, so Golletz.

Zum Hintergrund:

Maßnahmen zum Netzengpassmanagement:
Um das Stromnetz stabil zu halten, müssen Netzbetreiber immer häufiger in die Fahrweise von konventionellen Kraftwerken eingreifen („Redispatch“) und als Ultima Ratio auch Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Einspeisung reduzieren, weil der im Norden und Osten Deutschlands erzeugte Strom regional nicht verbraucht und auch nicht im erforderlichen Umfang Richtung Süden transportiert werden kann. Die Zahl dieser Maßnahmen steigt und verursacht zunehmend höhere Kosten, die jährlich anfallen, in die Netzentgelte eingepreist werden und am Ende den gesamten Strompreis belasten. Ursache für diese steigenden Kosten ist der verzögerte Netzausbau, insbesondere bei den Verbindungen vom Norden und Osten in den verbrauchsstarken Süden und Westen Deutschlands.

Informationen zur Südwest-Kuppelleitung („Thüringer Strombrücke“):
Der erste von insgesamt vier Abschnitten zwischen Lauchstädt und Erfurt-Vieselbach (78 Kilometer) wurde bereits im Dezember 2008 in Betrieb genommen. Anfang Juli 2015 wurde der zweite Abschnitt zwischen Vieselbach und Altenfeld im Thüringer Wald (57 Kilometer) unter Strom gesetzt. Der dritte Abschnitt zwischen Altenfeld und der Landesgrenze zu Bayern (26 Kilometer) befindet sich derzeit im Bau. Von der Landesgrenze aus führt der Übertragungsnetzbetreiber TenneT die Leitung im vierten Abschnitt rund 30Kilometer) weiter bis ins nahe gelegene bayerische Redwitz.

50Hertz sorgt mit über 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen für die Führung des elektrischen Gesamtsystems auf den Gebieten der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich. Als Übertragungsnetzbetreiber im Herzen Europas steht 50Hertz für die sichere Integration der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des europäischen Strommarktes und den Erhalt eines hohen Versorgungssicherheitsstandards. Anteilseigner sind seit 2010 der belgische Netzbetreiber Elia (60 Prozent) sowie der australische Infrastrukturfonds IFM Investors (40 Prozent). Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Gruppe und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.

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dirk.manthey@50hertz.com

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