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SuedOstLink: Wertvolle Böden bestmöglich schützen

Der SuedOstLink soll vorrangig als Erdkabelverbindung realisiert werden, das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Eine umsichtige Trassensuche, die Wahl der richtigen Verlegetechnik und klare Vorgaben für die Bautrupps stellen sicher, dass die Böden in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bestmöglich geschont werden.

Bodenschutz bei Korridorsuche und Trassierung

Schon bei der Planung hat der Bodenschutz Priorität: Mehr als 50 einzelne Kriterien fließen in die Suche nach geeigneten Trassenkorridoren ein. Neben Naturschutzgebieten mit schützenswerten Böden werden zum Beispiel Kartierungsdaten zu feuchten und verdichtungsempfindlichen Böden, Mooren, erosionsgefährdeten Böden sowie Böden mit besonders hoher natürlicher Fruchtbarkeit (z.B. Schwarzerden) berücksichtigt.

Bei der anschließenden Festlegung des Verlaufs des Erdkabelgrabens schauen die Trassierer dann noch genauer hin. Mit detaillierten Untersuchungen und Vor-Ort-Besuchen ermitteln sie die konkreten Bodenbeschaffenheiten. Denn die Eigenschaften des Untergrunds können sich aufgrund von Geologie, Hangneigung oder Grundwasserstand binnen weniger Meter ändern.

Bodenschutz bei der Bauplanung

Weiterer wichtiger Teil des Bodenschutzes ist die Entscheidung darüber, wie die Kabel unter die Erde kommen. In der Regel werden sie in offener Bauweise verlegt. Beim SuedOstLink können die Kabel, abhängig von der Anzahl, wahlweise in einem oder zwei Gräben liegen. Dabei macht ein einzelner Graben die Trasse schmal; bei zwei parallelen Gräben indes können Fahrzeugbewegungen geringer und besser verteilt sein, was Verdichtungen des Bodens vorbeugen hilft.

Wichtige weitere Option ist die geschlossene Verlegung. Hierbei können schützenswerte Areale mit bis zu 1.000 Meter langen Bohrungen geschlossen unterquert werden. Ein mögliches Verfahren hierfür ist das horizontale Spülbohrverfahren (bekannt auch als „horizontal directional drilling“, kurz HDD). Dieses Verfahren ist jedoch teilweise sehr aufwändig. Vor allem die an Anfangs- und Endpunkt benötigten größeren Flächen stehen dem eigentlichen Schutzzweck häufig entgegen. Damit kommt dieses Verfahren für den Bodenschutz nur nach Abwägung und in besonderen Fällen zum Einsatz.

Schema der Kabeltrasse in der Bauphase mit Baustraße und getrennt entnommenem und gelagertem Bodenaushub. Kabeltrasse in der Bauphase mit Baustraße und getrennt entnommenem und gelagertem Bodenaushub

Bodenschutz auf der Baustelle

Doch Planung allein ist nicht genug: Entscheidend für den erfolgreichen Schutz der Böden sind die Bauarbeiten selbst. Hierfür existieren schon heute klare Regeln, was zu tun und zu lassen ist. Dass die Regeln auch umgesetzt werden, ist Aufgabe einer ökologischen und bodenkundlichen Baubegleitung als Beratungs- und Kontrollinstanz vor Ort auf der Baustelle.

Wirksamer Bodenschutz beginnt schon mit dem ersten Arbeitsschritt. Der Mutterboden muss besonders schonend abgeschoben und die verschiedenen Bodenhorizonte müssen getrennt voneinander entnommen werden. Damit diese später in der gleichen Schichtung wieder eingebaut und nicht vermischt werden, müssen sie separat gelagert werden. Um die Bodenstruktur zu erhalten, braucht der gelagerte Aushub Schutz vor Austrocknung durch Wind und Sonne.

Außerdem dürfen die Baufahrzeuge den Untergrund nicht unnötig verdichten. Eine vorausschauende Auswahl der Maschinen mit möglichst geringem Gewicht oder mit Raupenfahrwerk statt Rädern kann den Druck und damit die Bodenverdichtung gering halten. Zudem können Unterlegbohlen den Druck schwerer Fahrzeuge verteilen. Außerdem hält eine kluge Anordnung der Baustelle Fahrtwege kurz und vermeidet unnötige Rangierfahrten. Im Extremfall hilft nur Pause: Ist der Boden sehr feucht oder extremen Wettereinflüssen unterworfen, kann es sein, dass die Bauarbeiten ruhen müssen, bis sich die Verhältnisse wieder verbessert haben.

Ansprechpartner SuedOstLink

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Axel Happe

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Axel Happe
Tel: +49 30 5150-3414
Fax: +49 30 5150-2199
E-Mail: axel.happe@50hertz.com

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