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13.03.2017

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz legt Geschäftsbilanz 2016 vor

Gesunkene Kosten für Netzeingriffe zeigen positive Wirkung des voranschreitenden Netzausbaus / Videos der Bilanzpressekonferenz bei YouTube verfügbar

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz legt Geschäftsbilanz 2016 vor

Der für den Norden und Osten Deutschlands verantwortliche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat heute seine Geschäfts- und Tätigkeitsbilanz für das Jahr 2016 vorgelegt. Vor allem die deutlich gesunkenen Kosten für das Engpassmanagement im Vergleich zum Jahr 2015 zeigen nach Auffassung von 50Hertz, dass der Ausbau des Übertragungsnetzes unabdingbar ist, um die Energiewende erfolgreich und volkswirtschaftlich möglichst effizient zu gestalten.

Hoher Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch mit 48 Prozent

Der Stromverbrauch blieb im Netzgebiet von 50Hertz mit rund 96 Terawattstunden (TWh) wie in den Vorjahren auf konstantem Niveau. Die installierte Leistung Erneuerbarer Energien stieg erneut – von 27,1 Gigawatt (GW) im Jahr 2015 um 1,3 GW auf 28,4 GW im Jahr 2016. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch lag 2016 in der 50Hertz-Regelzone bei rund 46 TWh – dies entspricht einem Erneuerbarem-Anteil am Stromverbrauch von ca. 48 Prozent, der sicher ins Netz integriert werden konnte.

Die physikalischen Nettoexporte aus der 50Hertz-Regelzone stiegen im vergangenen Jahr um 1 TWh von 39,4 TWh im Jahr 2015 auf 40,4 TWh im Jahr 2016. Zum Vergleich: Deutschlandweit wurden im letzten Jahr 53,7 TWh Strom exportiert, so dass das 50Hertz-Netzgebiet wesentlicher Stromexporteur in Deutsch-land und Europa ist.

Die Strommengen und die Kosten für das Engpassmanagement – also für das Redispatch genannte Herauf- und Herunterfahren von konventionellen Kraftwerken sowie das Einsenken von Erneuerbaren-Energien-Anlagen – haben sich im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Lagen die Kosten im Jahr 2015 in Summe noch bei 354 Millionen Euro, verzeichnete 50Hertz in 2016 einen Rückgang um fast die Hälfte auf ca. 180 Millionen Euro. Hierbei entfielen auf Redispatchmaßnahmen etwa 107 Millionen Euro (2015: 205 Millionen Euro) und auf die Einsenkung von Erneuerbare-Energien-Anlagen ca. 73 Millionen Euro (2015: 146 Millionen Euro).

Vor allem die Inbetriebnahme des ersten Systems der Südwest-Kuppelleitung („Thüringer Strombrücke“) Ende 2015 schlägt nach Auffassung von Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, positiv bei den gesunkenen Engpassmanagementkosten zu Buche: „Dass ein Teil der Südwest-Kuppelleitung im Jahre 2016 Strom Richtung Süden transportieren konnte, hat wesentlich zu der Kostenreduzierung von rund 180 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr beigetragen. Man sieht daran eines sehr deutlich: Netzausbau wirkt!“

Infrastrukturausbau als Schlüssel der Energiewende kommt voran

Im vergangenen Jahr konnte 50Hertz 33 Kilometer neue Leitungen in Betrieb nehmen, weitere 129 Kilometer befanden sich im Bau und 629 Kilometer im Genehmigungsverfahren. Gemessen an den Projekten, die das im Jahr 2009 in Kraft getretenen Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) als vordringlich definiert hat, konnte 50Hertz damit rund 55 Prozent dieser EnLAG-Projekte bis 2016 in seinem Netzgebiet realisieren.

Darüber hinaus wurden drei neue Umspannwerke in 2016 in Betrieb genommen (Jessen/Nord, Gransee, Putlitz/Süd), zwei weitere werden in diesem Jahr folgen. Die Bauarbeiten am 380-KV Nordring Berlin gehen voran, so dass mit der voraussichtlichen Fertigstellung des westlichen Abschnitts in diesem Jahr gerechnet werden kann. In diesem Jahr werden auch die Phasenschiebertransformatoren an der Verbindungsleitung zur Tschechischen Republik in Röhrsdorf (Sachsen) in Betrieb genommen, ebenso wie das zweite System der Südwest-Kuppelleitung. Im Offshore-Bereich stand im vergangenen Jahr vor allem die Kabellegung beim Netzanschluss der geplanten Windparks im „Cluster Westlich Adlergrund“ im Mittelpunkt, die in 2017 weiter fortgesetzt wird.

Nach Auffassung von Boris Schucht sind all diese langfristig orientierten, für die Umsetzung der Energiewende notwendigen Infrastrukturprojekte nur dann erfolgreich umzusetzen, wenn der gesetzliche und regulatorische Rahmen, der sich im vergangenen Jahr verschärft habe, der Investitionsfinanzierung dienlich sei.

Hohes Investitionsniveau und solides Ergebnis

Die Investitionen betrugen nach dem letztjährigen Rekordjahr 737 Millionen Euro im Jahr 2016 und pendelten sich damit auf das Niveau ein, das für die kommenden fünf Jahre im Durchschnitt zu erwarten ist. Von dieser Investitionssumme entfielen 318 Millionen Euro auf Onshore- (2015: 302 Millionen Euro) und 419 Millionen Euro auf Offshore-Investitionen (2015: 600 Millionen Euro) Für den Zeitraum 2017 bis 2021 plant 50Hertz Investitionen von insgesamt rund 3,8 Milliarden Euro. Aufgrund des nach wie vor sehr hohen Investitionsniveaus konnte 50Hertz wieder einen Personalzuwachs auf nunmehr rund 1.000 Mitarbeiter (2015: 950) verzeichnen. Die Ratingagentur Moody’s bestätigte auch für 2016 das stabile Baa1-Rating.

Der Umsatz aus dem Netzgeschäft lag im vergangenen Jahr bei 1,290 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,495 Milliarden Euro im Jahr 2015. Das nach wirtschaftlichen Kriterien bemessene IFRS-Ergebnis beträgt 128 Millionen Euro im Vergleich zu 199 Millionen Euro in 2015. Die im Jahr 2015 wirksamen und nun entfallenden Einmaleffekte und die infolge der Inbetriebnahmen und Sturmschäden höheren operativen Kosten konnten durch den Geschäftszuwachs infolge der Investitionstätigkeit nicht aufgefangen werden. Das ausschüttungsrelevante Ergebnis nach HGB betrug 127 Millionen Euro in 2016 und wurde anders als im Vorjahr nicht durch die Redispatchkosten gemindert. Letztlich war das Jahr 2016 durch eine solide finanzielle Performance gekennzeichnet, so Marco Nix, Geschäftsführer Finanzen bei 50Hertz.

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Bildbeschreibung: Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz (links) und CFO Marco Nix bei der Bilanz-Pressekonferenz 2016 am 13. März 2017. Fotograf: Jan Pauls

 

Pressekontakt

Volker Kamm

Pressesprecher

Volker Kamm
Tel: +49 (0) 30 5150-3417
Fax: +49 (0) 30-5150-2199
E-Mail: volker.kamm@50hertz.com